Dresscode: Die Kleiderordnung der britischen Royals

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Schwarz im Gepäck

Wenn die Royals verreisen gibt es eine Regel, an die sich jedes Mitglied der königlichen Familie halten muss: Ein schwarzes Extra-Outfit muss unbedingt mit in den royalen Koffer. Und dies hat einen konkreten Hintergrund: Die Familie soll für den Fall gewappnet sein, sollte ein Verwandter der Königsfamilie während der Reise versterben - als Ausdruck des Respekts, wie unter anderem "Indy 100" berichtete.

Im Bild, eine kleine Ausnahme: Herzogin Catherine zeigte beim Oster-Gottesdienst in einem schlichten, schwarzen Kleid stolz ihren Babybauch.

(c) REUTERS (Simon Dawson)
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1952 hatte Queen Elizabeth II. - damals war sie noch Kronprinzessin - kein schwarzes Outfit auf ihrer Reise nach Kenia dabei. Während ihres Afrikaaufenthaltes bekam sie die Nachricht, dass ihr Vater König George VI gestorben sei. Sie flog unverzüglich nach Hause, hatte aber nur unpassende Kleidung dabei. Bevor sie in London also das Flugzeug verlassen konnte, musste ihr ein schwarzes Kleid gebracht werden. Sie zog sich um, erst dann stieg sie aus.

 

Imago
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Traditionell in Shorts

Der Retro-Look mit kurzen Hosen ist für den Vierjährigen so etwas wie seine Uniform. "Lange Hosen sind nur für ältere Jungs und Männer gedacht", weiß der britische Knigge-Experte William Hanson der "Gala" zu berichten. Demnach gibt es eine Altersgrenze, wann Prinzen ihr Beinkleid ändern. Mit acht Jahren gehört es sich für sie, die Shorts einzutauschen.

(c) REUTERS (POOL New)
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Oft trägt der Mini-Royal Kleidung, die schon sein Vater William in seinem Alter anhatte. Zur Taufe seiner kleinen Schwester Charlotte im Juli 2015 stahl er allen in knallroten Shorts, weißen Söckchen und einem bestickten Hemd die Show.

(c) REUTERS (POOL New)
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Auch Georges kleine Schwester, die zweijährige Charlotte, ist stets in mädchenhaften Kleidern zu sehen, dazu Strumpfhosen und klassische Riemchenschuhe, wie hier im Bild bei einem Besuch im Sommer 2017 in Hamburg. Welten scheinen die kleinen Prinzen und Prinzessinnen von Modepüppchen wie North, der Tochter von Kim Kardashian und Kanye West, zu trennen.

(c) REUTERS (POOL New)
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Der altmodische Look soll eine bestimmte Wirkung haben: Er zeigt konservatives Traditionsbewusstsein, Kontinuität und das Hochhalten alter Werte. Wichtig dabei: Die Kleidung muss klassisch und zeitlos sein. Bunte Druckmotive, knallige Farben oder Plastik-Accessoires sind nicht erlaubt.

(c) REUTERS (POOL New)
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Auch Herzogin Kate macht vor der Retro-Offensive nicht Halt. Bestes Beispiel: Das hellblaue Tupfenkleid, das sie trug, als sie Prinz George 2013 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Der 80er-Jahre-Charme des Outfits entsprach dem Vorbild von Prinzessin Diana, die ihren William in einem ähnlichen Kleid nach Hause brachte.

(c) REUTERS (Suzanne Plunkett)
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Sparsam

Prinz Harrys Bald-Ehefrau bringt frischen Wind in den windsorischen Kleiderschrank. Beim ersten Royal Foundation Forum in London glänzte Meghan Markle in einem Wickelkleid mit Gürtel von Jason Wu (im Wert von 1600 Euro) neben ihrer Schwägerin in spe, die sich in einem 99 Pfund Kleid des Umstandsmodelabels Seraphine ganz royal-like sparsam und stilsicher zeigte.

(c) REUTERS (POOL New)
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Hoch hinaus

Klassische Stöckelschuhe sind bei der Queen Pflicht. Schuhe mit Keilabsätzen sind der Monarchin ein Dorn im Auge, wie die "Gala" weiß. Herzogin Catherine hat zwar genau solche Schuhe, trägt sie aber nur, wenn Königin Elizabeth in weiter Ferne ist. Wie hier bei einem Australien-Aufenhalt im April 2014. Die dunkelblauen Pumps mit Keilabsatz von Stuart Weitzman gehören zu den Lieblingsschuhen der Ehefrau von Prinz William.

 

(c) REUTERS (POOL New)
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2015 verriet ein Palastinsider gegenüber der "Vanity Fair", dass das royale Oberhaupt "kein Fan" von diesen Schuhen ist. "Sie kann sie nicht ausstehen und das ist unter den Frauen in der Familie bekannt", so die Quelle. Auch Meghan weiß bereits um die hohen Schuhpflichten (hier in einer orangefarbenen Verison des Designers Manolo Blahnik). Mit einer anderen Kleidervorschrift bricht sie jedoch auf diesem Bild ...

(c) AFP
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Mantel-Vorschrift

Denn der Mantel bleibt in der royalen Regel eigentlich geschlossen, auch wenn es sich um ein 532 Pfund Modell von Mackage handelt. Für alle Prinzessinnen und Herzoginnen der Königsfamilie gilt es als unschick und nicht damenhaft, den Mantel in der Öffentlichkeit abzulegen, wie die britische "Ok!" weiß. Selbst wenn sie ein Gebäude betreten und die Temperaturen es eigentlich zulassen, muss der wärmende Überzug bleiben.

(c) AFP
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Als Prinz William und Herzogin Kate vor Kurzem bei den norwegischen Royals zu Besuch waren, nahm sie selbst bei einem Schulbesuch mit Prinz Hakoon und Prinzessin Mette-Marit den schicken Wintermantel von Dolce & Gabbana nicht ab.

(c) REUTERS (Norsk Telegrambyra AS)
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Neutrale Nägel

Die königlichen Nägel bleiben farblos. Denn auch ein Nagellack-Gebot, wie etwa die "Marie Claire" berichtet, gehört zur Etikette. Die Queen soll vor etwa 30 Jahren die "No nailpolish"-Regel im königlichen Knigge notiert haben. Elizabeth empfinde bunte Nägel als plump, gar vulgär. Laut Stylebook ist nur die Nude-Farbe "Ballet Slippers" zugelassen.

(c) REUTERS (Toby Melville)
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Tragbare Schutzschilder

Die Handtaschen der weiblichen Royals sind nicht nur  nützliche Begleiter bei Terminen. Sie haben laut Myka Meier, Gründerin der Kniggeschule "Beaumont Etiquette", auch eine richtige Funktion - als Schutzschild vor aufdringlichen Händeschüttlern. Bei öffentlichen Terminen sieht man oft, dass Kate ihre Clutch mit beiden Händen vor dem Körper hält. So schützt sich vor unangenehmen Situationen.

(c) REUTERS (Toby Melville)
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Denn nicht jeder darf einem Mitglied der Königsfamilie die Hand reichen. Clutches - also Taschen ohne Tragriemen - sind daher ein eleganter Weg, ungewolltes Händeschütteln zu umgehen und lieber gesehen als Tote-Bags. Eine Modelektion, auf die die Princess-to-be, Meghan Markle, noch nicht viel hält.

(c) Reuters
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Fail

Mit der royalen Taschenetikette scheint es Meghan tatsächlich nicht all zu ernst zu nehmen. Ein weiteres Fauxpas: die Schulter als Taschen-Aufhängung zu nutzen. Die goldene Regel lautet: In der Hand halten oder in die Armbeuge hängen.

(c) Reuters
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Rechts-Regel

Meisterin der Taschenspiele ist selbstredend Queen Elizabeth II. Über die Tasche kommuniziert die Majestät sogar mit ihren Mitarbeitern, wie die "Welt" weiß. Wenn die Tasche an der linken Hand baumelt ist alles in bester Ordnung, die Queen ist entspannt, der Termin gelungen. Trägt sie ihre Tasche jedoch am rechten Arm, ist sie von ihrem jeweiligen Gesprächspartner gelangweilt. Dann hat einer ihrer Berater sie gefälligst aus der Situation zu retten. Und wenn Madame die Tasche bei einem Dinner auf den Tisch legt, bedeutet das: "Mir reicht es, ich will gehen".

(c) REUTERS (POOL New)
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Dekolleté-Schirm

Bei Lady Diana erfüllten die Clutches noch eine zweite Funktion: Um beim Aussteigen aus dem Auto ungewollte Einblicke zu vermeiden, diente die Tasche als Schutz vor den Paparazzi.

(c) Reuters
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Beinfreiheit

Ein eleganter Hosenanzug bei einem offiziellen Dinner-Auftritt? Nicht für Kate. Hosen bei abendlichen Events sind laut den Vorgaben der Königin nicht erlaubt, wie die britische Webseite "Specialmagazine" berichtet. Die Herzogin hat bei derartigen Veranstaltungen (im Bild bei der BAFTA-Verleihung) Kleider oder Röcke zu tragen. Diese müssen aber mindestens knielang sein – alles, was kürzer ist, wird nicht geduldet. Auch was Kate unter ihrem Kleid trägt, ist festgelegt.

(c) REUTERS (POOL New)
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Strumpf ist Pflicht

Bei offiziellen Terminen trägt Herzogin Catherine hautfarbene Strumpfhosen - egal ob Sommer oder Winter. Es schicke sich nicht "nackte" Beine zu zeigen. Diese Regel gilt im Übrigen auch für die Gäste royaler Veranstaltungen.

(c) REUTERS (POOL New)
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Meghan, die sich bei einigen öffentlichen Auftritten (im Bild mit ihrem Verlobten in Edinburgh) gern in schicken Beinkleidern zeigte, muss sich von ihrer Vorliebe für Hosenanzüge wohl bald verabschieden.

(c) AFP
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Windschutz

Stewart Parvin, der Hofschneider der Queen, hat verraten, dass er Gewichte in den Saum der Kleider näht. Er greift meist zu einfachen Bleibändern von Gardinen, um seine Designs am Einschlag zu beschweren. Heftige Windstöße können so nicht mehr zur entblößenden Gefahr werden.

Imago
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Gekrönte Häupter

Erst wenn geheiratet wurde, steht den weiblichen Royals das Privileg zu, wertvolle Kronen und Diademe zu tragen. Alleinstehende und Kinder wird man also nie mit einer Tiara sehen.

(c) imago/i Images (imago stock&people)
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