Bitter mit süßem Kern

Ein paar aufregende Gurkenartige, die für nächstes Jahr eine Überlegung wert sind.

Die Schlangenhaargurke stammt aus Indien und schmeckt ausgewachsen ziemlich bitter.
Die Schlangenhaargurke stammt aus Indien und schmeckt ausgewachsen ziemlich bitter.
Die Schlangenhaargurke stammt aus Indien und schmeckt ausgewachsen ziemlich bitter. – (c) Ute Woltron

Im Gurkendschungel der Gärtnerei Bach kann man sich, wie gesagt, verlieren, und die Entscheidung, welche der vielen Arten und Sorten die aufregendsten sind, fällt schwer. Deshalb hier nur eine kleine Auswahl zum Gustieren oder zum Nur-Anschauen, wobei alle genannten Gurken auch als rankender Sichtschutz eingesetzt werden können. Ein prachtvolles Exemplar einer rundlichen Frucht, die man eigentlich nur zu dekorativen Zwecken haben will, ist die Horngurke, auch Hornmelone genannt und botanisch Cucumis metuliferus geheißen. Sie unterscheidet sich auch durch das gelappte weiche Laub von der Salatgurke, und die über zehn Zentimeter langen, rundlichen Früchte der Afrikanerin sind mit etwa zentimeterlangen Stacheln übersät.

Von den zarten Blüten, die wie ausgefranste weiße Kelche aus Klöppelspitze wirken, bis zu den daraus meterlang wachsenden schlanken und noch dazu hell gestreiften Früchten ist die aus Indien stammende Schlangenhaargurke Trichosanthes cucumerina eine Augenweide. Ausgewachsene Exemplare sind ziemlich bitter, deshalb erntet man die Früchte, wenn sie noch sehr jung sind. Die kälteempfindliche Pflanze gedeiht nur in der Wärme, idealerweise also in einem Glashaus.

Die asiatische Bittergurke Momordica charantia ist, was den Geschmack anlangt, wohl nicht jedermanns Sache, da wir den bitteren Geschmack aus unseren Gemüsesorten weitgehend herausgezüchtet haben. Dennoch zahlt es sich aus, dieses botanische Geschöpf genauer zu studieren. Die grün-runzelige Haut verfärbt sich mit zunehmender Reife von unten nach oben gelb. Und dann kommt's: Ist die Frucht, die eigentlich eine Beere ist, dottergelb und ausgereift, springt sie zu einer Art schlappem dreiteiligen Seestern auf und offenbart ihr köstliches Inneres: Der rote Samenmantel rund um die Kerne schmeckt zuckersüß.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2019)

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