Testessen: "Progressive Indian Cuisine" im In-Dish

Burger, Sushi und Cheesecake auf Indisch. Sufian Ahmed verwirklicht in der Schwarzenbergstraße seine Vision von "Progressive Indian Cuisine".

(c) die Presse (Carolina Frank)

„Das Essen hat uns sehr gut geschmeckt, da es mit gutem indischen Geschmack war, aber nicht so scharf. Das Lokal mit dem modernen Design gefällt uns gut. Ein paar Pflanzen würden wir noch dazustellen. Die Chefs und das Personal sind sehr freundlich und bemüht um den Gast.“ Gleich nach der Eröffnung des In-Dish am Valentinstag mühen sich die ersten österreichischen Gäste als Facebook-Restaurantkritiker ab. Und ganz falsch liegen sie nicht: Der Chef ist tatsächlich überaus freundlich. Pflanzen sind Mangelware. Und das Essen mit dem „guten indischen Geschmack“ war wirklich nicht so scharf.

(c) die Presse (Carolina Frank)

Sufian Ahmed stammt aus einer Gastronomenfamilie aus Zell am See, die dort den italienisch-indischen Restauranthybrid Antonio’s Basmati geführt hat. (Dessen Leistung lässt einen User aus der Ferne „Vorschuss Lohrbeeren“ (sic!) für das In-Dish verkünden.) Sufian Ahmed studierte unter anderem in New York, verliebte sich nach eigenen Aussagen in Wien und verwirklicht nun in der Schwarzenbergstraße seine Vision von „Progressive Indian Cuisine“. Diese sieht einerseits schwarzes Pseudoschiefergeschirr und Vintage-Filmplakate an den Wänden vor, andererseits eine für hiesige indische Lokale etwas andere Optik und eine ordentliche Portion Fusion auf den Tellern. Als Amuse-Gueule kommt um 1,50 Euro ein winziges Stahlkännchen mit salzig-süßem Joghurtlassi, darauf platziert eine mit Erdäpfel-Granatapfel-Masse gefüllte Knusperteig-Hohlkugel namens Gol Gappa.

Bei den Vorspeisen warten etwa unter dem Motto „Italy meets India“ Masala Arancini, eine logische Version der italienischen Restlverwertungskroketten, hier mit Safranreis und Kalbsfaschiertem (sieben Euro). Die deftigen Onion Bhaji, Kichererbsen-Zwiebel-Puffer mit Minzsauce (fünf Euro), sorgen für gute Laune, ebenso wie das Butter Chicken mit seiner mild-samtigen Sauce (16 Euro). Das Butter Chicken bietet man, Stichwort Progressive, auch in einer Burger-Version an. „Als der Inder sich in den Gassen von Tokio verlief“ nennt sich eine Sushi-Rolle mit Biryani Masala, und auch bei den Desserts kommt man der Fusionslust nicht aus. Da gibt es etwa ein Rosen-Chai-Tiramisu (sechs Euro) oder einen Gulab Jamun Cheesecake (fünf Euro), eine nicht unwitzige Idee, die auch in der Umsetzung gelingt: Unter einer kardamomschwangeren, nicht zu süßen Frischkäsemasse warten rosensirupgetränkte Grießbällchen. Auch hier: „guter indischer Geschmack“.

Info

In-Dish, Schwarzenbergstraße 8, 1010 Wien. Tel.: +43/(0)1/941 28 01, Restaurant: Mo–Sa: 11–14.30, 17–22  Uhr.

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Testessen: "Progressive Indian Cuisine" im In-Dish

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.