Internationaler Tag des Bieres: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s

breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Lokaler Geschmack

Bis vor hundert Jahren hatte noch jeder größere Ort seine eigene Brauerei, eine Stadt gleich mehrere. Bier war eine lokale Spezialität, die überall etwas anders schmeckte. Das änderte sich in den Wirtschaftswunderzeiten. Damals setzte auf der ganzen Welt ein Konzentrationsprozess am Biermarkt statt.

(c) Getty Images (Hulton Archive)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Fusion

Aus vielen verschiedenen Sorten wurde ein Geschmack. Ein Beispiel: In Österreich wurden Puntigamer, Reininghaus und Gösser 1977 zur Steirerbrau fusioniert, die 1998 mit der Brau AG zur Brau Union Österreich zusammenschmolz, die wiederum ab 2003 schrittweise in den holländischen Biermulti Heineken eingegliedert wurde, den drittgrößten Bierkonzern der Welt.

(c) Getty Images (Topical Press Agency)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Vielfalt

Nach der jahrzehntelangen Konzentration kehrt in Österreich (wie in vielen anderen Ländern) in den vergangenen Jahren die Biervielfalt aber wieder zurück. Durch den Craft-Beer-Hype verbreiten sich Mikrobrauereien wie der Wind. Dieser Trend zeichnet sich schon länger ab. Die Anzahl der Brauereien in Österreich ist 2018 gegenüber 2017 wieder gestiegen. Insgesamt wurden im Vorjahr in 298 österreichischen Braustätten weit mehr als 1000 verschiedene Biere gebraut.

(c) Getty Images (Scott Olson)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Craft Beer

Die Bezeichnung "Craft Beer" soll den handwerklichen Prozess des Brauens betonen und eine bewusste Abgrenzung zu den im industriellen Maßstab gefertigten Bieren zeigen. Bis in die 1970er-Jahre war das Bierbrauen in den USA ausschließlich Großbrauereien vorbehalten. Erst mit der liberaleren Vergabe von Braulizenzen konnten sich sogenannte "Micro Breweries" etablieren, die heute Biere brauen, die von Kennern geschätzt werden. In Deutschland hat es dieser Trend schwer.

(c) Getty Images (Joe Raedle)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s

Nach dem Reinheitsgebot von 1516 darf Bier in Deutschland - anders als in Österreich - bekanntlich nur aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden. So stolz Bayern auf diese Tradition auch ist, die UNESCO konnten sie bisher noch nicht überzeugen. Keine zwei Jahre, nachdem deutsche Brauer mit ihrem Antrag, das Reinheitsgebot als immaterielles Kulturerbe anerkennen zu lassen, gescheitert sind, wurde die Bierkultur in Belgien im Jahr 2016 in eben dieses Verzeichnis des Kulturerbes aufgenommen.

(c) Getty Images (Evening Standard)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Historie

Bierbrauen war über Jahrhunderte übrigens Angelegenheit der Frauen. Neben der Führung des Haushalts und der Küche waren sie auch fürs Brauen zuständig. Nicht selten gehörte ein Braukessel zur Mitgift. Nach dem Brauen luden Frauen ihre Nachbarinnen zum Bierkränzchen ein, schreibt der Verband der Brauereien Österreichs.

(c) Getty Images (Reinhold Thiele)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Hildegard von Bingen

Die erste wissenschaftliche Abhandlung über die Wirkung von Hopfen im Bier stammt von einer Frau: der Benediktiner-Äbtissin, Ärztin und Naturforscherin Hildegard von Bingen. „Und schlussendlich ist auch die ‚Seele des Bieres‘, der Hopfen, weiblich. Denn für die Bierherstellung werden nur die weiblichen Hopfenpflanzen verwendet“, erklärt Brauereiverbands-Geschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum.

(c) imago/Jochen Tack (imago stock&people)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Weibliche Hopfenpflanze

Weiblich ist das Thema mehr denn je. Immer mehr Frauen in Österreich trinken gerne Bier. Vier von fünf nannten es als ihr Lieblingsgetränk. 30 Prozent der Frauen sagten, dass sie mehrmals pro Woche Bier trinken, wie eine repräsentative Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Market im Auftrag des Brauereiverbands unter 1000 Österreichern und Österreicherinnen im März ergab.

Imago
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Biersommelier-WM

Ende September findet die 6. Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier im italienischen Rimini statt. Das zehnköpfige österreichische Nationalteam hofft auf eine gute Platzierung. 

(c) REUTERS (Francois Lenoir)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Profibiertrinken

Mit mehr als 1400 Biersommeliers, ca. 400 Diplom-Biersommeliers und knapp 1000 Bier-Jungsommeliers verfügt Österreich über das größte Bier-Wissen weltweit. Und dabei sticht der hohe Frauenanteil mit insgesamt 41 Prozent hervor, bei den Bier-Jungsommeliers sind sogar 80 Prozent der Absolventinnen weiblich.

(c) imago images / Photocase (via www.imago-images.de)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Verbrauch

Herr und Frau Österreicher haben im Jahr 2018 durchschnittlich 104 Liter Bier getrunken, alkoholfreie Sorten mit eingerechnet waren es 107 Liter. Dies bedeutet im weltweiten Vergleich Platz zwei hinter Tschechien.

Imago