Im Keller: Zöbinger Riesling 2018 vom Hirsch

Frisch, dezentes Steinobstbukett, feine Säure.

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Ich ruf den Johannes Hirsch an, weil ich seinen „Zöbinger Riesling 2018" getrunken habe und der Wein für einen jungen Hirsch schon außergewöhnlich präsent ist. Normalerweise muss man sich an einen Hirsch-Wein sehr langsam heranpirschen. Aber egal: Ich redʼ also vom 2018er, und der Winzer aus Kammern antwortet mit dem Satz: „Vor hundert Jahren hat man nur Ortsweine getrunken." So ist er nun mal. Auf eine einfache Frage liefert er Material für eine ganze Dissertation.

Tatsächlich dreht sich bei Spitzenweinen alles um die Lage: Ried Lamm, Ried Gaisberg, Ried Heiligenstein im Falle Hirsch. „Zöbinger Riesling" und „Kammern Grüner Veltliner", die beiden Dorfweine, gelten als einfache Weine. „Glasklare Weine", sagt Hirsch. Frisch, dezentes Steinobstbukett, feine Säure. Was leider zu wenig betont wird: Auch diese Ortsweine reifen hervorragend. Für Kenner hält Hirsch ältere Jahrgänge zurück. Toprestaurants wie die Paznaunerstube in Ischgl bieten längst neben Lagen- auch Hirschs gereifte ­Ortsweine an. Ganz ohne Dissertation.

Hirsch, „Zöbinger Riesling 2018", 14,40  Euro bei Döllerer, www.weinhandelshaus.at

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