Asos wehrt sich gegen massenhafte Rücksendungen

Der britische Online-Mode-Händler Asos reagiert auf massenhafte Rücksendungen und ändert seine Geschäftsbedingungen. Wer zu „viiiel“ bestellt, wird gesperrt.

Bestellen, tragen und zurückschicken? Asos schlägt einen raueren Ton an.
Bestellen, tragen und zurückschicken? Asos schlägt einen raueren Ton an.
Bestellen, tragen und zurückschicken? Asos schlägt einen raueren Ton an. – Reuters (Suzanne Plunkett)

Einpacken, versenden, auspacken, versenden, einpacken, versenden ... Der Zyklus von Onlinewaren dreht sich oft im Kreis. Am Weg verbrauchen sie Ressourcen. Der Vorteil lag bisher beim Kunden, der freie Hand hatte und bestellen konnte, was er wollte - oder eben auch nicht wollte. Bei Asos, dem größten britischen Online-Versandhandel im Bereich Mode und Beauty, reagiert man jetzt mit einer Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen auf „unfaires" Shopping-Verhalten. Die vorwiegend junge - „twenty-something“ - Zielgruppe wird ab sofort gemaßregelt, entspricht sie nicht dem gewünschten Einkaufsbild.

"Sollte uns ein ungewöhnliches Muster bei Rücksendungen auffallen, das uns irgendwie merkwürdig vorkommt, und bei dem wir z.B. den Verdacht haben, dass jemand seine bestellten Artikel trägt und sie dann zurücksendet oder dass jemand viel viiiel mehr bestellt und retourniert als sogar die treuesten ASOS-Kunden bestellen würden, dann kann es sein, dass wir das jeweilige Konto sowie jegliche zugehörige Konten deaktivieren müssen", heißt es in den neuen Rücksendebestimmungen von Asos. Als Bonus wurde die Frist für Rücksendungen von 28 Tagen auf 45 Tage verlängert. Kleine Randnotiz: Retoure, die zwischen Tag 29 und 45 eintreffen, werden nicht bar, sondern mit einem Gutschein abgegolten.

Die bei vielen Onlinemodehändlern übliche kostenfreie Rücksendemöglichkeit, ist nicht nur bei Asos ein Problem. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom wird beispielsweise in Deutschland jeder achte Online-Kauf zurückgeschickt. Das entspreche einer Steigerung von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Im internationalen Vergleich ist das kein ungewöhnlicher Schnitt. Die Gründe sind vielschichtig. Auf der einen Seite sind es vielleicht Impulskäufe, auf der anderen mangelhafte Produktbeschreibungen. Kommt die Ware zurück zum Händler, verursacht sie in jedem Fall Personal-und Prozesskosten. Und Müll natürlich. 

 

 

(sh)

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