CreativeClass Wien: Tiberius für die Volksoper

Tiberius-Designer Marcos Valenzuela über seine Kostümarbeit für die Korngold-Oper "Das Wunder der Heliane".

Jenni Koller

Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, entwarf Marcos Valenzuela, Designer des Wiener Modelabels Tiberius, Kostüme für die Titelfiguren der Oper "Das Wunder der Heliane". Gesungen werden sie von Annemarie Kremer und Martina Mikelić. Am 28. Jänner feiert die Produktion ihre Uraufführung an der Volksoper Wien.

Für Valenzuela ist es nicht der erste Bühnenkostümentwurf, 2014 und 2015 stattete er das Staatsballett für seinen Auftritt beim Opernball aus. "Es ist die Entwicklung der fast 25-jährigen Geschichte von Tiberius", sagt Valenzuela zum "Schaufenster" und ergänzt: "Die Metamorphose des Unternehmens vom Fetischmodeanbieter zum Modelabel ist der Schlüssel der Kooperation."

Der Designer freilich scheint prädestiniert für eine Kostümarbeit, nachgerade im Bereich des Musiktheaters: "Es war meine Leidenschaft für die Kultur, die Musik und die Oper, die mich motivierte, meine Heimat Kolumbien zu verlassen und nach Wien auszuwandern. Hier habe ich nach meinem Designstudium in Bogotá am Konservatorium Gesang studiert und später eine Tanzausbildung absolviert."

Entwürfe von Tiberius für die Volksoper Wien.
Entwürfe von Tiberius für die Volksoper Wien.
Entwürfe von Tiberius für die Volksoper Wien. – Jenni Koller

Das Entwerfen von Bühnenkostümen und einer Ready-to-wear-Kollektion möchte Valenzuela nicht miteinander vergleichen: "Beim Entwurfsprozess ist es für mich unerheblich, ob es sich um Bühnenoutfits, Ballkleider, Brautmode, Businessoutfits, Uniformen oder Ready-to-wear handelt. Ich liebe meinen Beruf und bin mit Leidenschaft bei jedem Entwurf dabei", unterstreicht der gebürtige Kolumbianer.

Um für die Figuren der beiden Protagonistinnen die richtigen Kostüme kreieren zu können, wählte Valenzuela den Mittelweg aus Bühnenfigur und Darstellerin: "Ich habe eine Symbiose zwischen den Persönlichkeiten der Sängerinnen und den Charaktereigenschaften der Figuren, die sie singen, hergestellt."

Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Projekts blickt Marcos Valenzuela schon voraus auf Möglichkeiten, die die Zukunft bieten könnte: "Ich freue mich immer über neue Herausforderungen. Eine schöne wäre etwa, Uniformen für Österreich zu entwerfen, zum Beispiel bei den kommenden Olympischen Spielen."

 

(dk)

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