Weinabos zum Verschenken

Flaschen im Abonnement: mit Champagnerraritäten, spannenden Naturweinen oder fast ausgestorbenen Rebsorten. Kuratiert und verschickt.

Wein demokratisieren. Philipp Geymüller und Bernhard Moss schufen die Abothek.
Wein demokratisieren. Philipp Geymüller und Bernhard Moss schufen die Abothek.
Wein demokratisieren. Philipp Geymüller und Bernhard Moss schufen die Abothek. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sie wollen ihre Kunden auf eine Reise schicken: zu nahezu unbekannten österreichischen Weingütern, in Mikroregionen, zu Reb­sorten, die fast verschwunden sind. Lucia Laggner und Philipp Grein haben G’schickter Wein gegründet und stellen neben thematisch kuratierten Paketen, etwa zum Altweibersommer, auch Weinabonnements zusammen. Jeden Monat kommt per Post ein Überraschungsweingut in Form von drei oder sechs Flaschen und ausführlichen Notizen zu Winzer, Region und Wein (für 42 beziehungsweise 78 Euro, Versand inklusive) zu den Kunden nach Hause.

„Wir wollen über diese Überraschungspakete Leute zu heimischen Raritäten locken“, sagt Lucia Laggner. Ihr Hauptinteresse liegt ausdrücklich auf autochthonen Rebsorten, etwa Rösler, Grünem Sylvaner oder Rivaner. Lucia Laggner ist eigentlich Musikwissenschaftlerin, Philipp Grein Illustrator, Künstler; Weinfreaks und Steirer sind sie beide. 95 Prozent der Weingüter im Portfolio von G’schickter Wein arbeiten biologisch oder sind in der Umstellung. Im Vorfeld der Firmengründung sind Grein und Laggner viel durch Österreich gereist, haben sich durchgefragt, sind von einem kleinen Weingut ans nächste vermittelt worden, nach dem Prinzip „Freunde von Freunden“.

„Die Vorbereitungszeit dauerte allein ein halbes Jahr“, erzählt Lucia Laggner. Im Abo von G’schickter Wein machen die Kunden nun etwa die Bekanntschaft mit Weinen von Michael Opitz aus dem Seewinkel oder von Josef und Philipp Bründlmayer aus dem Kremstal. Außerdem bietet die Onlinevinothek im echten Leben Weinverkostungen an besonderen Locations in ganz Österreich an: Jeweils 25 Tickets für den "Weinsalon" sind dafür zu haben, sie sind ebenfalls online zu bestellen.

Saisonen. Die Pakete von Wein Wagner kommen viermal im Jahr.
Saisonen. Die Pakete von Wein Wagner kommen viermal im Jahr.
Saisonen. Die Pakete von Wein Wagner kommen viermal im Jahr. – (c) Beigestellt

Vertrauen in den Weinhändler. Auch Leo Kiem hat Weinabonnements im Programm – Schwerpunkt seines Labels Agora Vino sind biodynamische Weine und Naturweine. Die monatlichen Wein-Abos seien aufgrund von gestiegener Nachfrage seitens der Kunden entstanden. Das Probierpaket (39 Euro) enthält einen bis drei Weine, das Überraschungspaket um 109 Euro pro Monat (jeweils zuzüglich Versand) wird mit mehreren besonders außergewöhnlichen Weinen, Spirituosen und Schaumweinen geschnürt.

Prickelnd. Ausgefallenen Champagner bietet Bérénice Schwaiger im „Aux Bulles“-Abo an.
Prickelnd. Ausgefallenen Champagner bietet Bérénice Schwaiger im „Aux Bulles“-Abo an.
Prickelnd. Ausgefallenen Champagner bietet Bérénice Schwaiger im „Aux Bulles“-Abo an. – (c) Beigestellt

Um Schaumweine, vielmehr ausschließlich Champagner, geht es der Französin Bérénice Schwaiger. Sie vertreibt unter dem Label Aux Bulles Champagner, die in Österreich kaum zu bekommen sind, und bietet auch Champagner-Abos an: sechsmal im Jahr je zwei Flaschen (79 Euro bzw. 119 Euro für das Prestige-Abo mit besonderen Raritäten). Das Wein-Abo von Eveline Eselböck, die sich schon seit vielen Jahren Naturweinen widmet, enthält ausschließlich Weine, die möglichst ohne Eingriffe entstehen; Eselböcks Weinselektion ist zu hundert Prozent biologisch. Das Eslonauten-Abo sieht vier Pakete pro Jahr vor, mit je sechs Weinen, die auf die Jahreszeit abgestimmt sind. Außerdem erhalten Paketkunden einen Rabatt von 20 Prozent auf alle zusätzlichen Produkte in Eselböcks Weinshop.

Naturweinfokus. Eveline Eselböck setzt schon lang auf das Prinzip Wein-Abo.
Naturweinfokus. Eveline Eselböck setzt schon lang auf das Prinzip Wein-Abo.
Naturweinfokus. Eveline Eselböck setzt schon lang auf das Prinzip Wein-Abo. – (c) Beigestellt

Kuratoren. Die Weinwelt demokratisieren wollen indes die beiden Männer der Abothek: Bernhard Moss und Philipp Geymüller haben vor zwei Jahren ihr Wein­abosystem auf die Beine gestellt. Moss, Werber, und Geymüller, Wirtschaftswissenschaftler, verschicken ihre ausgewählten Weine in grafisch pastellig gestalteten Pakete, samt künstlerisch gestalteten "Beipackzetteln". Die kreativen Weinhändler sehen sich als Kuratoren, Wegweiser und somit Demokratisierer inmitten eines überbordenden weltweiten Weinangebots. Das Angebot ist übersichtlich: Monatlich kommen drei Weine um 33 Euro, Versand inklusive.

Tipp

G’schickter Wein: Wein-Abo, v. a. mit autochthonen heimischen Rebsorten, drei oder sechs Flaschen, 42 bzw. 78 Euro inkl. Versand. gschickterwein.at

Agora Vino: Wein-Abo mit Schwerpunkt Naturwein, ab 39 Euro inkl. Versand, agoravino.com/weinabo

Abothek: monatliche Pakete mit jeweils drei Flaschen um 33 Euro, abothek.at

Aux Bulles: rare Champagner im Doppelpack um 79 bzw. 119 Euro inkl. Versand, auxbulles.at/abo

Wagner Weinabo: 85 Euro pro Box (fünf Weine, ein Alimentari), viermal im Jahr, wagners-weinshop.com/news/wein-abo

Eselböcks Weinselektion: Eslonauten-Abo mit Naturweinen um 60 bis 90 Euro pro Paket, viermal im Jahr, www.eselboecksweinselektion.com

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