Kleine Anleitung zum Erwachsenwerden

Die Journalistin Pamela Druckerman hat die Frage ergründet, was einen zum Erwachsenen macht. Eine Patentantwort habe sie nicht gefunden, sagt sie zur „Presse“ – aber bemerkenswerte Einsichten in ihre Generation der Vierziger.

Nicht alles, was man als 20-Jährige gut findet, erscheint mit 40 Jahren wünschenswert.
Nicht alles, was man als 20-Jährige gut findet, erscheint mit 40 Jahren wünschenswert.
Nicht alles, was man als 20-Jährige gut findet, erscheint mit 40 Jahren wünschenswert. – (c) Getty Images/Cultura RF (Conny Marshaus)

Knapp vor ihrem vierzigsten Geburtstag kam in Pamela Druckermans Leben einiges zusammen. In Erfüllung eines Geburtstagswunschs ihres Ehemannes hatte sie die erste und letzte Ménage-à-trois organisiert („Nach rund 40 Minuten reicht es mir, und ich möchte meine E-Mails checken“). Ihr zweites Buch, „Bringing up Bébé“, in dem sie systematisch und am Beispiel ihrer eigenen Kinder die Spielregeln französischer Erziehung ergründet, schickte sich gerade an, zum weltweiten Verkaufsschlager zu werden, transatlantische Lesereise inklusive.

Drei liebe Kinder, ein wunderbarer Mann, eine Eigentumswohnung in einer der schönsten Ecken von Paris: Alles im Lot – doch dann tauchen diese höllischen Rückenschmerzen auf, die nicht und nicht vergehen wollen. Nach einigen Monaten kann sie ihre kleinen Zwillingssöhne nicht mehr hochheben. Jede Bewegung wird zur Qual. Knoten tauchen neben ihrer Wirbelsäule auf. Dann die Diagnose: Krebs, genauer gesagt Non-Hodgkin-Lymphom, bösartig, drei Monate Chemo- und Immunotherapie.

„Schon bevor all dies passierte, waren mein Mann und ich von all unseren Verantwortungen überwältigt“, schreibt Druckerman in ihrem neuen Buch „Vierzig werden à la parisienne – Hommage ans Erwachsensein“, der dieser Tage auf Deutsch im Mosaik-Verlag erschienen ist. „Jetzt, wenn drei Kinder morgens um sieben Uhr ins Schlafzimmer gestürmt kommen, leben wir gleichzeitig mit der Erschöpfung, das durchzustehen, und dem Schrecken, dass ich das nicht werde.“ Am Tag vor ihrer ersten Chemotherapiesitzung ließ sie jenes Porträtfoto aufnehmen, das jeder Leser und jede Leserin vom Schutzumschlag von „Bringing up Bébé“ kennt: eine hübsche Frau, die mit klugem Blick den Betrachter selbstbewusst fixiert, in einer Espressotasse rührend, sehr pariserisch und mondän.

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