Prost! Die Weltmeisterschaft der Bier-Sommeliers

50 Experten stellen sich in Salzburg am Wochenende der Jury. 150 verschiedene Bier-Stile erkennt der Fachmann, und zwar blind.

Symbolbild
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Bier-Sommeliers küren am Wochenende in Salzburg den Weltmeister – (c) APA/HANS KLAUS TECHT (Hans Klaus Techt)

In der Welt des Weines weit verbreitet, der breiten Masse der Biertrinker möglicherweise noch kein Begriff: der Sommelier. Die "Creme de la creme" der noch jungen Zunft der Bier-Sommeliers trifft sich dieses Wochenende in Anif bei Salzburg, um zum zweiten Mal aus ihren Reihen den Weltmeister zu küren. Rund 50 Experten des Gerstensaftes stellen sich der gestrengen Jury.

Eine Titelverteidigung wird es nicht geben, denn der erste Weltmeister aus dem Jahr 2009, der Mühlviertler Wirt Karl Schiffner, sitzt heuer auf der anderen Seite des Wertungsrichter-Tisches. Im Gespräch schilderte er, welch harte Hürden auf dem Weg zur Krone überwunden werden müssen: Da gibt es zunächst einen schriftlichen Test, bei dem die Kandidaten ihr Wissen von Zutaten über Herstellung bis hin zu Verwendungsmöglichkeiten unter Beweis stellen müssen.

Und wer glaubt, dass mit Märzen, Pils, Weizen, Bock und Export schon die verschiedenen Bierstile aufgezählt hat, der irrt gewaltig: 150 verschiedene Stile kennt der Fachmann, so der Bier-Wirt aus Aigen-Schlägl. Er musste bei seinem Titelgewinn 20 Bierstile aus der ganzen Welt richtig zuordnen. Dies erfolgt in einem Blindtest, zu dem die Sommeliers nach bestandener schriftlicher Prüfung antreten. Es folgt eine Zwischenrunde, ehe die sechs besten ins Finale aufsteigen, wo unter anderem auch verschiedene Biere präsentiert werden müssen.

Auge - Nase - Mund

Aber wie geht der echte Experte zur Sache? "Zunächst wird die Farbe und der Zustand begutachtet", also wie dickflüssig das Bräu ist, der Schaum und der Kohlensäure-Anteil analysiert. Schon anhand der Farbe könne man die Bierstile stark einschränken, denn ein Red Ale zum Beispiel müsse nun einmal rot sein. Den Augen folgt die Nase, die die verschiedenen Aromen feststellen soll. Ein fruchtiges Aroma etwa könnte auf ein obergäriges Bier hindeuten. Auch über die Art des Hopfens kann der Geruch viel verraten. Beim Geschmack schließlich muss der gesamte Bogen vom "Entree bis zum Schlucken" gespannt werden - anders als beim Wein, wo der letzte Teil auch weggelassen werden darf.

13 Bier-Profis aus Österreich

Rund 500 Biersommeliers gibt es derzeit weltweit, wobei die Zahl laut Schiffner stark im Wachsen ist. In Salzburg werden 13 Profis aus Österreich antreten, fünf aus Brasilien, 23 aus Deutschland, je vier aus Italien und der Schweiz sowie einer aus Tschechien. Wenn die Teilnehmerriege stark Mitteleuropa-lastig ist, dann liege dies vor allem an der langen Anreise, so Schiffner. Denn Bier-Sommeliers gebe es sehr wohl auch auf den anderen Kontinenten.

www.biersommeliers.de

(APA)

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