Erich Stekovics: seine Paradeiserpflanzen im Supermarkt

breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Wer die Johannisbeerparadeiser, die diese Vorspeise von Josef Floh zieren, selbst ernten will, sollte eines nicht tun: gießen.Anna Burghardt
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Denn da ist Erich Stekovics streng. Er ist der einzige Paradeiserzüchter Österreichs, mit bekanntermaßen mehr als 3.000 Sorten, der nicht gießt. Das predigt und predigt und predigt er allen, die seine Felder im burgenländischen Frauenkirchen besuchen.Anna Burghardt
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Stekovics möchte keine Weicheier heranziehen (diese Eiertomatensorte gibt es selbst bei ihm nicht), sondern widerstandsfähige Pflanzen, die lang halten, und setzt sie daher während der Aufzucht zwei Nahtoderfahrungen aus: Einmal holt er sie aus dem nur durch Sonne beheizten Folienhaus und lässt sie fast erfrieren, einmal lässt er sie fast verdursten. Nahtoderfahrung scheint eines von Stekovics Lieblingswörtern zu sein, kein Wunder, er hat früher als Theologe gearbeitet und ist erst durch die Erfahrungen mit Krebskranken zum Gemüsebauern geworden.Anna Burghardt
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Die Pflanzen lernen bei ihm "schon von ihrer Großmutter", dass sie kein Wasser bekommen, außer eben, wenn es regnet, und dass sie daher selbst schauen müssen, wie sie zurechtkommen. Die Paradeiser tun dies, indem sie besonders lange Wurzeln bilden. Warum sie auch besonders viel Erde brauchen.Anna Burghardt
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Nicht gießen (außer einmal beim Aussetzen) und viel Erde geben, das gilt auch für die mehr als 300 Basilikumsorten, die Erich Stekovics anbaut. Wer die Regeln befolgt, soll mit besonders reicher Ernte belohnt werden, sagt der Gemüsebauer.Anna Burghardt
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Ab sofort gibt es die Paradeiserraritäten auch im Supermarkt zu kaufen - solange der Vorrat reicht. Für den Gemüsebauern war das eine Aktion in völlig neuen logistischen Dimensionen. Stekovics hat 6 Sorten ausgesucht: Gelbe Johannisbeere, Barbaniaka, Black Cherry, Goldita, Weiß Abreifende und Grüne Traube. Bei Spar, Zweierpack um 7,99 Euro.
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Erich Stekovics, Julia Kospach: Atlas der erlesenen Paradeiser, Loewenzahn Verlag, 59,90 Euro.
Kommentar zu Artikel:

Paradeiser-Raritäten von Stekovics im Supermarkt

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.