Okra

Im Karmeliterviertel hat Wolfgang Krivanec ein neues Lokal eröffnet. Das Okra bietet asiatische Küche – von Sushi bis Ramen – mit viel Liebe zum Detail.

Okra
Okra
Maki und Sushi – www.BilderBox.com

Von einem Fantasiepreis 50 Prozent abzuziehen und damit offensiv Sushi mit Lachs, Thunfisch oder Avocado zu bewerben, ist die eine Seite. Die andere ist die, sich der japanischen Küche kreativ zu nähern und mit Liebe zum Detail spannende Kreationen auf den Tisch zu stellen. Dass Wolfgang Krivanec der zweiten Denkschule angehört, weiß man – unter anderem lehrt er diesen Zugang bei Seminaren in seiner Sushi Academy. Seit rund drei Wochen trifft man den Koch mit Asia-Faible allerdings in seinem neuen Lokal an – dem Okra. Im Karmeliterviertel gelegen, setzt es auf eine Zielgruppe, der Geschmack wichtiger als der Preis ist. Wobei, von teuer kann man hier auch nicht sprechen. Ja, auch mit einem Einsatz unter 20 Euro kann man das Lokal gut gesättigt – und sehr zufrieden – verlassen.

Ein Eistee für fünf Euro mag auf den ersten Blick hart erscheinen – allerdings gibt es dafür auch einen halben Liter selbst angesetzten Schwarztees mit Zitrone und Galgant (Ingwer). Bei den Speisen sollte man sich drei Kategorien näher ansehen. Da wäre erstens das Sushi: Maki-Sets ab acht Euro – im Test unter anderem mit Unagi-Aal (elf Euro) – sorgen für Sättigung mit feinem Geschmack. Zum vollkommenen Genießen bieten sich Nigiri mit speziell gebeiztem Lachs (2,10 Euro) oder Gunkan (in Nori gewickelter Reis) mit Lachstartar (2,40 Euro) an. Zweitens macht der Hausherr sensationelle Ramen – mit Hühnersuppe, Fischsud und sehr feinem marinierten Schweinefleisch (zehn Euro). Und drittens stehen auch noch diverse Don Buri – belegte Reisschüsseln – auf der Karte. Die Variante mit Sake Lachs (zehn Euro) ist jedenfalls sehr empfehlenswert.

Es ist die Liebe zum Detail, wenn der Chef noch schnell ein Minzblatt auf die Eiscreme aus dunkler Schokolade drapiert, das er gerade von der Pflanze am Fensterbrett gezupft hat. Es ist die Raffinesse, mit Saucen und eingelegten Zutaten zu arbeiten, wie man es auch in Japan macht. Und es ist die Leidenschaft, Sachen auszuprobieren. Die spürt man hier. Wer braucht da noch 50 Prozent billigeres Sushi?

Okra: Kleine Pfarrg. 1, 1020 Wien,Di–Sa,12–15,18–22 Uhr, ✆ 0699/17 52 71 90, www.okra1020.com Nowotny

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2014)

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