Badezimmer: Lasst Farbe fließen

Lange Zeit hatten Badezimmer die Buntheit satt. Doch jetzt kommen sie wieder: die satten Farben.

Grellbunt. Auch Hersteller wie Villeroy & Boch trauen sich in der Farb­skala vor.
Grellbunt. Auch Hersteller wie Villeroy & Boch trauen sich in der Farb­skala vor.
Grellbunt. Auch Hersteller wie Villeroy & Boch trauen sich in der Farb­skala vor. – (c) Beigestellt

Ein klarer Fall von nachhaltiger Wirkung: Vom Farbschock der 1970er-Jahre haben sich die meisten Räume zuhause allmählich zwar erholt. Doch das Badezimmer, das laborierte etwas länger. Jahrzehnte zeigten sich die Nassräume farbverkatert vom allzu exzessiven Farbgebrauch einer Dekade. Nur noch dezente Töne, höchstens pastellige Nuancen, schienen die Bedürfnisse und den Geschmack zu treffen. Alles hatte sich schleichend eingeschwungen auf die stille Übereinkunft, dass alles, was Oase heißt, sich auch farblich still zurückziehen soll. Da aus der Reihe zu tanzen, wagten die wenigsten. Doch die größte Messe der Welt, die sich den Dingen rund ums Badezimmer widmet, die ISH in Frankfurt, ließ vor Kurzem schon durchblitzen: Ein neuer Mut zur Farbe belohnt alle, die darauf gewartet haben. Und belohnt noch mehr: nämlich die gestalterische Badezimmer-Ästhetik insgesamt, mit ganz neuen atmosphärischen Tönen.

Indigoblau. Der Hersteller Alape taucht das Bad in Farbe.
Indigoblau. Der Hersteller Alape taucht das Bad in Farbe.
Indigoblau. Der Hersteller Alape taucht das Bad in Farbe. – (c) Beigestellt

Doch nicht nur das Spektrum der Farben fächern die Hersteller im Badezimmer wieder mutiger auf als zuvor. Sondern auch jenes der Oberflächen und Materialien, die sie in ihren Konzepten verbauen. Vor allem, um sich dem elementaren Materialanspruch in Nassräumen auf Innovation zu nähern: haptisch und praktisch, das wäre der Idealzustand. Der Hersteller Alape etwa stellt die Weichen seiner Materialneuheiten auch in zwei Richtungen: In die pastelligen Farbtöne der Serie „Terra" zum Beispiel. Und in das satte Blau und Grün aus der Serie „Aqua", deren Oberflächen beinahe wie Glas wirken, und fast auch ähnlich transparent.

Braun. Sanft holzfarbene Töne kleiden die Nassräume allmählich ein.
Braun. Sanft holzfarbene Töne kleiden die Nassräume allmählich ein.
Braun. Sanft holzfarbene Töne kleiden die Nassräume allmählich ein. – (c) Beigestellt

Chromophobie. So schnell wie Schwarz mit Eleganz und Weiß mit Keramik assoziert wird, so flugs gerät man bei etwas mehr Buntheit unter „Freigeist"-Verdacht. Als wäre die lange Farbverweigerung Kalkül gewesen. À la: Wenn schon Oase der Entspannung, dann könnten sich auch die ausgefalleneren Gestaltungsstile mal entspannen. In Richtung monochrom. Natürlich funktioniert das auch heute nach wie vor. Seit dem Grau der 1980er-Jahre gilt fast alles als Farbe, was nicht weiß ist. Schwarz sowieso: Vor allem dann, wenn die etwas poetischeren Konnonationen rund um Wasser fließen und Wohlfühlen bemüht werden soll. Zu viel Aufregung, farbliche vor allem, könnte den nächsten Schock auslösen. Der die Badezimmer-Ästhetik wieder für die nächsten 30 Jahre auf Chromophobie einschwört.

Schwarz. Eleganz, auch das wird Badezimmern gestalterisch gern abverlangt.
Schwarz. Eleganz, auch das wird Badezimmern gestalterisch gern abverlangt.
Schwarz. Eleganz, auch das wird Badezimmern gestalterisch gern abverlangt. – (c) Beigestellt

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