Armer Planet

Dass der Ansatz von Recycling ja schon ein wenig retro ist, das ist in den Design-Mainstream außerhalb des Triennale-Gebäudes noch nicht so recht gesickert.

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Die Natur als Sanierungsfall: „Broken Nature" titelt die XXII. Triennale di Milano. Und will zeigen, was Designer so tun können, um den angeknacksten Planeten wieder hier und dort einzurenken auf ein wenig Zukunft. Dass der Ansatz von Recycling ja schon ein wenig retro ist, das ist dagegen in den Design-Mainstream außerhalb des Triennale-Gebäudes noch nicht so recht gesickert. Vor allem nicht in die Flut von Dingen, die den Planeten nicht immer nur bereichern, sondern auch mit neuen Problemen befüllen. Ausgestellt hat sie – die Dinge, also Möbel – der Salone del Mobile in Mailand auf dem Messegelände. Gemeinsam mit unzähligen Nebenschauplätzen während des „Fuori Salone" in der ganzen Stadt.

Da flogen schon mal Tausende Styroporschnitzel durch die ­Räume, auch durch die besonders schönen: wie bei der Ausstellung „Pleasure & Treasure", die die Außenwirtschaft Austria eingeflogen hat. Styropor kann man recy­celn. Sehr gut sogar, heißt es. Aber es bleibt Styropor. Genauso wie Plastik Plastik bleibt. So tief man es auch eingräbt oder mit neuen Etiketten überschüttet. Oder etwa doch nicht? Denn sogar der Plastik-Designhersteller Kartell hat unerwartet etwas entdeckt. Die Liebe zum Planeten, wie er per Claim plötzlich verlauten lässt: „Kartell loves the Planet." Und legitimiert sich dabei in der Kategorie „Bio-Plastik", genauer bei der Firma Bio-on, die das ­Material herstellt, das als biologisch abbaubar gilt. Jetzt müsste man testweise einmal den Klassiker „Componibili", gefertigt aus Bio-Plastik, tatsächlich eingraben im Parco Sempione und schauen, was passiert. Wer möchte?

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