Neue Restaurants und alte Köche

Mit Petz, Brugger und Kim haben sich 2015 ein paar "alte Hasen" zurückgemeldet. Ein Überblick über die Lokaleröffnungen des Jahres.

(c) Clemens Fabry

Es war nicht gerade ein schlechtes Jahr, was Neueröffnungen in der heimischen Gastronomie anbelangt. Ein Überblick im Schnelldurchlauf.

Gleich den Anfang machte – endlich – Christian Petz, der sich Anfang Jänner mit dem Petz im Gußhaus im vierten Bezirk (Gußhausstraße 23) den Traum vom eigenen Wirtshaus erfüllte und dort nicht nur Innereien huldigt. Die Wiener danken es ihm.

Sohyi Kim war zwar nie weg – immerhin hat sie u. a. im Merkur am Hohen Markt gekocht und tut es nach wie vor. Sie ist trotzdem irgendwie zurückgekommen, indem sie im September ein eigenes kleines Restaurant in der Währinger Straße 46 eröffnet hat.

Wini Brugger hat sich im Dezember mit einem asiatischen Heurigen, bzw. einem japanisches Yakitori-Lokal, in der Josefstadt zurückgemeldet. Im Winisan (Lange Gasse 34), in einer fast 400 Jahre alten Backstube, kredenzt er gebackene Hühnerspieße, Hot Pots, Gemüse im Tempurateig oder Besoffene Tiger-Garnelen on fire.

Wiederbelebt wurde auch die Kuchlmasterei im dritten Bezirk (Obere Weißgerberstraße 6), die nach Niky Kulmers Tod im Jahr 2011 geschlossen war. Der in den 1970er-Jahren eröffnete pompöser Gourmettempel wurde (zumindest ein bisschen) vom Protz befreit, in der Küche steht der Italiener Gonzalo Luzarraga, der einst bei Ducasse kochte und auch hier einen „Michelin“-Stern erkochen will.

Apropos „Michelin“-Stern: Nicht, dass wir hierzulande nicht auch einige Anwärter hätten, aber der deutsche Sternekoch Juan Amador hat 2015 zumindest angekündigt, in Wien danach zu streben. Aus dem Fine-Dining-Restaurant im einstigen Cabaret Renz wurde dann doch nichts. Seine Pläne in Wien zu kochen blieben aber aufrecht. Im Dezember verkündete er, in Fritz Wieningers Winzerei in der Grinzinger Straße 86 einzuziehen – mit einem Wirtshaus inklusive Greißlerei. Mitte März dürfte es so weit sein.

Einfach da war im Mai plötzlich das kleine Punks in der Josefstadt. Der einstige Silent Cook aus der gleichnamigen TV-Serie, Patrick Müller, ist in eine leer stehende Spelunke eingezogen, hat diese kaum adaptiert und kocht dort einfach und ohne viel Aufsehen darum zu machen. Dafür umso besser. In dem kleinen Minilokal (in dem nicht reserviert werden kann) werden, je nachdem, was der Markt eben hergibt, zehn kleine Gerichte gekocht, die es in sich haben.

Was sonst noch war: Simon Xie Ho hat nach seinem On, dem On Market und der China Bar nun im Sommer am unteren Ende des Naschmarkts die China Bar an der Wien eröffnet, in der feurige Sichuan-Küche gekocht wird.

In der Innenstadt hat der japanische Dirigent Joji Hattori mit dem Shiki einen edlen und gut funktionierenden Luxus-Japaner eröffnet. Konstantin Filippou betreibt nun mit seinem O Boufés ein kleines Zweitlokal in der Dominikanerbastei, beziehungsweise ein Filippou-Bistro mit Orange-Wine-Begleitung (siehe oben). Im 19. Bezirk kann jetzt im Melrose (Grinzinger Straße 1) auch gut kalifornisch gegessen werden. In das einstige Österreicher im MAK ist erst vor wenigen Wochen der deutsche Koch Tim Mälzer eingezogen. Das Lokal heißt nun Salonplafond im MAK und wird erst seit Kurzem im Vollbetrieb (sprich inklusive Abendkarte) betrieben. Ebenfalls erst im Dezember hat der israelische Koch Eyal Shani im einstigen Dom Beisl ein Lokal seiner Pita-Kette Miznon eröffnet. Weiters empfohlen sei hier noch das Es gibt Reis in der Piaristengasse 15, Karma Ramen auf der Rechten Wienzeile 2A und die Rundbar genannte R&Bar in der Lindengasse 1.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.12.2015)

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