Testessen: Che bella figura im Pastamara im Ritz-Carlton

Das Lokal in der großen, tiefergelegten Lobby des Luxushotels wurde als ganztägiges Lokal mit Aperitivo-Schwerpunkt konzipiert, mit Bar- und Restaurantbereich.

(c) Klaus Lorke/ No Limit Fotodesign

Sobald der Wagen einmal auf der Straße ist, parkt er nicht so schnell wieder ein", so der junge, weiß livrierte Negronimeister auf die Frage, wie viele Tische er pro Abend anfährt. Heimlicher oder auch nicht so heimlicher Star des Pastamara im Ritz-Carlton am Schubertring ist der Negroniwagen, ein camparirotes Gefährt, das rauchigen Whisky und Rum für diverse Negronivariationen ebenso transportiert wie Orangenschalenessenz, schmelzresistente XL-Eiswürfel und fassgereiften Campari als Basis ("Negroni-Ritual" um 19Euro).

Das Lokal in der großen, tiefergelegten Lobby des Luxushotels wurde als ganztägiges Lokal mit Aperitivo-Schwerpunkt konzipiert, mit Bar- und Restaurantbereich. Der kulinarische Input kommt vom sizilianischen Sternekoch Ciccio Sultano, für die Ausführung verantwortlich ist der junge Nicola Zamperetti. Von 8 bis 13 Uhr gibt es Frühstück, etwa Brioche mit Zitronen-Granita oder pochierte Eier mit Caciocavallo und Paradeissauce. Ab 12 Uhr fährt man Antipasti, Panini, Pasta und Secondi auf: etwa einen Klecks von oktopusumarmter Caponata, für die man das nicht eben hübsche, aber köstliche Wort Seidenfettschmelz erfinden darf. Weiters im Programm: glücklich machender panierter Ragusano, der sizilianische Brühkäse (wirklich wie scheußlich das Deutsche klingen kann!), ein Wolfsbarsch-Tatar mit dem erprobten Antiwinterdepressivum Fenchel-Orangen-Salat (jeweils 12 Euro) und ein grob gehacktes Beef Tatar mit Carbonaraschaum.

 Der kulinarische Input kommt vom sizilianischen Sternekoch Ciccio Sultano.
 Der kulinarische Input kommt vom sizilianischen Sternekoch Ciccio Sultano.
Der kulinarische Input kommt vom sizilianischen Sternekoch Ciccio Sultano. – (c) Klaus Lorke/ No Limit Fotodesign

Die Panini füllt man etwa mit Makrele, Zwiebeln und Tapenadenmayonnaise (ab 12 Euro), bei der Pasta empfehlen sich die Ricotta-Ravioli mit Lammragout und dem Käse Tuma Persa, aufgefrischt mit Erbsenschoten und -sprossen. Nicht versäumen darf man die Arancini bei den Aperitivo-Snacks: zwei perfekte gebackene Safranreisbällchen um 5 Euro. Großartig: die dicke, in geriebenen Mandeln und Pistazien panierte Tranche vom Schwertfisch, die Schnittseiten mit dem gerade nicht mehr blutigen Inneren aufreizend selbstbewusst präsentiert; dazu: geröstete Zwiebelhälften, gefüllt mit Rotweinessig-würziger Salsa Ghiotta (26Euro).

Alles Gerichte, die mit einem souverän-weltgewandten Akzent, aber in warmherziger, unaffektierter Tonlage Italienisch sprechen. Für die fantastische Weinkarte, die Preziosen aus allen Winkeln Italiens listet, ist Sindy Kretschmar verantwortlich. Direkt originell der prohibitive Teepreis: Kamille und Co. kommen auf je 8 Euro. Grazie für diesen Wien-Zuwachs.

Pastamara im Ritz-Carlton

Schubertring 5 7, 1010 Wien, Tel.: +43/(0)1/311 88, täglich ab 8 Uhr, Küche bis 22 Uhr.

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