Aufsehenerregende Messer von David Wolkerstorfer

David Wolkerstorfer schmiedet im Mühlviertel Messer und Löffel, wie wir sie noch nicht gesehen haben.

(c) Anna Burghardt

Die Klinge fährt nahe dem Herzen ins Lederetui zurück. David Wolkerstorfer führt sein am Hals baumelndes Minimesser vor, das er für den Alltag ersonnen hat. Zum Schneiden von Äpfeln, Blumen, Dinosauriern, oder was eben sonst gerade zerkleinert werden muss, so der Mühlviertler. Die Mini-Integralmesser „Neck-Knife" hat er nicht geschmiedet, sondern im Schleudergussverfahren hergestellt, und zwar aus Bronze, einem Material, das deutlich weicher ist als Stahl. Die Rohstoffe für diese Legierung bezieht David Wolkerstorfer aus verschiedenen Quellen: Sein Kupfer fällt als Abfall in einer Dachdeckerei an, und sein Zinn, eigentlich ein teures Material, hatte ein dunkles Vorleben als Zinnkrugscheußlichkeit, das erste Date mit Wolkerstorfer fand auf einem Flohmarkt statt. Das Dasein als Materialscout kommentiert der Schmied so: „Es ist eine Sucht, ich kann ja nirgends hin, ohne alles einzusammeln. Aus Schottland habe ich zum Beispiel Dauben von Whiskyfässern mitgebracht, die ich zu Messergriffen verarbeitet habe." Ein auffallend schmales Steakmesser wiederum, das er dem Chef des nahen Lokals Fernruf7 beim Mühltalhof, Helmut Rachinger, zur Einweihung geschenkt habe, bestehe aus der Feder von dessen altem Feuerwehrauto; dieses sollte wegen Umtypisierung leichter werden – Feder raus, Wolkerstorfer zur Stelle, Stahl für Steakmesser gesichert.

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