Stilfigur: Moduletto

"Du, ich hab schon den Kalender für 2016", erzählt der digitale Analphabet seinem Freund, dem Digital Native.

(c) Beigestellt

Der hat natürlich sämtliche partiellen Sonnenfinsternisse und Fenstertage der nächsten hundert Jahre mit einem Wisch vor Augen. Die Digitalisierung, unser gemeinsamer Freund und Feind, versucht sich ziemlich frech alles, was Papier ausmacht, unter den Nagel zu reißen. Den Papierkorb haben die Computer schon gekidnappt, er steht dort, wo längst kein Papier mehr ist: am Desktop, der virtuelle Schreibtisch, auf dem ja getippt wird, nicht geschrieben. Und die "Dokumente" werden in "Ordner" und "Archive" abgelegt. Verwegene Charme-Digitalisierungsversuche! Es raschelt sogar, wenn man virtuell etwas wegwirft und PDFs "durchblättert". Papier ist wie Polaroid-Fotos: ziemlich verbindlich.

Das scheint im digital-unverbindlichen Credo Stärke und Manko gleichzeitig zu sein. Und mutige Menschen analogisieren jetzt mit ihren Ideen zurück. Michele Falchetto etwa. Er neutralisiert geschickt den größten Vorteil der digitalen Kalender, die Flexibilität. Mit einem Gummiband, das auch das Jahr, das es zusammenhält, elastisch macht (moduletto.com). Und offen für unerwartete Abzweigungen.Im Lieferumfang enthalten: Unsichtbar eingebaute Verschnaufpausen beim Blättern und beim Adaptieren. Jeder Eintrag, eine kleine Gedankenbremse, so wertvoll-entspannend wie das Wechseln der Tintenpatrone.

 

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Lesen Sie mehr zum Thema
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Stilfigur: Moduletto

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.