Großmaschig und feinsinnig auf der Modewoche in Mailand

Ein wenig Philosophie, Trauerstimmung und Sinn für Romantik bei der Modewoche in Mailand. Man zeigte Entwürfe für nächsten Herbst.

Ein Logo aus dem Jahr 1981 und die Masche als Leitmotiv: Karl Lagerfelds letzte Vision für Fendi.
Ein Logo aus dem Jahr 1981 und die Masche als Leitmotiv: Karl Lagerfelds letzte Vision für Fendi.
Ein Logo aus dem Jahr 1981 und die Masche als Leitmotiv: Karl Lagerfelds letzte Vision für Fendi. – (c) Fendi

Zeit für Innehalten und Introspektion gibt es in der Mode kaum: Schon zwei Tage nach dem Tod von Karl Lagerfeld war in Mailand „business as usual“ angesagt: Bei Fendi zeigte man Lagerfelds letzte Kollektion für die Marke. Ob der Designer sie im Wissen um sein bevorstehendes Ableben entwarf und etwa mit dem Leitmotiv großzügig gebundener Seidenmaschen seine eigene Biografie zitierte, darüber kann nur gemutmaßt werden: die Masche, die er als Kind so liebte; die Masche, die sein Lebenspartner Jacques de Bascher dandyhaft zur Schau trug. Auch eine wenig bekannte Variante des Doppel-F-Logos von Fendi (ursprünglich kurz für „Fun Fur“, heute wäre das unvorstellbar), von Lagerfeld 1981 entworfen, war wohl eine nicht zufällige Hommage an sein Schaffen für das Maison. Als man nach dem Showfinale ein Video projizierte, in dem Lagerfeld sich zeichnend an seine Anfänge bei Fendi erinnerte, flossen im Showspace nicht wenige Tränen. Kaum war es aber zu Ende, sprangen alle auf, um zur nächsten Schau zu hetzen, denn, siehe oben, ein Innehalten kennt die Mode nicht.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.03.2019)

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