Wasserstellen: Architektur des Freibads

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Meer mit Architekturblick

In Dänemark sei die Ästhetikdichte noch ein wenig höher als unter der Sonne Mitteleuropas, sagt man. Da lässt man auch Architekten zuerst Linien ziehen, bevor man selbst Bahnen schwimmt. In die Oresund Bucht vor Kopenhagen ragt ein Holzsteg, der dort endet, wo sich eine hölzerne Muschel aufschwingt, mit anderen Worten: das Seebad Kastrup. Mit Architekturpreisen hochdekoriert und von allen, die gern baden, hochgeschätzt. Entworfen vom schwedischen Büro White Architects.

Redaktion: Norbert Philipp

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Hafenbecken.

Wer nicht so weit rausfahren will, der hüpft ins Kopenhagener Hafenbecken. Dort hat die Arbeitsgemeinschaft von BIG und JDS Architects verschiedenste Zugänge, tatsächlich und symbolisch, zum Wasser in Holz gefasst und mit Betonbojen verankert. Das Hafenbad geriet wie geplant zum sozialen Treffpunkt, oft ist im Sommer auf den Liegeflächen nur mehr Platz zum Stehen. Jetzt, da man wieder unbesorgt ins saubere Hafenwasser eintauchen kann.

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Seebad

In Kastrup an der Oresund Bucht ragt eine Holzmuschel ins Meer hinaus. Inklusive Sprungturm.

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Deutsche Stadtstrände

Kultur folgt Industrie. So ist’s quer durch Europa. In Essen heißt das: Kultur folgt Koks. Und dort, wo man früher Kohle zu Koks gebacken hat, flüchten Menschen vor dem sommerlichen Backofen: mit dem Sprung ins kleine Blaue, in das Werksschwimmbad Zollverein, inmitten rostroter Industriearchitektur. Entstanden ist es 2001 als Kunstprojekt von Dirk Paschke und Deniel Milohnic. Jetzt steht es im Sommer nachmittags allein offen, für die kurze Sommerfrische in der Glutofenhitze.

 

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Spreeblick

Auch eines der Schiffe, auf dem man baden kann und die sich entlang der urbanen Flussläufe in Europa herumtreiben, hat in Berlin angelegt: Beim Badeschiff Arena, gelegen am Spreeufer eines großen Kultur- und ­Veranstaltungsareals, tauchen Berliner nicht nur die Füße in den Sand, sondern auch schon einmal von oben bis unten ins Wasser. Mit anschließendem Blick ins Cocktailglas bei Bedarf, jedenfalls mit Panoramablick auf die Spree.

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In Paris eintauchen

Für viele ist Paris: viel historischer Stein, ein wenig Grün in den Jardins und Wasser, wenn, dann von Pont Neuf aus gesehen. Dabei darf man auch in Pariser Gewässer eintauchen: Im Piscine Molitor schwamm einst Johnny Weissmüller zur Eröffnung, auch der Bikini wurde erstmals dort präsentiert. Dann lag das Bad lang ziemlich trocken, wartete denkmalgeschützt auf bessere Zeiten.

 

 

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Art déco

2014 waren sie angebrochen, die Becken wieder voller Schwimmer, das 33 Meter lange im Inneren genauso wie das 55 Meter lange im Außenbereich. Heute gehören sie zu einem Hotelkomplex. Rundherum: Gestalterische Reminiszenzen an den späten Art-déco-Stil.

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Schwimmfabrik

Eine andere architektonische Wasserperle: das historische Piscine de la Butte aux Cailles, entworfen von Louis Bonners im Jahr 1922 als „Schwimmfabrik“, nach der Sanierung auch mit Außenbereich. Oder man springt ins Wasser auf dem Wasser: Im Schwimmbad namens Josephine Baker krault man an Seine-Booten vorbei.

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Baden in Nostalgie

Natürlich die Römer: Sie erfrischten sich schon mit dem Wasser, in dem heute noch die Menschen in Bad Fischau tauchen. So wie es 1899 ausgesehen hat, so sieht es noch heute großteils aus. Vierzig Millionen Liter Wasser durchspülen die Becken, das „Herren-“ und das „Damenbecken“, aber diese Trennung hat nur mehr historische Bedeutung. Umrahmt von gelbgrünen Holzkabinen erfrischt das klare Wasser.

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Noch ein Bad, in dem es schon lang sprudelt: das Thermalbad Vöslau. 1873 wurde es eröffnet und – höchstwahrscheinlich – von Theophil Hansen geplant. Beim Schwimmen im Grünen Becken umrundet man eine Insel mit Bäumen, selbst eingerahmt von architektonischen Manifestationen unterschiedlichster Epochen. Vom Flair des k. u. k. Gestaltungsduktus über Duschen aus den 1920er-Jahren bis hin zu zeitgenössischen Designimplantaten.

Imago
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Schwimmschule

Das älteste Arbeiterfreibad Europas wurde 1874 für die Werksarbeiter der Steyr-Werke gegründet. Bis 2013 wurde es schließlich in Etappen renoviert, vom Welser Architekturbüro Luger & Maul. Der Schwimmschule Steyr gehören nicht nur seit jeher Sympathien, schon aus traditionellen Gründen, sondern seit ein paar Jahren auch eine Reihe von Architekturpreisen. Vom Badbuffet kann man sich aussuchen, auf welches Gewässer man schaut, auf das fließende, die Steyr, nebenan oder das Sportbecken.

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Gestaltungsfreiraum am Wasser

In Gröbming im Ennstal wiederum versuchte das Büro Kreiner Architektur, die Faktoren Freizeit, Berge, Sonne und Blicke gestalterisch auszutarieren. Mit ästhetischem Erfolg. Die Schwimmbecken des Panoramabads Gröbming wurden Teil der Topografie, der Sprungturm und die extrabreite Rutsche scheinen wie aus dem Hang herausmodelliert. Badelandschaft. Das Panoramabad in Gröbming im Ennstal plante das Büro Kreiner Architektur.

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Badehaus

Das Bregenzer Architekturbüro Lang + Schwärzler legten beim Seehotel am Kaiserstrand einen 40 Meter langen Steg in den Bodensee, der von der Uferpromenade zu einem Badehaus auf Pfählen führt.

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Badenostalgie

Ursprünglich wurde Werzer's Badehaus 1895 als Teil einer Schwimmschule erbaut. 2014 wurde das Gebäude am Wörthersee unter strengen Denkmalschutz-Auflagen restauriert. Heute finden sich dort auch ein Restaurant sowie eine Wellness-Anlage.

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Frauenbad für alle

Am Stadthausquai in Zürich liegt das Frauenbad, von den Einheimischen auch "Frauenbadi" genannt. Bis 1836 war das öffentliche Baden in der Stadt nämlich verboten und als es endlich erlaubt war, wurde ein "Badhaus für Frauenzimmer" eingerichtet. Es steht unter Denkmalschutz.

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Am Fluss

Auch flussaufwärts, der Limmat entlang, haben sich in Zürich, ein paar hölzerne Architekturperlen ein sonniges Plätzchen gesucht. Wie etwa das Bad "Unterer Leiten".

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