Kochhistorie: Kartoffelwurst (von rohen Kartoffeln)

Das vorliegende Rezept stammt aus „Die österreichische Hausfrau. Ein Handbuch für Frauen und Mädchen aller Stände“ von Anna Bauer, „gewesene Stifts- und herrschaftliche Mundköchin“, aus dem Jahr 1892.

Kartoffeln
Kartoffeln
Kartoffeln – (c) imago/Panthermedia (arvebettum)

Zubereitung: „Kartoffeln werden geschält und feinwürflig geschnitten über Nacht in Wasser gelegt. Man nimmt nun zu je einem Kilogr. Kartoffel ebenso viel durchwachsenes Schweinefleisch, welches man fein hackt. Die Kartoffeln gibt man nun, nachdem man sie gut hat abrinnen lassen, zum Fleisch und würzt das Ganze nun mit Salz, Pfeffer, Nelken oder Piment. Die gut vermischte Masse wird nun zu runden Würsten in Rindskranzdärme gefüllt, die dann in kochendem Wasser eine Stunde hindurch oder noch länger gekocht werden, bis sich die Kartoffeln von außen gar anfühlen. Diese Würste sind am besten, wenn sie gleich, nachdem sie aus dem Sud genommen wurden, aufgetragen werden, doch kann man sie auch nach Erkalten braten.“

Garnierung: Vegetarier, die sich angesichts des Rezepttitels angesprochen fühlen (und schon überlegt haben, wo sie Kunstdärme herbekommen), werden beim Weiterlesen enttäuscht sein: Diese Würste enthalten schließlich dieselbe Menge fettes Schweinefleisch wie Erdäpfel. In den letzten Jahren hat das Wurstmachen zu Hause, einst vielerorts üblich, einen ordentlichen Aufschwung erlebt. Diverse Küchenmaschinen und -aufsätze erleichtern nicht nur das Zerkleinern der Zutaten, sondern auch das Füllen der Därme.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2019)

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