Das Meer im steirischen Gewölbe: Das neue Saziani-Zweitlokal

Harald Irka frittiert jetzt auch Ährenfische. Im Saziani G'wölb geht es ausschließlich um Fisch und Meeresfrüchte.

Es gibt hier, bis auf die Desserts, ausschließlich Fisch und Meeresfrüchte zu essen.
Es gibt hier, bis auf die Desserts, ausschließlich Fisch und Meeresfrüchte zu essen.
Es gibt hier, bis auf die Desserts, ausschließlich Fisch und Meeresfrüchte zu essen. – Beigestellt

Das Saziani G’wölb in Straden ist nicht das erste Zweitlokal, das im selben Haus wie ein vielfach prämiertes Restaurant zu finden ist: Taubenkobel-Greißlerei, Steirereck-Meierei oder Döllerer-Wirtshaus sind nur einige Beispiele für die unternehmerische Taktik, Küchenressourcen zu nützen und neue Gästeschichten zu erschließen. Das Fernruf7 beim Mühltalhof ist eine andere Geschichte, dort lebt der Seniorchef den Traum vieler ausgelaugter Küchenchefs vor: ein kleines So-wie-ich-will-Lokal, knappe Öffnungszeiten.

Der jüngste Zuwachs in der Riege der Zweitlokale wurde von Anna und Albert Neumeister sowie Küchenchef Harald Irka kürzlich neben den Saziani Stub’n (in allen Gastroführern eines der Toplokale Österreichs) offiziell eröffnet: das Saziani G’wölb im linken Trakt des Hauses, im – in seiner Ursprungsform – wohl schönsten Speisesaal des Landes. Einst wurde dieser von Architekt Andreas Burghardt* gestaltet, mittlerweile hat man ihn mit Farbe an den Wänden etwas umgemodelt. Die Idee hinter dem blauen Gewölbe und der blau-weiß gestreiften Wand: das Meer zu symbolisieren, das die Speisekarte des Saziani G’wölb bestimmt.

Beigestellt

Es gibt hier, bis auf die Desserts, ausschließlich Fisch und Meeresfrüchte zu essen. Zu verdanken ist das dem Grazer Fischhändler Günther Pichler, der zweimal wöchentlich auf dem Heimweg vom Triestiner Fischmarkt in Straden vorbeifährt. Preislich bewegt man sich zwischen sechs und 24 Euro, man kann à la carte essen oder ein Menü bestellen (drei bis fünf Gänge um 39 bis 59 Euro). Harald Irkas intuitives Gespür für Aromen macht sich etwa bei den Messermuscheln in Escabeche bemerkbar: Vom betörenden säuerlichen Sud mit Karottenessig, Karottensaft, Paprika und Lorbeeröl geht kein Tropfen zurück an die Küche. Seidige Sardinenfilets, belegt mit eingesalzener Grapefruitschale, ziehen in warmem Basilikumöl, die Skelette kommen frittiert zu Tisch, weiters gibt’s ein Langosch.

Idealer Wein dazu: der „Sauvignon Blanc Ried Klausen 2014“ aus dem hauseigenen Weingut. Rote Garnelen schlichtet Irka mit rotem Chicorée, Avocado und Thaibasilikum, dazu eine Krustentiermayonnaise – das sitzt. Schon leicht angetrocknet der Krustentier-Raviolo mit Estragonpüree (die Küche richtet ihre Aufmerksamkeit eben auch auf das Drei-Hauben-Menü), umso runder der Pulpo mit Erdäpfelpüree, Schnittlauch und Kernöl. Pflicht: Platz lassen für das erstklassige Zweitlokal-Tiramisu. 

Saziani G’wölb

Saziani Weg 42, 8345 Straden, Tel.: +43/(0)3473/86 51, Restaurant: Di–Sa: 18–22, Sa auch 12–14 Uhr. www.neumeister.cc

*Transparenz-Hinweis: Die Autorin ist mit dem Architekten verwandt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2019)

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