Unter 20 Euro in der Fischerie

In der Fischerie gibt es Fisch, frisch und gekocht – und das ziemlich fein. Spätestens beim Dessert kommt der französische Touch durch.

Fischerie
Fischerie
Fischerie – Regina Welk

Wer es aus dem Klang des Namens noch nicht geschlossen hat, der bemerkt spätestens beim Dessert, dass in der Fischerie ein bisschen französischer Touch steckt – immerhin hat Regina Welk, die die Melange aus Fischgeschäft und Bistro mit ihrem Mann betreibt, 30 Jahre in der Charente gelebt: Ein kleines Stück feiner Zitronentarte wird da mit Haselnussmakronen, Mandelgebäck und Espresso zum Café Gourmand vereint – einer Art Nachspeisenvariation, wie sie in Frankreich fast überall serviert wird (6,50 Euro).

Doch eigentlich, und auch das verrät natürlich der Name, geht es hier um Fisch. Konkreter: um Süßwasserfisch, nicht zuletzt angesichts überfischter Meere, angesichts der Tatsache, dass Österreich ein Binnenland ist (und der, dass es hier eh ziemlich guten Fisch gibt). Davon kann man sich nun in der Praterstraße in zwei Varianten überzeugen: In der Kühltheke liegen unter anderem Reinanken und Wildsaiblinge aus dem Attersee, eine Aalrutte, dazu Forellen aus niederösterreichischer Zucht.

Im Bistro (an dessen Ambiente man vielleicht noch ein bisschen arbeiten könnte) landen sie direkt auf dem Teller. Die kleine, wechselnde Karte bietet Gerichte wie Forellenfilet mit Orangensauce (14 Euro), Asiakarpfen (14 Euro), zur Jause ein Glas Crémant mit drei Fischhäppchen (8 Euro) oder Fischvariationen auf Brot (6,50 Euro). Die Flussfischinterpretation der Bouillabaisse wartet mit perfekt gegartem Fisch, Paprikarouille und würzig-wohligem Geschmack auf – in den Worten des Gegenübers: eine Liebkosung (kleine Portion: 5, große Portion: 9 Euro).

Das Ceviche vom Saibling (9 Euro) ist vielleicht etwas gar sommerlich-sauer geraten, sonst tadellos. Das Tagesgericht, Pasta mit Feigen und Räucherfisch, ist wunderbar gschmackig, auch der Zucchinisalat dazu macht Freude (14 Euro). Dazu gibt es eine ganz gute Auswahl an Weinen – wie ein paar andere Delikatessen auch zum Mitnehmen. Und da sind natürlich auch ein paar Franzosen dabei.

Fischerie

Praterstraße 49, 1020 Wien. Von Dienstag bis Freitag: 10–19 Uhr, Samstag: 9–15 Uhr. Telefon: 0664/847 02 40. facebook.com/fischerie. Ab 20. August wieder geöffnet.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2019)

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