Hingeschaut

Die wichtigsten Ausstllungen des Jahres

Der Anlass für die nächste Städtereise? Vielleicht eine der Ausstellungen in internationalen Museen, die in dieser Bilderstrecke vorgestellt werden.

Redaktion: Anna Burghardt, Daniel Kalt, Madeleine Napetschnig, Norbert Philipp

Design Museum, London

Die Schreibmaschine, auf der Jack Nicholson im Film „The Shining" schreibt, ist auch dabei. Genauso wie die berühmten Kostüme aus „A Clockwork Orange". Und noch ungefähr 700 Exponate, die die kreative Arbeit und Zugangsweise eines der maßgeblichsten Regisseure dokumentieren: „Stanley Kubrick. The Exhibition" zeigt nicht nur Props und Objekte, sondern auch Medien, die das Storytelling, die innovative Bildkomposition und andere Kunstgriffe Kubricks noch deutlicher illustrieren.

Kreative Kontrolle. Matthew Modine und Stanley Kubrick am Set von „Full Metal Jacket".

(c) Warner Bros. Entertainment Inc.

Viele der Exponate stammen aus dem privaten Nachlass des 1999 verstorbenen Regisseurs. Dazu werden ikonische Szenen aus Filmen wie „2001: A Space Odyssey" oder „Eyes Wide Shut" in Großprojektionen gezeigt.

Detailverliebt. Stanley Kubrick und Jack Nicholson am Set von „The Shining".

(c) Warner Bros. Entertainment Inc.

 Auch nicht realisierte Projekte wie etwa „Napoleon" und „Aryan Papers" werden ausgestellt sowie Arbeiten aus Kubricks Werk als Fotograf. Bis 15. September.

Horrorszenario. Ein Modell des Labyrinths aus dem Film „The Shining".

(c) Ed Reeve/Design Museum London

Le Corbusier Pavillon, Zürich

Seit Kurzem ist der Pavillon Le Corbusier in Zürich wieder geöffnet – frisch restauriert nach Leerstand und Querelen. Dieser signalhafte Bau aus Stahl und Glas war bereits 1960 von der Galeristin Heidi Weber initiiert und nach langer Planung 1967 eröffnet worden.

Fotos. Le Corbusier (Mitte) mit Albert Jeanneret und Amédée Ozenfant.

(c) Fondation Le Corbusier, Paris

Er sollte zu einer Art Vermächtnis der Architektenlegende werden. Für Le Corbusier war dieser lichte Pavillon das „Kühnste", das er je gebaut hätte. Für seine Anhänger jedoch schwerer einzuordnen in ein Spätwerk, das mehr von Beton beziehungsweise Brutalismus geprägt war.

Architektur. Stringent bis ins Detail, das gilt auch für den Treppenaufgang.

(c) Georg Aerni

Die aktuelle Schau in Zürich zeigt innerhalb des gesamtkunstwerkhaften Ensembles einer dem menschlichen Maß („Modulor"-System) folgenden Architektur nicht nur Möbelklassiker, sondern auch alle möglichen Gegenstände.

Sammlung. „Mon univers" zeigt Kunstwerke, Alltagsgegenstände, Fundstücke.

(c) ZHdK

Von der Meeresschnecke bis zur Malerei. „Mon univers" zeigt die private Sammlung bis 17. November.

Gesamtkunstwerk. Seit Mitte Mai ist der ­Pavillon von Le Corbusier in Zürich geöffnet. Sein letztes und wegweisendes Werk wurde von Grund auf restauriert.

(c) ZHdK

Museum of Contemporary Art, Chicago

An Virgil Abloh, US-amerikanischer Designer mit ghanaischen Wurzeln, führt derzeit kein Weg vorbei: Sein eigenes Label Off-White zählt zu den begehrtesten und bestverkauften Marken der Welt. Als Kreativdirektor der Herrenmodelinie von Louis Vuitton besetzt er überdies seit zwei Saisonen eine Schlüsselposition in der internationalen Luxusmode. Nun ­widmet das MAC in Chicago, Ablohs Heimatstadt, dem in mehreren Kreativsparten tätigen Designer die große Einzelausstellung „Figures of Speech".

Trendsetter. Ablohs eigenes Mode­label Off-White zählt derzeit zu den begehrtesten Marken.

(c) Enrico Ranzato

In dieser ersten großen ­Re­trospektive wird die Mode des 38-Jährigen seinem künstlerischen Schaffen gegenübergestellt. Für den verantwortlichen Kurator Michael Darling steht außer Frage, dass Virgil Abloh eine völlig neuartige interdisziplinäre kreativ-künstlerische Praxis begründet haben soll. In seiner disruptiven Herangehensweise erinnere Abloh gar an Marcel Duchamp, so der Kurator. Vom 10. Juni bis 22. September.

Plakativ. Eine Installation von Abloh aus dem Jahr 2015, die in Chicago wieder zu sehen sein wird.

Fotos: Fondation Le Corbusier, Paris, Georg Aerni, ZHdK, (2), , Courtesy of Virgil Abloh.

Musée Dior, Granville

Als die amerikanische Filmschauspielerin 1955 in Cannes dem Fürsten von Monaco vorgestellt wurde, nahm ihr Leben jäh eine neue Bahn: Die Geschichte ist bekannt und wurde häufig genug erzählt. Im Jahr, in dem Grace Kelly, später Gracia Patricia von Monaco, ihren 90. Geburtstag feiern würde, widmet das Maison Christian Dior ihr im hauseigenen Museum in Granville eine große Ausstellung.

Ehrengast. Gracia Patricia eröffnete 1967 die Baby-Dior-Boutique in Paris.

(c) Rue des Archives/AGIP

Der Titel, „Princesse en Dior", unterstreicht auch schon recht schön, welchen Anspruch das an der Avenue Montaigne in Paris ansässige Haus erhebt: Christian Dior und, nach des Meisters frühem Ableben, Marc Bohan seien es gewesen, die die Amerikanerin maßgeblich dabei unterstützt hätten, zur europäischen Fürstin zu werden. Insgesamt 90 Exponate aus mehreren Jahrzehnten geben Einblick in das Stilgefühl der wohl bis heute berühmtesten Monegassin und ihr großes Vertrauen in die Couture-Künste des Hauses Dior. Und, nein, aus offensichtlichen Gründen ist in der Schau keine „Kelly Bag" zu finden. Bis 17. November.

Meisterhand. Eine Skizze von Christian Dior für das Kleider­modell „Monte Carlo".

(c) Dior

Pinakothek der Moderne, München

„Die Neue Sammlung – The Design Museum" verfügt über fast 400 Thonetmöbel, eine der größten Sammlungen weltweit. Einige davon bekommen jetzt einen besonderen Auftritt, in einer neuen Inszenierung durch den Münchner Designer Steffen Kehrle. Schließlich feiert der Möbelhersteller Thonet heuer sein 200-Jahr-Jubiläum. Die Ausstellung „Thonet & Design" schlägt Bögen nicht nur zum Bugholz, sondern auch zu ganz anderen Pionierleistungen und Phasen der Innovation. Begonnen hat alles mit Michael Thonet, er stammt aus Boppard im Rheinland, lebte ab 1842 in Wien. Doch „explodiert" ist alles mit einem Technologiesprung in der Möbelherstellung: Das Biegen von Holz unter heißem Dampf und Druck. Bis in die 1920er-Jahre haben die Bugholzmöbel die gestaltete Umwelt Europas mitgeprägt. Ab 1930 dann auch die Stahlrohrmöbel nach Entwürfen von Designgranden à la Mies van der Rohe. Bis 2.  Februar  2020.

Möbelpioniere. Mehr als nur Bugholz: Ein „Klapp-Fauteuil" aus dem Jahr 1870 von Thonet.

(c) Die Neue Sammlung – The Design Museum/A. Laurenzo

Deutsches Hygiene-Museum, Dresden

„Ich wollte dich nicht beleidigen!", sprach man mittels Kresse, die Distel stand für „Alles ist aus zwischen uns!", und ein Grashalm meinte: „Ich habe dir geschrieben!" Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden zeigt in der Ausstellung „Von Pflanzen und Menschen. Ein Streifzug über den grünen Planeten" unter anderem, wie man anno dazumal mittels „Blumensprache" kommuniziert hat – eines Vorläufers von Emojis.

Blumensprache. Mohn, Vergissmeinnicht und andere Blumen dienten früher gleichsam als Emojis.

(c) Beigestellt

Was die heutige Wissen­schaft über Pflanzengedächtnis weiß, ist ebenso Thema wie die Schieflage im Verhältnis zwischen uns und der Pflanzenwelt: Diese wäre bestens dran ohne uns, wir aber, die wir nicht ohne sie leben können, zerstören sie. Bis 19. April 2020.

Relativ. Wie winzig, aber zerstörerisch der Mensch ist: ein gefällter Mammutbaum.

(c) Beigestellt

Metropolitan Museum of Art, New York

Das „mot du printemps" lautet in diesem Frühjahr nicht etwa Granny-Schuh oder „Mock-Croc Mule", sondern Camp: Das Metropolitan Museum of Art in New York – seit letztem Jahr übrigens geleitet von dem gebürtigen Wiener Max Hollein – widmet seine mit dem riesigen Pomp einer Charity-Gala eingeweihte Ausstellung diesem in der Popkultur verankerten Begriff. Der Titel, „Camp: Notes on Fashion", bezieht sich, wie unschwer zu erkennen ist, auf den berühmten Essay von Susan Sontag, „Notes on Camp", der wohl gerade auf so manchem Mode-Nachtkästchen ruht.

Ausgefallen. Das Label Moschino und Designer Jeremy Scott sind ausgesprochen „camp".

(c) Courtesy of the Library of Congress, Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art, Photo © Johnny Dufort, 2019

Ihre Klärung des Begriffs, der auf das Extravagante, Ausladende und vieles andere verweist, ergänzt Met-Kurator Andrew Bolton um seine in der High Fashion verankerte Sichtweise. Zu sehen gibt es Mode etwa von Jeremy Scott für Moschino, als Partner des Museums fungiert (wenig überraschend) das Camp-Powerhouse Gucci. Bis 8. September.

Vordenker. Kein Designer reicht derzeit Alessandro Michele bei Gucci das „Camp"-Wasser.

(c) Courtesy of the Library of Congress, Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art, Photo © Johnny Dufort, 2019
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Redaktion: Anna Burghardt, Daniel Kalt, Madeleine Napetschnig, Norbert Philipp

Design Museum, London

Die Schreibmaschine, auf der Jack Nicholson im Film „The Shining" schreibt, ist auch dabei. Genauso wie die berühmten Kostüme aus „A Clockwork Orange". Und noch ungefähr 700 Exponate, die die kreative Arbeit und Zugangsweise eines der maßgeblichsten Regisseure dokumentieren: „Stanley Kubrick. The Exhibition" zeigt nicht nur Props und Objekte, sondern auch Medien, die das Storytelling, die innovative Bildkomposition und andere Kunstgriffe Kubricks noch deutlicher illustrieren.

Kreative Kontrolle. Matthew Modine und Stanley Kubrick am Set von „Full Metal Jacket".

(c) Warner Bros. Entertainment Inc.

Viele der Exponate stammen aus dem privaten Nachlass des 1999 verstorbenen Regisseurs. Dazu werden ikonische Szenen aus Filmen wie „2001: A Space Odyssey" oder „Eyes Wide Shut" in Großprojektionen gezeigt.

Detailverliebt. Stanley Kubrick und Jack Nicholson am Set von „The Shining".

(c) Warner Bros. Entertainment Inc.

 Auch nicht realisierte Projekte wie etwa „Napoleon" und „Aryan Papers" werden ausgestellt sowie Arbeiten aus Kubricks Werk als Fotograf. Bis 15. September.

Horrorszenario. Ein Modell des Labyrinths aus dem Film „The Shining".

(c) Ed Reeve/Design Museum London

Le Corbusier Pavillon, Zürich

Seit Kurzem ist der Pavillon Le Corbusier in Zürich wieder geöffnet – frisch restauriert nach Leerstand und Querelen. Dieser signalhafte Bau aus Stahl und Glas war bereits 1960 von der Galeristin Heidi Weber initiiert und nach langer Planung 1967 eröffnet worden.

Fotos. Le Corbusier (Mitte) mit Albert Jeanneret und Amédée Ozenfant.

(c) Fondation Le Corbusier, Paris

Er sollte zu einer Art Vermächtnis der Architektenlegende werden. Für Le Corbusier war dieser lichte Pavillon das „Kühnste", das er je gebaut hätte. Für seine Anhänger jedoch schwerer einzuordnen in ein Spätwerk, das mehr von Beton beziehungsweise Brutalismus geprägt war.

Architektur. Stringent bis ins Detail, das gilt auch für den Treppenaufgang.

(c) Georg Aerni

Die aktuelle Schau in Zürich zeigt innerhalb des gesamtkunstwerkhaften Ensembles einer dem menschlichen Maß („Modulor"-System) folgenden Architektur nicht nur Möbelklassiker, sondern auch alle möglichen Gegenstände.

Sammlung. „Mon univers" zeigt Kunstwerke, Alltagsgegenstände, Fundstücke.

(c) ZHdK

Von der Meeresschnecke bis zur Malerei. „Mon univers" zeigt die private Sammlung bis 17. November.

Gesamtkunstwerk. Seit Mitte Mai ist der ­Pavillon von Le Corbusier in Zürich geöffnet. Sein letztes und wegweisendes Werk wurde von Grund auf restauriert.

(c) ZHdK

Museum of Contemporary Art, Chicago

An Virgil Abloh, US-amerikanischer Designer mit ghanaischen Wurzeln, führt derzeit kein Weg vorbei: Sein eigenes Label Off-White zählt zu den begehrtesten und bestverkauften Marken der Welt. Als Kreativdirektor der Herrenmodelinie von Louis Vuitton besetzt er überdies seit zwei Saisonen eine Schlüsselposition in der internationalen Luxusmode. Nun ­widmet das MAC in Chicago, Ablohs Heimatstadt, dem in mehreren Kreativsparten tätigen Designer die große Einzelausstellung „Figures of Speech".

Trendsetter. Ablohs eigenes Mode­label Off-White zählt derzeit zu den begehrtesten Marken.

(c) Enrico Ranzato

In dieser ersten großen ­Re­trospektive wird die Mode des 38-Jährigen seinem künstlerischen Schaffen gegenübergestellt. Für den verantwortlichen Kurator Michael Darling steht außer Frage, dass Virgil Abloh eine völlig neuartige interdisziplinäre kreativ-künstlerische Praxis begründet haben soll. In seiner disruptiven Herangehensweise erinnere Abloh gar an Marcel Duchamp, so der Kurator. Vom 10. Juni bis 22. September.

Plakativ. Eine Installation von Abloh aus dem Jahr 2015, die in Chicago wieder zu sehen sein wird.

Fotos: Fondation Le Corbusier, Paris, Georg Aerni, ZHdK, (2), , Courtesy of Virgil Abloh.

Musée Dior, Granville

Als die amerikanische Filmschauspielerin 1955 in Cannes dem Fürsten von Monaco vorgestellt wurde, nahm ihr Leben jäh eine neue Bahn: Die Geschichte ist bekannt und wurde häufig genug erzählt. Im Jahr, in dem Grace Kelly, später Gracia Patricia von Monaco, ihren 90. Geburtstag feiern würde, widmet das Maison Christian Dior ihr im hauseigenen Museum in Granville eine große Ausstellung.

Ehrengast. Gracia Patricia eröffnete 1967 die Baby-Dior-Boutique in Paris.

(c) Rue des Archives/AGIP

Der Titel, „Princesse en Dior", unterstreicht auch schon recht schön, welchen Anspruch das an der Avenue Montaigne in Paris ansässige Haus erhebt: Christian Dior und, nach des Meisters frühem Ableben, Marc Bohan seien es gewesen, die die Amerikanerin maßgeblich dabei unterstützt hätten, zur europäischen Fürstin zu werden. Insgesamt 90 Exponate aus mehreren Jahrzehnten geben Einblick in das Stilgefühl der wohl bis heute berühmtesten Monegassin und ihr großes Vertrauen in die Couture-Künste des Hauses Dior. Und, nein, aus offensichtlichen Gründen ist in der Schau keine „Kelly Bag" zu finden. Bis 17. November.

Meisterhand. Eine Skizze von Christian Dior für das Kleider­modell „Monte Carlo".

(c) Dior

Pinakothek der Moderne, München

„Die Neue Sammlung – The Design Museum" verfügt über fast 400 Thonetmöbel, eine der größten Sammlungen weltweit. Einige davon bekommen jetzt einen besonderen Auftritt, in einer neuen Inszenierung durch den Münchner Designer Steffen Kehrle. Schließlich feiert der Möbelhersteller Thonet heuer sein 200-Jahr-Jubiläum. Die Ausstellung „Thonet & Design" schlägt Bögen nicht nur zum Bugholz, sondern auch zu ganz anderen Pionierleistungen und Phasen der Innovation. Begonnen hat alles mit Michael Thonet, er stammt aus Boppard im Rheinland, lebte ab 1842 in Wien. Doch „explodiert" ist alles mit einem Technologiesprung in der Möbelherstellung: Das Biegen von Holz unter heißem Dampf und Druck. Bis in die 1920er-Jahre haben die Bugholzmöbel die gestaltete Umwelt Europas mitgeprägt. Ab 1930 dann auch die Stahlrohrmöbel nach Entwürfen von Designgranden à la Mies van der Rohe. Bis 2.  Februar  2020.

Möbelpioniere. Mehr als nur Bugholz: Ein „Klapp-Fauteuil" aus dem Jahr 1870 von Thonet.

(c) Die Neue Sammlung – The Design Museum/A. Laurenzo

Deutsches Hygiene-Museum, Dresden

„Ich wollte dich nicht beleidigen!", sprach man mittels Kresse, die Distel stand für „Alles ist aus zwischen uns!", und ein Grashalm meinte: „Ich habe dir geschrieben!" Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden zeigt in der Ausstellung „Von Pflanzen und Menschen. Ein Streifzug über den grünen Planeten" unter anderem, wie man anno dazumal mittels „Blumensprache" kommuniziert hat – eines Vorläufers von Emojis.

Blumensprache. Mohn, Vergissmeinnicht und andere Blumen dienten früher gleichsam als Emojis.

(c) Beigestellt

Was die heutige Wissen­schaft über Pflanzengedächtnis weiß, ist ebenso Thema wie die Schieflage im Verhältnis zwischen uns und der Pflanzenwelt: Diese wäre bestens dran ohne uns, wir aber, die wir nicht ohne sie leben können, zerstören sie. Bis 19. April 2020.

Relativ. Wie winzig, aber zerstörerisch der Mensch ist: ein gefällter Mammutbaum.

(c) Beigestellt

Metropolitan Museum of Art, New York

Das „mot du printemps" lautet in diesem Frühjahr nicht etwa Granny-Schuh oder „Mock-Croc Mule", sondern Camp: Das Metropolitan Museum of Art in New York – seit letztem Jahr übrigens geleitet von dem gebürtigen Wiener Max Hollein – widmet seine mit dem riesigen Pomp einer Charity-Gala eingeweihte Ausstellung diesem in der Popkultur verankerten Begriff. Der Titel, „Camp: Notes on Fashion", bezieht sich, wie unschwer zu erkennen ist, auf den berühmten Essay von Susan Sontag, „Notes on Camp", der wohl gerade auf so manchem Mode-Nachtkästchen ruht.

Ausgefallen. Das Label Moschino und Designer Jeremy Scott sind ausgesprochen „camp".

(c) Courtesy of the Library of Congress, Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art, Photo © Johnny Dufort, 2019

Ihre Klärung des Begriffs, der auf das Extravagante, Ausladende und vieles andere verweist, ergänzt Met-Kurator Andrew Bolton um seine in der High Fashion verankerte Sichtweise. Zu sehen gibt es Mode etwa von Jeremy Scott für Moschino, als Partner des Museums fungiert (wenig überraschend) das Camp-Powerhouse Gucci. Bis 8. September.

Vordenker. Kein Designer reicht derzeit Alessandro Michele bei Gucci das „Camp"-Wasser.

(c) Courtesy of the Library of Congress, Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art, Photo © Johnny Dufort, 2019
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