Widerstand im Weingarten: PIWI-Rebsorten

Neuzugänge unter Österreichs Rebsorten bringen Weinkenner ins Schwitzen: Cabernet Blanc? Muscaris? Nie gehört! Die „PIWIs" könnten aber den Weinbau retten.

(c) Thermen- & Vulkanland Steiermark/Harald Eisenberger

Die Chance, dass ein Weinkenner schon einmal Masseto, Le Pin und Beckstoffer Dr. Crane im Glas hatte, ist klein. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand den Geschmack von Johanniter, Blütenmuskateller und Cabernet Blanc kennt, liegt aber noch deutlich darunter. Wobei das in diesem Fall keineswegs am Preis liegt, sondern an Ignoranz. Denn auch mehr als 70 Jahre nachdem die Russen (!) den Blütenmuskateller gezüchtet haben und 51 Jahre nach Kreation der erfolgreichen deutschen Kreuzung Johanniter fremdelt Wein-Österreich immer noch mit den sogenannten PIWI-Sorten. Dabei sind die roten Züchtungen Ráthay und Roesler bereits seit dem Jahr 2000 für heimischen Qualitätswein im Sorten-Kataster zugelassen. Im Vorjahr kamen noch Muscaris, Souvignier Gris und Blütenmuskateller, quasi der PIWI-Opa, dazu.
Ihre Pilzwiderstandsfähigkeit ist die wichtigste Eigenschaft, die auch den merkwürdig geschriebenen Sammelbegriff für diese Rebsorten abgibt. Speziell in regnerischen Gegenden ersparen sich die Winzer so den Einsatz von Fungiziden; die ersten Fans der PIWI-Sorten waren zumeist (aber nicht ausschließlich) Bio-Winzer.

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