Greenwashing-Vorwurf gegen H&M

Norwegens Konsumentenschutz kritisiert H&M für die irreführende Vermarktung ihrer "nachhaltigen" Conscious-Kollektionen.

H&M Conscious Collection, Frühjahr 2019
H&M Conscious Collection, Frühjahr 2019
H&M Conscious Collection, Frühjahr 2019 – H&M

Wie nachhaltig kann Fast Fashion überhaupt sein? Eine Frage, die sich Kunden von Modeketten vielleicht hin und wieder stellen, wenn sie um wenig Geld ein „grünes" Kleidungsstück anprobieren. Detailreiche Angaben, warum diese oder jene Artikel besser für die Umwelt sind als andere, wird man nicht schnell finden.

Norwegens Konsumentenschutz (Norwegian Consumer Authority) hat die Fast-Fashion-Kette Hennes & Mauritz (H&M) nun für die irreführende Vermarktung ihrer "nachhaltigen" Conscious-Kollektion kritisiert. Die Verbraucherbehörde (CA) gab an, dass der schwedische Bekleidungshändler "unzureichende" Informationen über die Nachhaltigkeit jener Kollektionen liefert.

CA-Direktorin, Elisabeth Lier Haugseth, warnt die Verbraucher über mehrere Medien, dass sie möglicherweise durch "Greenwashing"-Aussagen der Marketingstrategie des Unternehmens in die Irre geführt würden. Als "Greenwashing" bezeichnet man das bloße Behaupten von umweltfreundlichen und nachhaltigen Maßnahmen.

"Die Informationen über die Kollektion waren allgemein gehalten und ergaben keinen ausreichenden Hinweis auf den tatsächlichen Umweltnutzen jedes Kleidungsstücks, beispielsweise die Menge an recyceltem Material für jeden Artikel", sagte Haugseth gegenüber dem Magazin Dezeen.

Für die Conscious Exclusive Kollektion wurden drei laut H&M drei neue Materialien aus nachhaltiger Produktion eingeführt: Zitrusschalen, Ananasblätter und Algenbiomasse.
Für die Conscious Exclusive Kollektion wurden drei laut H&M drei neue Materialien aus nachhaltiger Produktion eingeführt: Zitrusschalen, Ananasblätter und Algenbiomasse.
Für die Conscious Exclusive Kollektion wurden laut H&M drei neue Materialien aus nachhaltiger Produktion eingeführt: Zitrusschalen, Ananasblätter und Algenbiomasse. – H&M

Irreführend, aber nicht falsch

Die Behörde kam zu dem Schluss, dass die Darstellung der Nachhaltigkeit bei H&M gegen die norwegischen Vermarktungsgesetze verstößt. Die Angaben wurden als irreführend, aber nicht als falsch eingestuft. Nach norwegischem Marketingrecht müssen Aussagen über die Qualitäten eines Produkts für den Verbraucher leicht zugänglich und verständlich sein. 

H&M gab über die staatliche Rundfunkgesellschaft NRK ein Statement ab. Man freue sich, dass die Verbraucherbehörde die Vermarktung nachhaltiger Alternativen hervorgehoben habe und befinde sich einem guten Dialog, um zu sehen, "wie wir die umfangreiche Arbeit, die wir leisten, noch besser kommunizieren können".

>> Norwegian Consumer Authority

(sh)

Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Greenwashing-Vorwurf gegen H&M

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.