Die Vorkocherin: Kartoffelgulasch

Gulasch ist Gulasch, auch wenn sich diesbezüglich die Meinungen spalten.

Vom Wiener Saft- oder Rindsgulasch konnte sich das Kartoffelgulasch bisher nicht emanzipieren. Das fällt schon in der Redaktion auf. „Das ist kein richtiges Gulasch" ist die österreichtypische Reaktion auf die Erdäpfelvariante. So auch die meiner Kollegin, deren Einladung zum vegetarischen Kartoffelgulasch bei ihren Gästen zu langen Gesichtern führte.

Dabei gibt es kein richtig oder falsch, solange es schmeckt. Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern vor allem angesichts der Vielzahl an Abwandlungen des Ragout-Gerichts, der politisch korrekteste aller Ansätze.

Denn im Zuge meiner Recherche stieß ich nicht nur auf das Fiaker- oder Herrengulach, das mit frittierten oder gebratenen Frankfurter, einem Spiegelei, Gewürzgurken und Semmelknödel serviert wird, sondern auch auf ähnlich (alt-)österreichisch anmutende Besonderheiten wie das Kaisergulasch (aus Rindslungenbraten zubereitet), Esterházy-Gulasch (Sauerrahm, Kapern und Wurzelwerk) und Andrássy-Gulasch (Gulasch mit Fleckerl und Speck).

Aber nun zum wenig herrschaftlich klingenden Kartoffelgulasch. Für das spricht vielleicht nicht der Name, doch die sind ja bekanntlich Schall und Rauch.

Zutaten (für 3-4 Personen):

  • 1,5 große Zwiebel
  • 500 gr. Kartoffeln
  • Debrezinerwürstel (3 Paar), optional können auch Frankfurter oder Braunschweiger verwendet werden
  • Tomatensauce
  • Gemüsebrühe
  • Öl
  • Essig
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Chilipulver, Majoran

Zubereitung:

Kartoffel waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen, würfelig schneiden und in Öl sowie etwas Paprikapulver glasig werden lassen. Mit Essig ablöschen und die Kartoffel zugeben. Etwas anbraten und mit Gemüsebrühe ablöschen, ein paar Minuten kochen lassen, danach Tomatensauce sowie Gewürze zugeben und auf niedriger Temperatur garen lassen. Nach 15 bis 20 Minuten die Debreziner-Würstel dazugeben und nochmals kurz kochen lassen.

Fazit:

Das Kartoffelgulasch ist besser als sein Ruf. Die kurze Kochzeit spricht für das Gericht, ebenso dass es am besten aufgewärmt schmeckt. Ideal zum "vorkochen" geeignet.

 

 

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