Futter für junge Bienen

Weidenkätzchen sind der Bienenbrut Grundnahrungsmittel, also besser nicht abschneiden.

Weidenkätzchen: leicht zu kultivieren.
Weidenkätzchen: leicht zu kultivieren.
Weidenkätzchen: leicht zu kultivieren. – (c) Ute Woltron

Auch wenn es noch so verlockend erscheint, von den nun überall aufblühenden Weiden ein paar Triebe abzuzwacken und die seidig-flauschigen Palmkätzchen nach Hause zu tragen: Verkneifen Sie es sich lieber. Die Blüte der diversen Weidenarten ist die wichtigste Nahrungsquelle der Bienen im zeitigen Frühjahr. Die männlichen Kätzchen, das sind die mit den gelben Pollenbüscheln, liefern jetzt das eiweißreiche Futter, das die Bienen für die Aufzucht ihrer Brut dringend benötigen.

Die meisten Weiden sind zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die schönsten Kätzchen aller heimischen Weidenarten liefert die Salweide, doch es gibt zahlreiche weitere Arten, wie beispielsweise die besonders attraktive Drachenweide mit abgeflachten, knorrig wirkenden Trieben. Apart sind auch die Hängekätzchenweide und die relativ kleinwüchsige Schwarzkätzchenweide, die mit roten Trieben und schwarzen Kätzchen eine echte Augenweide darstellt.

Alle Weidenarten sind anspruchslos und leicht zu kultivieren. Am besten gedeihen sie jedoch an eher feuchten, fruchtbaren Standorten, sie kommen nur mit trockenen Böden nicht so gut zurecht. Wer die Pflanzen in den Garten holen will, was löblich und im Dienste der Insektenwelt ist, schneidet einfach einen etwa fingerdicken Trieb ab und steckt ihn in feuchtes, nährstoffreiches Substrat. Solche Triebe werden so gut wie immer austreiben, nur die Salweide lässt sich auf diese Weise nicht verlässlich vermehren.

Als meine Großmutter einst für ihren Gemüsegarten Stützen für die Paradeiserpflanzen schnitt und irrtümlich Weidenstecken in den Boden steckte, trieben diese bereits nach zwei Wochen aus und bildeten in der Folge für ein paar Jahre eine hübsche Weidenhecke. Diese Vermehrungsmethode mittels Steckholz funktioniert übrigens auch mit Haselstecken hervorragend.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.03.2019)

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