Geldnot im Alter: „Woran misst man meinen Lebenserfolg?“

Andrea Bachträgl musste nach einer Trennung von vorne beginnen. Ohne ihren Partner, als Mutter dreier Töchter und nur mit dem Geld ihrer kleinen Pension. Eine Geschichte über die Ungleichheit von Männern und Frauen im Alter – und Mut zum Leben.

Andrea Bachträgl wird im März 60 Jahre alt.
Andrea Bachträgl wird im März 60 Jahre alt.
Andrea Bachträgl wird im März 60 Jahre alt. – Gery Wolf

Im Nachhinein sagt sie, habe sie nicht damit gerechnet. „Vor 20 Jahren hätte ich mir nicht gedacht, dass mein Leben einmal so aussehen wird. In meiner Generation wurde man ja immer so auf Sicherheit hingetrimmt.“ Aber im Leben von Andrea Bachträgl, die Haare lang, die Stimme ruhig und gefasst, ist nichts mehr sicher. Oder nicht mehr so sicher, wie es einmal war.

Die Trennung kam plötzlich und konsequent. Von einem Tag auf den anderen hat ihr Ex-Lebensgefährte die Familie verlassen. Nicht nur sie nach zwölf Jahren Beziehung, sondern auch ihre drei Töchter – heute 22 bis 33 Jahre alt – aus ihrer vorherigen Ehe. Gemeinsam mit seinen beiden Töchtern aus einer vorherigen Beziehung hatten sie eine typische Patchwork-Familie geformt. Vater, Mutter und fünf Töchter. Das war nun vorbei. „Ich kann ihm nicht böse sein“, wird sie heute – mit Abstand – sagen. Sie mussten beide eigene, andere Wege im Leben gehen. Aber für sie brachte der Verlust mehr als nur das Ende einer Beziehung und die Scherben eines verletzten Herzens. Er brachte sie 2015 in eine finanzielle Schieflage, von der sie sich bis heute nicht richtig erholt hat.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.01.2019)

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