„Food in Progress": Bezirk, Form, Geschmack

Lebensmittelproduktion in der Stadt, multikulturelle Aromen und Geschirr für die Sinne sind Themen bei der Design Week.

sinne. Geschirrset für ein multisensorisches Erlebnis: „Beyond Taste“ von Teresa Berger.
sinne. Geschirrset für ein multisensorisches Erlebnis: „Beyond Taste“ von Teresa Berger.
sinne. Geschirrset für ein multisensorisches Erlebnis: „Beyond Taste“ von Teresa Berger. – (c) Teresa Berger/Vienna Design Week

Zehn Milliarden Menschen, die zu zwei Dritteln – so wird prognostiziert – in Städten wohnen und arbeiten: Welche Auswirkungen könnte diese Bevölkerungsentwicklung auf Nahrungsmittelproduktion, auf Tischkultur, auf Gastronomieformen haben? In diesem Zusammenhang (die Schlagworte waren Urban Production, Urban Nutrition und Future Hospitality) wurde im Frühling dieses Jahres ein Wettbewerb zum Thema „Urban Food & Design" ausgeschrieben, von der Wirtschaftsagentur Wien, deren Kreativzentrum departure und der Vienna Design Week. Die Ausstellung „Food in Progress" zeigt nun ausgewählte Konzepte.

Nahrhaft. ­Das Potenzial von Flechten als Lebensmittel zeigt Julia Schwarz.
Nahrhaft. ­Das Potenzial von Flechten als Lebensmittel zeigt Julia Schwarz.
Nahrhaft. ­Das Potenzial von Flechten als Lebensmittel zeigt Julia Schwarz. – (c) Julia Schwarz/Vienna Design Week

Flechte als Nahrungsquelle. Julia Schwarz etwa hat sich mit der Flechte als Nahrungsmittel beschäftigt. Gebirgszutatenaffine Köche wie die Gebrüder Obauer oder Andreas Döllerer kochen schon lange mit diesen würzigen Gebilden, kochen, frittieren und zuckern oder pulverisieren sie, und auch in den Restaurants diverser skandinavischer Einflussköche wird mit Flechten gearbeitet. In Schwarz’ Projekt „Unseen Edible – die Flechte als Nahrungsquelle" geht es aber mehr um die Verfügbarkeit der Flechte, dieser so vielfältigen Lebensform mit weltweit 25.000 Arten, im urbanen Raum. Julia Schwarz hat sich etwa angesehen, was in früheren Zeiten während Hungersnöten gegessen wurde: unter anderem eben Flechten. Im Gegensatz zu Moos, mit dem sie gerne verwechselt werden, hätten Flechten als Nahrungsmittel geradezu Superkräfte, meint Schwarz und reiht sie neben Algen und Insekten als potente Lebensmittel der Zukunft ein.

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Kosten. Den ­ 7. Bezirk kosten: „Edible Neubau“ von Kevin Smee­ing und Namuun Zimmermann. – (c) Namuun Zimmermann, Kevin Smeeing/Vienna Design Week

Um die Verschränkungen der Sinne beim Essen geht es indes Teresa Berger in ihrem Projekt „Beyond Taste", einem achtteiligen Geschirr für multisensorische Erfahrungen. Den Geschmack von Wien und insbesondere den Fokusbezirk des diesjährigen Designfestivals untersuchen Namuun Zimmermann und Kevin Smeeing mit einem temporären Kochklub: Durch Multikulturalismus bedingte Erweiterungen des Aromenspektrums der Stadt sind ebenso Thema wie Häuserblöcke des siebenten Bezirks aus Schokolade und Gelee. Außerdem: „Eating Designer" Marije Vogelzang als Vortragende sowie weitere Workshops und Podiumsgespräche.

Tipp

Urban Production, Urban Nutrition, Future Hospitality: Schlagworte des Food-Schwerpunkts der Vienna Design Week. Programm: viennadesignweek.at

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