Nachhaltiger Luxus: Die Branche muss handeln

Trotz medienwirksamer Initiativen ist die Modebranche in Nachhaltigkeitsfragen in Verzug. Folgt die Strafe der Konsumenten?

Kreislauf. Prada möchte bis Ende 2021 zur Gänze auf recyceltes Econyl-Nylon umstellen.
Kreislauf. Prada möchte bis Ende 2021 zur Gänze auf recyceltes Econyl-Nylon umstellen.
Kreislauf. Prada möchte bis Ende 2021 zur Gänze auf recyceltes Econyl-Nylon umstellen. – beigestellt

Wäre alles nach Plan gegangen, hätte dieser Tage die Stockholm Fashion Week 2019 stattgefunden. Sie erwies sich aber heuer aus völlig unerwarteten Gründen als Trendbarometer: Der schwedische Moderat sagte das Event nämlich kurzfristig ab, aus Gründen der Nachhaltigkeit, wie es hieß. „So entsprechen wir neuen Erwartungen, erreichen Nachhaltigkeitsziele und definieren neue Standards für die Modebranche“, ließ man die Öffentlichkeit wissen. In Großbritannien reagierten etwa Vertreter der „Extinction Rebellion“-Initiative prompt und forderten nach dem Motto „LFW RIP“ den British Fashion Council (BFC) auf, die London Fashion Week ebenfalls abzusagen. „Wir sehen uns mit einer drastischen Situation des Klimawandels konfrontiert und müssen handeln“, gestand BFC-Vorsitzende Caroline Rush in einer Aussendung später zu. Die Fashion Week werde aber stattfinden und soll künftig noch mehr als Plattform für die Vermittlung sensibler Inhalte dienen. Publikumswirksam war auch eine Initiative von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron: Anlässlich des G7-Gipfels in Biarritz rief er einen „Fashion Pact“ ins Leben, dem Luxusmarken wie Chanel, die Prada-Gruppe, der Kering-Konzern und andere mehr beitraten. Dieser Vorstoß mag als lobenswert angesehen werden – welche Ziele man sich allerdings konkret setzt, ist noch nicht ganz klar.

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