Anti-Veganer isst Eichhörnchen aus Protest

Ein Demonstrant wurde in London festgenommen, nachdem er vor schockierten Zuschauern auf einem veganen Markt ein Eichhörnchen gegessen hatte. Kippt die Debatte? Wie denken Sie darüber?

Ein schwedischer Aktionist provoziert mit einer grausigen Szene
Ein schwedischer Aktionist provoziert mit einer grausigen Szene
Ein schwedischer Aktionist provoziert mit einer grausigen Szene – Unsplash (Marc-Olivier Jodoin)

Ein schwedischer Youtuber isst ein rohes Eichhörnchen auf einem Veganer-Markt in London und wird verhaftet. Das ist der vorläufige Höhepunkt in einer aus dem Ruder gelaufenen Debatte um Veganismus. Sv3rige aka Goatis, so nennt sich der Eichhorn-Aktionist, ist ein Wiederholungstäter, das letzte Mal nahm er einen dramatischen Biss von einem Schweineschädel. Die Botschaft solcher Szenen lässt sich auf seinem Shirt nachlesen: „Veganismus = Mangelernährung". Über Sv3riges Hintergrund erfährt man nicht viel, bloß dass er auf diese Weise zeigen möchte, was Menschen in der Natur essen. Und vielleicht auch wie sie sich schmücken, immerhin trug er bei seiner jüngsten Demonstration einen gehäuteten Vogel um den Hals.

Der Zeitung „Metro" erklärte Sv3rige: „Veganer betrachteten Veganismus als Religion. Sie glauben blind, dass wir statt Fleisch nur noch Pflanzen essen können, so wie eine Kuh, aber wir können es nicht, wir sind Menschen." Ein Sprecher der Vegan Society wies Sv3ridges Behauptungen zurück und konterte: „Es ist durchaus möglich, alle Nährstoffe zu erhalten, die der Körper als Veganer benötigt." Die britische Dietetic Association schloss sich an und bestätigte, dass vegane Diäten für Menschen jeden Alters und Lebensstadiums geeignet sind.

Einflussreiche Zündler

Die Gründer des Soho Vegan Market erzählten der „Daily Mail" nach der blutigen Aktion: „Soho Vegan Market wurde gegründet, damit Menschen, sowohl Veganer als auch Nicht-Veganer, pflanzliche Lebensmittel in einer schönen und leicht zugänglichen Umgebung im Herzen Londons probieren können. Wir haben seit fast einem Jahr geöffnet und wurden in dieser Zeit von Tausenden Menschen besucht - ohne Konflikte zwischen Veganern und Fleischessern." Über die Protestaktion des Youtubers seien sie enttäuscht.

In einem seiner letzten Clips erklärte Sv3rige, dass er sich auf einer Tour durch Großbritannien befindet und von seinen Zuschauern die Finanzierung fordert, weil er "nicht wusste", wie teuer Reisen in Großbritannien war. Der Fall ist jedenfalls ein Beispiel für die polarisierende Wirkung des Themas. Das mitunter auch so laut diskutiert wird, seitdem es Social Media Influencer - zuerst pro, später contra - für sich entdeckt haben.

Kaum kommt eine vegane Idee auf den Tisch, wird mit Spott und Wut von allen Seiten geantwortet. Veganismus ist mehr als nur eine Frage von Ernährung und Gesundheit. Es ist eine Frage von Konsum, Tier- und Umweltschutz, bei der traditionelle Denkweisen infrage gestellt werden. Das dürfte schon reichen, um sich in seiner Lebensweise angegriffen zu fühlen. Oder nicht? Wie stehen Sie dazu?

(sh)

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