Unter 20 Euro im Escobar

Das einstige Republic Café in Salzburg ist mit dem Escobar (noch) mexikanisch. Ganz nett und durchaus abendtauglich. Und mit allem, was das Hipsterherz begehrt, von langen Tafeln bis zu Bowls.

Escobar
Escobar
Escobar – (c) Clemens Fabry

Die meisten Salzburger haben wahrscheinlich schon vergessen, wie es im früheren Republic Café einst aussah. Mit dem Escobar ist ein echtes Umstyling gelungen – mit allem, was das Hipsterherz begehrt. Da leuchtet ein Zitat eines mexikanischen Freiheitskämpfers von der Wand, ein goldfarbener Hau-den-Lukas steht daneben. Weil ja gerade Sharing angesagt ist, gibt es lange Tafeln, von der Decke hängen nackte Glühbirnen und im Hintergrund plätschert zu Mittag Loungemusik. Am originellsten sind noch die kitschigen geblümten Plastiktischdecken samt Hockern, die tatsächlich etwas Mexikofeeling aufkommen lassen. Oder doch Kalifornien? Egal.

Das Soulkitchen-Imperium (Raschhofer, Indigo) will mit dem Escobar unter dem Titel „La Republica de Mexifornia“ noch vor Donald Trumps Mauerbau die Mauern niederreißen. Auf der Karte spiegelt sich das insofern wider, als es neben Nachos (4,90 Euro) oder Burritos (ab 9,90 Euro) auch Waffeln gibt, etwa mit Rosmarin, Meersalz und Erdnusskaramel – flaumig und geschmacklich durchaus überzeugend (4,90 Euro). Die vegetarische Quesadilla Jardin ist gut gewürzt, frisch und leicht, obwohl die warmen Gurkenstücke gewöhnungsbedürftig sind (9,90 Euro). Und die Pollo Bowl – Essen in Schüsselchen muss es natürlich auch geben – könnte saftiger sein, ergibt aber ein recht schmackhaftes, ausgewogenes Mittagessen. Die hausgemachte Limonade dazu (3,20 Euro) kann man empfehlen. Und beim Blick auf die Getränkekarte, die von diversen Tequilas über Cocktails (Margaritas, Daiquiris) bis Champagner reicht, kann man sich vorstellen, dass sich hier auch die Abende ganz gut verbringen lassen.

Auf mexifornisch freilich nicht mehr allzu lang. Denn das Escobar, vor gut einem Jahr als Pop-up eröffnet, soll bis spätestens Sommer umgestaltet werden. Wie, das wird noch nicht verraten. Wovon man ausgehen kann: Es wird sicher nett werden. Kantig wird es aber eher nicht.  

Escobar: Anton-Neumayr-Platz 2, 5020 Salzburg. www.facebook.com/escobar.salzburg. Mo bis Do 11–24 h,Fr 11–2 h, Sa 10–2 h, So 10–24 h.

www.diepresse.com/essen[PA7IZ]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.03.2019)

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