Österreicher Sebastian Frank wurde "bester Koch Europas"

Der Niederösterreicher Sebastian Frank wurde beim Gastronomie-Kongress "Madrid Fusion" ausgezeichnet. Er kocht in Berlin in seinem Restaurant "Horvath".

Sebastian Frank
Sebastian Frank
Sebastian Frank – Instagram/@sebastianfrank44a

Der österreichische Zwei-Sterne-Koch Sebastian Frank ist am Dienstag beim 16. Internationalen Gastronomie-Kongress "Madrid Fusion" zum "besten Koch Europas 2018" gekürt worden. Der Preis wird seit vier Jahren an die "Neuentdeckung" in der internationalen Kochszene vergeben.

"Sebastian Frank macht die Sachen anders, schwimmt gegen den Strom, verlässt die Normen. Er besticht durch eine einfache, aber enorm kreative Art von Erinnerungsküche, die ihren Ursprung in der Küche seiner Eltern und Großeltern hat", lobte Jose Carlos Capel bei der Preisverleihung.

"Wir sind nur ein kleines Restaurant in Berlin"

"Es ist für mich eine große Ehre, auf einem so großen und wichtigen Gastronomie-Kongress wie Madrid Fusion mit diesem Preis ausgezeichnet zu werden. Es hat mich überrascht, überhaupt eingeladen worden zu sein. Hier präsentieren sich die besten Chefs der Welt und wir sind nur ein kleines Restaurant in Berlin", sagte Frank im Gespräch mit der APA in Madrid.

Experten und Köche aus 68 Ländern treffen einander dort noch bis Mittwoch, um die neuesten Trends, Rezepte und Kochtechniken der Haute Cuisine vorzustellen. Natürlich fehlten auch Spaniens große Chefköche wie Elena Arzak, Angel Leon und Joan Roca nicht auf der Messe, die rund 1000 Teilnehmer begrüßen kann. Heuer wurden "junge, rebellische Köche" aus Lissabon, Berlin, Sankt Petersburg, Tel Aviv und Tokio eingeladen und in den Fokus des Kongresses gestellt.

"Warum soll ich beim asiatischen Fusions-Mainstream mitmachen?"

Sebastian Frank gab im Auditorium des Madrider Kongresspalasts eine kleine Kostprobe seiner Kunst: Sellerie im Salzteigmantel, in Fett frittierte Pilze mit Kalbsfett-Schaum und eine Art Fleischsuppen-Cocktail mit Rinderschulter, Wiener Gerste und Alpengebirgswasser mit gemahlenen Steinen.

Seine Präsentation stand unter dem Motto "Die Essenz meines Lebens". "Warum soll ich beim asiatischen Fusions-Mainstream mitmachen? Davon habe ich keine Ahnung. Ich weiß aber, wie meine Eltern, meine Großeltern und die Menschen in meiner Heimat kochen. Es ist eine Rückbesinnung darauf, woher ich komme. Ich benutze die selben Geschmäcker, die mich in meiner Kindheit begeistert haben. Und dieser Traditionsküche mit seinen besonderen Geschmacksnoten und Produkten folge ich."

Und ziemlich erfolgreich. Der gebürtige Niederösterreicher gehört zu den angesagtesten Köchen in Deutschland. 2016 wurde sein Berliner Restaurant "Horvath" mit dem zweiten Michelin-Stern ausgezeichnet. Seinen ersten Stern erkochte sich der 36-Jährige bereits 2011. Es folgten drei Hauben sowie 17 Punkte im Gault&Millau. 2017 wurde er zum "Berliner Meisterkoch" gewählt.

Seine Kreativität liegt in der Reduktion, im Verzicht auf viel Fusion und Produkten, die nichts mit der österreichischen Küche zu tun haben. Er benutzt nicht einmal Olivenöl oder Salzwasserfische. Es geht ihm um "authentische Küche".

Hier scheint der Schlüssel zu seinem Erfolg zu liegen. "In Deutschland regen sich immer alle darüber auf, dass die deutsche Küche international wenig Aufmerksamkeit genießt. Aber wie sollte sie das auch können, wenn asiatische Fusionsküche allgegenwärtig ist und es an eigener Identität in der Küche fehlt?"

(APA)

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