Amanshausers Album: Gänzlich unnötige „Haustiere"

69 - Anderswo gibt es Bären. Bei uns sind eher nur Hunde gefährlich. Wie damit umgehen?

Risiko. Kommen Menschen Bären zu nahe, kann es gefährlich werden. Besonders dann, wenn eine hungrige Bärin in Gefolgschaft
Risiko. Kommen Menschen Bären zu nahe, kann es gefährlich werden. Besonders dann, wenn eine hungrige Bärin in Gefolgschaft
Risiko. Kommen Menschen Bären zu nahe, kann es gefährlich werden. Besonders dann, wenn eine hungrige Bärin in Gefolgschaft ihrer Kleinen unterwegs ist. – (c) REUTERS (Jim Urquhart)

Eine Bärin und zwei Jungtiere haben kürzlich bei einer Silbermine in Alaska einen 18-jährigen Minenarbeiter zerfleischt. Bären gab es dort immer, erstmals wurde ein Mensch attackiert. Die Tiere wurden im Gegenzug sofort erschossen. Ich kann den American Way verstehen. Als in der Großstadt Wien ein Rottweiler ein 16-monatiges Kind halbtot und letztlich totbiss, agierte man weitaus skrupelhafter. Erst als sich das Tier im Heim als total gestört erwies, wurde es eingeschläfert. Mich überraschte, dass sie bei uns im 21. Jahrhundert ein Tier, das einen Menschen auf diese Art attackiert und das ja jederzeit wieder tun kann, weiterleben lassen. Gut, vielleicht habe ich Vorurteile. Als Elfjähriger wurde ich von einem Schäfer ins Gesicht gebissen. Der durfte so lange weiter­leben, bis er später eine Frau lebensgefährlich verletzte. Gefühlsmäßig hänge ich der Zero-Tolerance-Politik an. Für mich liegt das Problem nur sekundär, wie oft gesagt wird, „am anderen Ende der Leine". Primär beißt ja das Tier.

Jüngst in Tiflis verbiss sich ein wuchtiger Straßenhund, dessen Annäherung ich nicht einmal bemerkt hatte, in die Gummiferse meines Schuhs. Durch Wutschreie verjagte ich ihn. Er „wohnte" vor meinem Hotel. Am nächsten Tag beobachtete ich, wie er einen fassungslosen Mitarbeiter der Tifliser Müllabfuhr über den Platz hetzte. Ich fragte mich, wieso dieser Hund, geschützt durch Tollwutmarke und wohl auch gesellschaftliche Akzeptanz, weiterlebt.

Der Homo sapiens hat konsequent jene Tiere vertrieben, oft sogar ausgerottet, die eine Gefahr für uns oder unsere Viehzucht darstellten. Doch wenn es um verhaltensgestörte und gänzlich unnötige „Haustiere" geht, die als lebende Drohgebärden in Gebrauch sind, argumentieren wir butterweich-liberal. Klar, der Mensch hat auf diesem Planeten viel zerstört und soll andere Spezies schützen. Doch auch ich als Tourist – oder Touristen bei uns – haben ein gewisses Recht auf Schutz.

Ein verpflichtender Maulkorb für Kampf- beziehungsweise Listenhunde (bei uns) und die Tötung aggressiver Straßenhunde (anderswo) würden die Lebens- und Reisequalität ­verbessern.

www.amanshauser.at

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