Tourismus-Fails

Nette Idee, schlechte Umsetzung

Dubai World, The Harmon Hotel, Fyre Festival - Bei diesen Projekten hatten die Investoren viel zu schlucken.

Dubai World

321 Millionen m³ Sand wurden vor der Küste des Dubaier Stadtteils Jumeirah im Stil einer Weltkarte aufgeschüttet. 12 Milliarden Euro an Baukosten fielen an. Seit der Weltfinanzkrise 2007 steht das Projekt allerdings nahezu still. Obwohl mittlerweile 200 der 300 Inseln verkauft sind, fehlt das Geld, um gegen die Erosion anzukommen.

Unsplash

Erst zwei Inseln sind bebaut, der Rest kämpft gegen die Versandung. Aufgrund steigender Pegelstände und starker Stürme droht die Inselgruppe unterzugehen. Teile von Australien und Mittelamerika sind bereits versunken. Diese Pleite und andere hat sich das Urlaubsportal Travelcircus angesehen und nach ihrer Schuldenhöhe gelistet. Es folgt ein Auszug:

Imago

Flughafen BER

Der Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt in Schönefeld sollte ursprünglich im Oktober 2011 in Betrieb gehen, nun wird es (aller Voraussicht nach) im Herbst kommenden Jahres so weit sein. Eigentlich sollte BER auch nur 2,5 Milliarden Euro kosten. Die Eröffnung wurde wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen mehrfach verschoben. Die Kosten sind gestiegen. Der Finanzrahmen liegt nun bei 6,6 Milliarden Euro.

 

(c) Getty Images (Sean Gallup)

Virgin Galactic Weltraumreise

Virgin Galactic koste ihn jeden Monat 30,9 Millionen Euro, sagte Richard Branson einmal zu AFP. Bei anderer Gelegenheit hatte er erklärt, dass er seit den 2000er-Jahren mehr als eine Milliarde Dollar in das Unternehmen investiert habe. Der ganz große Erfolg blieb bisher aus. Virgin Galactic hatte im vergangenen Dezember zwar ein bemanntes Flugzeug ins All geschickt, allerdings ging die Reise nicht sehr hoch. SpaceShipTwo mit zwei Piloten an Bord erreichte bei dem Testflug eine Höhe von 82,7 Kilometern, was nach US-Definition die Grenze zum Weltraum bedeutet. Nach internationale Standards erfolgt der Übergang bei 100 Kilometern. Virgin Galactic hatte den Flug nach einem tödlichen Unfall im Jahr 2014 mehrfach verschoben.

(c) Getty Images (Sandy Huffaker)

Estádio Nacional de Brasília Mané Garrincha

Das Estadio Nacional - Mane Garrincha in Brasilia bietet Platz für 68.009 Zuschauer und war am 15. Juni 2012 das Eröffnungsstadion für den Confederations Cup, die WM-Generalprobe. Die Kosten für den Bau lagen umgerechnet bei 300 Millionen Euro. Das Stadiongelände wird aufgrund der hohen Erhaltungskosten mittlerweile aber nicht mehr für Fußballspiele, sondern als Bus-Depot genutzt, in der Arena befinden sich außerdem Büros für 400 Beamte.

(c) imago/Xinhua (imago sportfotodienst)

The Harmon Hotel

2007 hat die Geschichte dieses 250 Millionen Euro teuren Gebäudes in Las Vegas begonnen. Geplant war ein Hochhaus in elliptischer Bauform mit 400 Hotelzimmern und 207 Eigentumswohnungen. Bereits ein Jahr später wurden schwere Baumängel festgestellt. 2013 fiel die Entscheidung, The Harmon wieder abzubauen. Der Abbau kostete die Eigentümer 10 Millionen Euro.

(c) Getty Images (Ethan Miller)

Fyre Festival

Das Fyre Festival wollte 2017 eine perfekte Luxus-Party für finanzstarke Schönheiten (und ihre Kinder) sein. Die Ticketpreise lagen zwischen 1000 und 25.000 US-Dollar. Als Austragungsort wurde die Bahamainsel Fyre Cay gebucht. Die ursprünglich für zwei Wochenenden geplante Party endete im Chaos. Die (spärlich vorhandene) Infrastruktur brach komplett zusammen. Die Veranstalter waren Billy McFarland und der Musiker Ja Rule. McFarland wurde wegen Überweisungsbetrug zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Schadensersatzklagen in Höhe von bis zu 100 Millionen Dollar stehen noch aus.

(c) imago/ZUMA Press (William N. Finley IV)

Spreepark

Das ist der erste und einzige Freizeitpark der DDR in Berlin Treptow-Köpenick. Nach einer jahrelangen wirtschaftlichen Hochschaubahnfahrt meldete der Eigentümer 2001 Insolvenz an. Das Schuldenpensum betrug 11 Millionen Euro. Schausteller und Eigentümer Norbert Wittes setzte sich folglich nach Peru ab, um dort wieder einen Freizeitpark zu leiten – der ebenfalls pleite ging.

(c) imago images / Le Pictorium (via www.imago-images.de)

Ringracer

10,4 Millionen Euro für vier Tage Nervenkitzel? Eine Achterbahn gleich neben dem Nürburgring? Klingt nicht unlogisch. Leider hatte die Anlage kein Glück. Technische Probleme und unzureichende Sicherheitskonzepte führten dazu, dass die Stahlachterbahn mit vier Jahren Verzug eröffnete. Und dann? Vier Tage nach der Eröffnung meldete der Nürburgring Insolvenz an. Der neue Eigentümer nahm die Achterbahn nicht in Betrieb.

(c) imago sportfotodienst (imago sportfotodienst)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Dubai World

321 Millionen m³ Sand wurden vor der Küste des Dubaier Stadtteils Jumeirah im Stil einer Weltkarte aufgeschüttet. 12 Milliarden Euro an Baukosten fielen an. Seit der Weltfinanzkrise 2007 steht das Projekt allerdings nahezu still. Obwohl mittlerweile 200 der 300 Inseln verkauft sind, fehlt das Geld, um gegen die Erosion anzukommen.

Unsplash

Erst zwei Inseln sind bebaut, der Rest kämpft gegen die Versandung. Aufgrund steigender Pegelstände und starker Stürme droht die Inselgruppe unterzugehen. Teile von Australien und Mittelamerika sind bereits versunken. Diese Pleite und andere hat sich das Urlaubsportal Travelcircus angesehen und nach ihrer Schuldenhöhe gelistet. Es folgt ein Auszug:

Imago

Flughafen BER

Der Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt in Schönefeld sollte ursprünglich im Oktober 2011 in Betrieb gehen, nun wird es (aller Voraussicht nach) im Herbst kommenden Jahres so weit sein. Eigentlich sollte BER auch nur 2,5 Milliarden Euro kosten. Die Eröffnung wurde wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen mehrfach verschoben. Die Kosten sind gestiegen. Der Finanzrahmen liegt nun bei 6,6 Milliarden Euro.

 

(c) Getty Images (Sean Gallup)

Virgin Galactic Weltraumreise

Virgin Galactic koste ihn jeden Monat 30,9 Millionen Euro, sagte Richard Branson einmal zu AFP. Bei anderer Gelegenheit hatte er erklärt, dass er seit den 2000er-Jahren mehr als eine Milliarde Dollar in das Unternehmen investiert habe. Der ganz große Erfolg blieb bisher aus. Virgin Galactic hatte im vergangenen Dezember zwar ein bemanntes Flugzeug ins All geschickt, allerdings ging die Reise nicht sehr hoch. SpaceShipTwo mit zwei Piloten an Bord erreichte bei dem Testflug eine Höhe von 82,7 Kilometern, was nach US-Definition die Grenze zum Weltraum bedeutet. Nach internationale Standards erfolgt der Übergang bei 100 Kilometern. Virgin Galactic hatte den Flug nach einem tödlichen Unfall im Jahr 2014 mehrfach verschoben.

(c) Getty Images (Sandy Huffaker)

Estádio Nacional de Brasília Mané Garrincha

Das Estadio Nacional - Mane Garrincha in Brasilia bietet Platz für 68.009 Zuschauer und war am 15. Juni 2012 das Eröffnungsstadion für den Confederations Cup, die WM-Generalprobe. Die Kosten für den Bau lagen umgerechnet bei 300 Millionen Euro. Das Stadiongelände wird aufgrund der hohen Erhaltungskosten mittlerweile aber nicht mehr für Fußballspiele, sondern als Bus-Depot genutzt, in der Arena befinden sich außerdem Büros für 400 Beamte.

(c) imago/Xinhua (imago sportfotodienst)

The Harmon Hotel

2007 hat die Geschichte dieses 250 Millionen Euro teuren Gebäudes in Las Vegas begonnen. Geplant war ein Hochhaus in elliptischer Bauform mit 400 Hotelzimmern und 207 Eigentumswohnungen. Bereits ein Jahr später wurden schwere Baumängel festgestellt. 2013 fiel die Entscheidung, The Harmon wieder abzubauen. Der Abbau kostete die Eigentümer 10 Millionen Euro.

(c) Getty Images (Ethan Miller)

Fyre Festival

Das Fyre Festival wollte 2017 eine perfekte Luxus-Party für finanzstarke Schönheiten (und ihre Kinder) sein. Die Ticketpreise lagen zwischen 1000 und 25.000 US-Dollar. Als Austragungsort wurde die Bahamainsel Fyre Cay gebucht. Die ursprünglich für zwei Wochenenden geplante Party endete im Chaos. Die (spärlich vorhandene) Infrastruktur brach komplett zusammen. Die Veranstalter waren Billy McFarland und der Musiker Ja Rule. McFarland wurde wegen Überweisungsbetrug zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Schadensersatzklagen in Höhe von bis zu 100 Millionen Dollar stehen noch aus.

(c) imago/ZUMA Press (William N. Finley IV)

Spreepark

Das ist der erste und einzige Freizeitpark der DDR in Berlin Treptow-Köpenick. Nach einer jahrelangen wirtschaftlichen Hochschaubahnfahrt meldete der Eigentümer 2001 Insolvenz an. Das Schuldenpensum betrug 11 Millionen Euro. Schausteller und Eigentümer Norbert Wittes setzte sich folglich nach Peru ab, um dort wieder einen Freizeitpark zu leiten – der ebenfalls pleite ging.

(c) imago images / Le Pictorium (via www.imago-images.de)

Ringracer

10,4 Millionen Euro für vier Tage Nervenkitzel? Eine Achterbahn gleich neben dem Nürburgring? Klingt nicht unlogisch. Leider hatte die Anlage kein Glück. Technische Probleme und unzureichende Sicherheitskonzepte führten dazu, dass die Stahlachterbahn mit vier Jahren Verzug eröffnete. Und dann? Vier Tage nach der Eröffnung meldete der Nürburgring Insolvenz an. Der neue Eigentümer nahm die Achterbahn nicht in Betrieb.

(c) imago sportfotodienst (imago sportfotodienst)
Kommentar zu Artikel:

Nette Idee, schlechte Umsetzung

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.