Pariser Rue Crémieux wehrt sich gegen Smartphone-Touristen

Anwohner der Rue Crémieux wollen ihre Straße abends und an den Wochenenden sperren lassen. Der Grund: Die Fotoshootings von Touristen und Influencern vor ihrer Haustüre.

Diese kleine Pariser Straße wehrt sich gegen den Instagram-Ansturm.
Diese kleine Pariser Straße wehrt sich gegen den Instagram-Ansturm.
Diese kleine Pariser Straße wehrt sich gegen den Instagram-Ansturm. – Instagram/@vivireparis

Schöner Wohnen zeigt seine hässliche Seite: Anwohner der Rue Crémieux im 12. Bezirk von Paris sind verärgert. Ihre Straße gilt mit ihren bunten Häuserfassaden als eine der schönsten der Stadt, doch diese Auszeichnung hat auch ihren Preis. Horden von Influencern und solchen, die es noch werden möchten, sowie Touristen belagern die Straße täglich um ein schönes Foto zu schießen. Und es oftmals anschließend auf Instagram hochzuladen.

Diesem Ansturm wollen die Anwohner nun ein Ende setzten, wie "Travel + Leisure" berichtet. Die Bewohner wollen, dass an beiden Enden der kleinen Straße ein Tor errichtet wird, das Abends und an den Wochenenden die ungebetenen Gäste draußen lässt. Denn seit vier Jahren würde der Strom an Smartphone-Touristen nicht ablassen, unter der Ortsangabe "Rue Crémieux" auf Instagram finden sich bereits über 30.000 Einträge.

"Es ist die Hölle geworden. Während der Woche ist es nicht so schlimm, weil es nur Touristen sind, die nicht stören. Aber am Wochenende sind teilweise bis zu 200 Personen vor unseren Fenstern. Wir essen gerade am Tisch und draußen machen die Menschen Bilder", meint der Vizepräsident des Straßenverbandes im Interview mit Franceinfo.

Teilweise werden auch Musikvideos und richtige Fotoshootings in der Straße abgehalten. Der Instagram-Account "Club Crémieux" zeigt die Auswüchse des Straßen-Kults.

Die Rue Crémieux ist nicht die einzige Straße, zu der Instagram-Touristen pilgern. Ähnliche Probleme gibt es auch in der Rainbow Row in Savannah mit fast 40.000 Einträgen, wo die Fotografen sogar auf die Veranda der Bewohner vordringen.

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It’s all Gucci baby baby

Ein Beitrag geteilt von Beth Hanff (@mehanff) am

(chrile )

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