Laufsteg: Die wichtigsten Shows aus Paris

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Die Kreationen von Rick Owens sind gemeinhin bekannt für ihr seltsames Element. Die Herbst-Winter-Kollektion des Designers, die Owens dieser Tage in Paris präsentierte, waren jedenfalls auf ihre Art opulent und aufwendig. Die Models waren nicht nur warm eingepackt, sondern auch mit besonderem Schmuck gekrönt: Die Kopfbedeckungen erinnerten an Elefanten.

REUTERS (GONZALO FUENTES)
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Bei Comme des Garçons suchte man ebenfalls nach weiblichen Körpern, wenn auch nicht unter den, sondern über die Stoffhüllen. Rei Kawakubo, die Gründerin des Hauses, packte ihre Models in eher untypische Materialen - Tapeten und Papiertüten etwa oder Dämmstoff -, die ihrerseits wieder weit weg waren von den "typischen" Formen von Frauen. Kurvig waren die skulputuralen Teile allemal: verschobene Brüste, verlorene Arme, verzerrte Taillen, die Trägerin auffressende Kleidungsstücke. Vor der zuckersüß-rosaroten Kulisse wandelten die Models zwischen Verfremdung und Wiedererkennen.

imago/Starface (imago stock&people)
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Um bei Frauenrollen zu bleiben: Olivier Rousteings Kreationen bei Balmain verwandelten die Models in sehr wilde Amazonen. Sehr freie Amazonen dürften sie allerdings nicht sein, dem Gewicht der Alligatorhälften nach zu urteilen, das Kendall Jenner auf den Schultern trägt. Im großen Ganzen tendierte Rousteings Kollektion eher hin zur Garderobenausstattung des "König der Löwen"-Musicals: Tierhäute aller Art, Fransen, Nieten, Glitzer, Glanz, Kristall. Effektvoll und effekthascherisch.

imago/i Images (imago stock&people)
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Um 100 Prozent sanfter waren da schon jene Models, die für Valentino über das Parkett im Pariser Hôtel Salomon de Rothschild schwebten. Klar und kräftig waren bei den Entwürfen von Pierpaolo Piccioli vor allem die Farben und Farbkombinationen - selbst die Stoffe blieben zart und romantisch.

 

imago/Starface (imago stock&people)
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Auf Elie Saab kann man sich in puncto Romatik in der Regel ebenfalls verlassen; diesmal nahm die Kollektion einen Schwung in Richtung Gruselbraut, farblich zumindest. Die üppigen Besätze tauschte Saab diesmal gegen Prints, dunkle Stoffe und Akzente aus schwereren Materialien. Die Inspiration holte sich der Designer aus dem Ballett "Giselle" - hier kreuzt sich passenderweise das Übernatürliche mit der menschlichen Liebe, mit dem Tod und der Tragik, was irgendwie ganz wunderbar zu dieser düster-dramatischen (es ist immer noch Elie Saab) Kollektion passt.

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Blaupause unterdessen bei Christian Dior. Maria Grazia Chiuri inszenierte die Farbe Blau Ton in Ton (selbst der Laufsteg im Musée Rodin war blau gepolstert) - und zeigte somit deren ganze Eleganz. Die Konzentration auf eine Farbe ist ganz und gar nicht langweilig (Navyblau ist es, um genau zu sein; es wurde von Christian Dior auf eine Stufe mit der Farbe Schwarz gestellt). Feine Materialien machen das Spiel mit dem einen Ton interessanter.

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Gedeckte Farben wurden im Haus Céline genutzt, um eine sehr praktikable, gerade gesprochene Kollektion zu kreieren. Designerin Phoebe Philo vermengt dabei Strenges und Legeres, Männliches und Weibliches zu sehr zeitgemäßen Looks.

imago/Starface (imago stock&people)
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Weiblich und Männlich trafen einander auch in den Herbst-Winter-Kreationen von Bouchra Jarra bei Lanvin. Gerade, klare Schnitte kamen hier in ihrer Striktheit mit floralen, schmucken Applikationen, transparenten, leichten Stoffen, verspielten Details zusammen.

imago/i Images (imago stock&people)
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Weniger überzeugend war da Anthony Vaccarellos (mittlerweile zweite) Kollektion bei Saint Laurent. Sie erinnert mit ihren enganliegenden Klassikern (schwarze Kleider, Blazer, Lederjacken) und glänzenden Besätzen an Disco und Party - aber wirkt etwas richtungslos.

imago/Starface (imago stock&people)
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Ein neues Kapitel wird auch bei Chloé demnächst geschrieben, davor gab Designerin Clare Waight Keller noch ihre letzte Show für das Haus, für das sie sechs Jahre gearbeitet hatte, und das vor großer Kulisse im Pariser Grand Palais: Psychedelisch, zuckerlfarben, lieblich-verspielt, dabei aber immer cool waren die Kreationen der Britin, die mit der Kollektion quasi ein Best-of ihrer Arbeit für Chloé erstellt hatte.

imago/Starface (imago stock&people)
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