Ideen-Dickicht im Designmonat Graz

Graz kultiviert seinen Ruf als Designstadt. Seit nunmehr zehn Jahren auch in Form des Designmonats. Diesmal will Gestaltung vor allem Toleranz stimulieren.

Öffentlicher Raum. Drei Riesen­seile laden zur ­Interaktion ein.
Öffentlicher Raum. Drei Riesen­seile laden zur ­Interaktion ein.
Öffentlicher Raum. Drei Riesen­seile laden zur ­Interaktion ein. – (c) Do Won Lee

Designer haben auch so ihre Aufgaben. Eine davon ist, ein bisschen zu kitzeln: Dort, wo es auch ein wenig unangenehm werden könnte. Oder ein bisschen anstrengender. Dann nämlich, wenn Design die Gewohnheiten he­rausfordert. Auch jene, mit denen man die Welt wahrnimmt, die Dinge nutzt und anwendet und bestimmt, was die Norm und was die Abweichung davon ist. „Toleranz“ hat sich der Designmonat Graz als Schlagwort verordnet, das bis zum 3. Juni in verschiedensten Formen und Formaten durch die Stadt schwingt.

Ausstellung. Auch das Joanneumsviertel in Graz ist diesmal ­intensiv involviert.
Ausstellung. Auch das Joanneumsviertel in Graz ist diesmal ­intensiv involviert.
Ausstellung. Auch das Joanneumsviertel in Graz ist diesmal ­intensiv involviert. – (c) N. Lackner

Design fordert heraus, Design stimuliert den Diskurs. Auch das hat sich der Designmonat auf seine „Fahnen“, sein diesjähriges Key-Visual, geschrieben: Dort purzeln die gängigen internationalen Fahnensymbole vehement durcheinander. Ein programmatisches Versprechen: Auch in einigen der 121 Veranstaltungen werden Konventionen und Gewohnheiten mal sanfter, mal energischer gekitzelt. Eine der wichtigsten „Toleranz“-Zonen ist dabei der öffentliche Raum. Dort wird eine Ausstellung gezeigt, die durch die Städte bis nach Graz gewandert ist. „Tolerance Poster“ präsentiert Umsetzungen von internationalen Designern und beschwört dabei die gesellschaftliche Kraft der Gestaltung. Aber auch wie man den öffentlichen Raum nutzt, hinterfragt das Design – vor allem in Graz – gern. Als Möbel stellt man sich gern Dinge vor, die Beine wie Bänke oder zumindest Sitzflächen haben. Aussehen dürfen sie dann trotzdem wie ein Segelschiff. Das zeigt der Entwurf „Urbansailor“, den Johannes Scherr für das Projekt „Smart Urban Relaxing“ in Kooperation mit dem Holzcluster Steiermark entwickelt hat.

LoungeMöbel. Auch Ava steuert einen Entwurf für den Straßenraum bei.
LoungeMöbel. Auch Ava steuert einen Entwurf für den Straßenraum bei.
LoungeMöbel. Auch Ava steuert einen Entwurf für den Straßenraum bei. – (c) Beigestellt

Doch Objekte im öffentlichen Raum können nicht nur Entspannung auslösen, sondern auch Interaktion: Zumindest ist das die Intention der drei dicken, zwölf Meter langen Seile im Hof des Joanneumviertels. Dort verspricht das Programm auch eine gewisse Agglomeration neuer Designansätze: Schließlich mischen sich in der Neuen Galerie des Joanneums die Exponate der „Selected“-Designausstellung unter die Stücke der bestehenden Schau „Wer bist du? Porträts aus 200 Jahren“.

Tipp

Designmonat Graz. Noch bis 3. Juni streut sich ein dichtes Designprogramm in den Alltag und in die Räume der Stadt. www.designmonat.at

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