Amanshausers Album: Feuerwerkswettbewerb

Unsere Pyrotechniker heißen „steyrFire“. Sie nehmen an einem Turnier in Hannover teil.

(c) Martin Amanshauser

Der Internationale Feuerwerkswettbewerb lädt seit 27 Jahren in die barocken Herrenhäuser Gärten Hannovers. Dieses Jahr jagen Teams aus Spanien, England, Polen und den USA Feuer in die Luft – und Österreicher. Am 10. Juni kam die Pyrotechnik-Truppe „steyrFire“ dran, bekannt geworden u.a. durch das Eröffnungsfeuerwerk für Linz 09.

Am Nachmittag, während der Letztkontrolle ihrer Geschosse, bemerkt man bei Kurt Reichenpfader, René Langer und Nikolaus Langer (Vater und Sohn) durchaus Anspannung. Abends wird ihre Arbeit ja nur darin bestehen, einen Knopf zu drücken. Die Software, an der sie monatelang minutiös gearbeitet haben, führt das 25-Minuten-Programm mit Musik durch. Wird alles klappen, läuft jeder Schuss von einer der 40 Positionen synchron zur Musik? „Wenn ich die Kugel auffischieß – Paff – nach ein paar Sekunden ists vorbei“ erläutert René die Problematik, „aber bei den Zuschauern darf die Spannung nicht nachlassen.“

Die Kosten? Nicht gerade die Lieblingsfrage: „Darüber möchte ich ehrlich gesagt nicht sprechen“, sagt Nikolaus, „zahlen tuts der Veranstalter.“ Heutzutage spielt in der Branche der Umweltgedanke mit: „Die Zeit von Schwermetallen, Bleigemischen und Arsen ist vorbei.“ Regional schlägt global – drei Viertel des Materials beziehen die Pyrotechniker aus Europa, meist Italien.

Die zehn steyrFire-rer kommen im Frieden, aber mit gehörigem Kriegsvokabular. Sie donnern 750 Kugel- und Zylinderbomben hinauf, 3.000 Einzelzündungen inklusive Boden-Feuerwerks-Effekten wie bengalischen Feuern (ohne Rauchentwickler wie bei den Rapidfans!). Schnell Explodierende heißen Fontänen, während sich Vulkane langsam hoch aufbauen: „Es braucht eine durchgängige Linie, kein buntes Durcheinander. Wenig Lautstärke – und so wenig Rauch wie möglich!“

22.30 Uhr. Die Herrenhäuser Gärten sind gefüllt, dreitausend Menschen sitzen gespannt auf faltbaren Campingstühlen, liegen auf Picknickdecken, steyrFire schießen los. „Bin mal gespannt auf die Hymne“, sagt eine Zuschauerin, „die hört man so selten, die Ösis gewinnen ja nie was.“

Info

Beim Internationalen Feuerwerkswettbewerb in den barocken Herrenhäuser Gärten Hannovers.

Der Autor war Gast von Hannover Tourismus.

www.amanshauser.at

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Amanshausers Album: Feuerwerkswettbewerb

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.