Silvaner für den vermeintlichen Sommer

Wenn ich unbedingt was Deutsches zum Meditieren will, trinke ich Silvaner „S“ 2007 von Philipp Wittmann aus Westhofen in Rheinhessen.

Flasche Wein
Flasche Wein
(c) Die Presse (Julia Stix)

Mein Urlaub ist vorbei und es wird Sommer. Da nützt es nichts, wenn ich in der U-Bahn an meine verregneten Tage in den Alpen denke. Wenn ich mich an die Eisriesenwelt in Werfen erinnere, wird mir ohnehin heiß. „Fahrn S‘ doch in die Eisriesenwelt“, hat die Kellnerin beim Frühstück gesagt. Eine Stunde später sagt mir der Ordner in der Regenpelerine bei der A10-Ausfahrt Werfen: „Ja, bei Regen kommen sie alle zu uns.“ Wir haben uns dann am Abend von unseren deutschen Urlaubsfreunden erzählen lassen, wie es war. Ich glaub ja mittlerweile, dass Schlangestehen für die so eine Art Meditation ist. Die brauchen das. An das sollten wir denken, bevor wir eine zweite Tauerntunnelröhre oder modernere Skilifte bauen.

Wenn ich unbedingt was Deutsches zum Meditieren will, trinke ich Silvaner „S“ 2007 von Philipp Wittmann aus Westhofen in Rheinhessen. Das riecht nach Sommer, nämlich nach Ananas-Zitrone. Das schmeckt erfrischend mineralisch nach Erholung. Habe ich erwähnt, dass Deutschland derzeit das spannendste Weinland ist? Philipp Wittmann trägt einiges dazu bei. Sein Weingut zählt zu den bio-dynamischen Pionieren Deuschlands und bringt tolle Rieslinge hervor. Darüberhinaus gibt es feinen Weißburgunder und Silvaner. Das „S“ steht übrigens für selektive Handlese, nicht etwa für Schlangestehen.

TIPP

19,90 Euro bei Vinothek Wagner

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