Testessen: Das Kimchi

Koreanische Hausmannskost: Kimchi-Pancake, Mandu-Teigtaschen, Gangjeong Chicken und Kimbap-Rolle. Bleibt nur die Frage: Wie isst man eigentlich Bibimbap?

(c) die Presse (Carolina Frank)

Die Olympischen Spiele sind zwar vorbei, unser Onlinequiz zur koreanischen Küche finden Sie hier. Wer dort alle Fragen, etwa zu koreanischen Hochzeitslisten, halb toten Oktopussen oder der einzig wahren Art, Bibimbap zu essen, richtig beantworten kann, dürfte ein wirklicher Kenner sein – leicht haben wir es Ihnen nicht gemacht. Das Kimchi in der Marxergasse (eigentlich müsste man seit der Neueröffnung sagen: das „Das Kimchi“, ist doch der Artikel im Namen dazugekommen) stellt zumindest letztere Frage ebenfalls: „Sie wissen, wie man das isst?“, erkundigt sich die junge Kellnerin mit einer Strenge, die darauf schließen lässt, dass man von Nichtkoreanern in Sachen Bibimbap-Verzehr so einiges gewohnt ist. Das „Ja, danke“ lässt sie kurz irritiert blicken, sie lässt es aber dabei bewenden (vielleicht wird man heimlich beobachtet, zwischen Tisch und Schank war jedenfalls ein Schlitz zum Spechteln). Bibimbap essen heißt zuerst einmal energisch umrühren: Das in einem heißen Steintopf servierte Gericht aus Reis und darauf platziertem diversen Zubehör, etwa dünn geschnittenem Rindfleisch, Karotten, Sojasprossen oder Shiitakepilzstreifen ist nicht als Trennkost vorgesehen.

(c) die Presse (Carolina Frank)

An der Ecke Marxergasse/Seidlgasse im dritten Bezirk war zwar schon jahrelang ein koreanisches Lokal, mit Ende 2017 wurde es unter der Führung von Akakiko-Chefin Mi-Ja Chun, gebürtiger Koreanerin, mit optischem Upgrade wiedereröffnet. Dank bunter hängender Stoffbahnen wirkt das gut besuchte Lokal trotz weißer Neonschriftzeichen auf betont kahler Wand und viel Stein nicht ungemütlich. Die Köche kommen laut eigener Aussage alle aus Korea. Der Kimchi-Pancake könnte nicht besser gelingen, aromatisch und haptisch eine Wucht, man will nicht aufhören (6,90 Euro). Alles andere als langweilig sind die flachen gebratenen Teigtäschchen namens Mandu (4,90 Euro), typisch klebrig-würzig und mit gerösteten Erdnüssen ummantelt kommt das Gangjeong Chicken auf den Tisch (6,90 Euro). Für Koreaner normal, für europäische Gaumen allerdings doch gewöhnungsbedürftig süß ist der Lachs in Ssamjang-Sauce, der mit Kimchi, Gemüse und Reis serviert wird. Typisch koreanisches Streetfood ist die Kimbap-Rolle, unter anderem mit Bulgogi-Rindfleisch und gekochtem Spinat in der Fülle. Dass sie, aus Reis und Noriblättern geformt, japanischen Maki zum Verwechseln ähnlich sieht, sagt man in Korea übrigens lieber nicht allzu laut.

Info

Das Kimchi, Marxergasse 15, 1030 Wien, Tel.: +43/(0)1/713 37 34, Restaurant: Di–So: 11–15, 18–23 Uhr.

 

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Testessen: Das Kimchi

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.