Top 8: Die interessantesten Anti-Sommer-Locations

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Sommerurlaub 2017: Moussaka, Pizza Calzone, Goldbrasse oder Kärntner Kasnudeln? Eine griechische Insel? Die Küste Kroatiens, die Küste Italiens? Der Millstätter See? Oder ein cooler Städtetrip mit der Chicken-or-Beef-Frage in einer Boeing? ... Oder gleich etwas ganz anderes. Hier acht außergewöhnliche Destinationen, die den klassischen Sommer ignorieren – jede auf ihre Art.

 

Martin Amanshauser
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Albanien, Tirana

Albanien, das am meisten unterschätzte Land Europas hat nicht nur die besten Adriastrände – das steht auf einem anderen Blatt – sondern auch die quirligste, bunteste Hauptstadt, Tirana (415.000 Einwohner). Vom zentralen Boulevard einen knappen Kilometer entfernt, direkt am Flüsschen Lana, befindet sich das witzige „Diplomat Fashion Hotel“, eine wunderbare Reminiszenz an die Innenstadt-Plüschcafés jener Länder, die in den Neunziger Jahren von hinter dem Eisernen Vorhang hervortraten.

Martin Amanshauser
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Ganz hoch sitzt man im „Sky Club, Panoramic Bar & Restaurant“, das Panoramacafé im Sky Tower (Rruga Deshmorët e 4 Shkurtit, den unauffälligen Lift im Foyer nehmen), auch hier wieder Plüschstil. Die Innenstadt präsentiert sich aus der Vogelperspektive: der Skanderbeg-Platz mit Nationalmuseum und Moschee, der Nënë-Tereza-Platz (Mutter Teresa-Platz).

Auch der Blloku ist sichtbar, die coole Ausgehmeile Tiranas – einst das Luxusviertel der Politbüro-Oberschicht unter dem Diktator Enver Hoxha (1908-1985). Damals war der Blloku-Bereich auf Stadtplänen einfach ausgespart, heute regieren die Hipster.

Martin Amanshauser
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Ist es im Zentrum zu heiß, empfiehlt sich eine Seilbahnfahrt auf den Stadtberg Dajti (1613 Meter Seehöhe), einer der höchsten Gipfel der Krujakette (Skanderbeg-Gebirge), der heute als Nationalpark unter Schutz steht und als „Balkon von Tirana“ bezeichnet wird. Die Bahn ist von der österreichischen Firma Doppelmayr gebaut worden (2005). Die Bergstation serviert den in Albanien üblichen großartigen Espresso – was den Sommer auf jeden Fall schon einmal rettet.

Martin Amanshauser
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Hongkong

Manche behaupten, dass sich in Hongkong die wirklich sonnenklaren Tage pro Jahr an ein paar Händen abzählen lassen. Das ist Übertreibung. Aber ein bisschen Nebel und Smog sind fast immer da – nie weiß man genau, ob das eine oder das andere, oder gar eine Mischung? Die Anlegestation der Star Ferry bei „Central“ auf Hongkong Island stellt seit 139 Jahren die verlässlichste Verbindung nach Kowloon (Tsim Sha Tsui) dar. Fahrtdauer bei Überquerung des Victoria Harbours: 9 Minuten. Kosten: fast gar nichts. Bester Spaß in der Stadt!

Martin Amanshauser
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Nachtszene auf einem der Nachtmärkte, hier auf dem Temple Street Market, dem lebendigsten Markt in Kowloon (MTR-Station Yau Ma Tei und Jordan). Vormittags eine ganz normale Straße, wird sie ab 14 Uhr für Autos gesperrt und transformiert sich in einen Touristen-Spot.

Die Einheimischen kommen auch, vor allem, weil der Markt billiges kopiertes Herrengewand hat. Sie zahlen allerdings andere Preise – Heimvorteil. Exzellente Reis-, Grill- und Seafood-Stände (in Hongkong „dai pai dong“ genannt) an den Straßenecken, unterstützenswert, denn der kantonesische Würstelstand ist wegen Investorenpolitik in Gefahr.

Martin Amanshauser
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Ein echtes Dim Sum ist nicht so leicht zu finden, doch es lohnt sich. Dort gibt es keine klassischen kantonesischen Speisen, sondern Teewagen, die zwischen den Tischreihen durchgeschoben werden.

Auf ihnen befinden sich die gedämpften oder frittierten Dim Sum (das ist die englische Schreibung, man sagt Dim Sam, ein Synonym für „kleiner Imbiss“, oft eine Mittags- oder Nachmittagsjause), meist in Bambuskörbchen, in der Mehrzahl gefüllte Teigtaschen. Auf dem Schreibblock wird die Konsumation eingetragen. Grünen Tee gibt es gratis dazu ... viele sagen „Yum cha“ zu Dim Sum, was einfach nur „Tee trinken“ bedeutet.

Martin Amanshauser
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Slowakei, Bratislava

Das “1. Slovak Pub”, “First Slovak Pub”, ist eine Institution in der Obchodná, der Einkaufsstraße von Bratislava (slowakische Hauptstadt, 420.000 Einwohner). Die Mutter aller Studentenlokale, in einem 150 Jahre alten rustikalen Holzhaus, nicht frei von Nationalismen, hat viele Räume. Unterhält seinen eigenen Biobauernhof.

Die Spezialität ist das Bryndzové halušky, Brimsennockerl, so Art Erdäpfelspätzle mit Schafskäse und Speck, in verschiedenen Varianten. Süße Buchteln. Und das Bier sowieso. Vorsicht beim Hinaustorkeln aus dem ersten Pub des Landes – draußen rollt die Tramway!

Martin Amanshauser
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Wie kann ein Slowake auch nur daran denken, Cola (bzw Pepsi) zu trinken? Da soll es noch so tolle Kampagnen der Mitbewerber geben (hier vor dem Tesco-Supermarkt am Rand der Innenstadt), Slowaken mit National- und Ehrgefühl ziehen die amerikanischen Giganten gar nicht in Betracht.

Kofola ist seit 1962 die (einst tschecho-)slowakische Version von Cola, leicht ingwerhaltig, süß und auf Kaffeebohnenbasis. Man erhält sie auch in Guave, Sauerkirsch oder Zitrone. Das Getränk ist heute in polnischem Mehrheitsbesitz. Das erste slowakische Pub (voriges Bild) führt diese Flüssigkeit übrigens.

Martin Amanshauser
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Bratislava ist keine Sommerdestination. Dieses Haus steht für alles, was die Stadt jahrzehntelang geprägt hat: die Nähe und Wirtschaftskraft einer Großstadt (Wien und Bratislava sind die geographisch nächsten Hauptstädte Europas), die jämmerliche Architektur, die invasive Werbung, die alles darf und wenig erreicht. Und doch hat die slowakische Hauptstadt ein Atout gegenüber ihren Mitbewerbern: sie ist gemütlich, freundlich und die Investoren halten sich (noch) zurück. Die Goldgräberphase wird erst kommen.

Martin Amanshauser
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Timor-Leste, Dili

Timor-Leste wird auch Osttimor genannt, aber das Land legt Wert auf die portugiesische Ursprungsbezeichnung. Timor-Leste ist schließlich einer der jüngsten Staaten der Welt, 2002 als 191.

Mitglied der Vereinten Nationen anerkannt, da will man einen einheitlichen Namen. Außerdem möchte man keine indonesische Provinz mehr sein, das war man lange genug, 1976-2002 als Provinz Timor Timur, was beides “Osten” bedeutet und auf die Außenlage hinweist. Das Plakat in einem Vorort von Dili sagt: “Alle zusammen für die Zukunft von Timor.” Auf Portugiesisch und Bahasa Indonesia. Und ganz ohne Leste.

Martin Amanshauser
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Timor-Leste war immer von Indonesien abhängig, hat eine massiv negative Außenhandelsbilanz und keine Industrie. Der Kmanek Supermarket in der Innenstadt der Hauptstadt Dili (250.000 Einwohner) wird sich vielleicht in einer fernen Zukunft auf Mineralwasserfläschchen für Touristen spezialisieren.

Immerhin liegt er nur einen Block vom Strand entfernt. Heute betätigt Kmanek sich als Importeur aus Singapur und Greißlerladen mit Tiefkühlabteilung – will in Zukunft aber auch auf die eigene Krabbenzucht setzen und sich in der lokalen Viehzucht betätigen.

Martin Amanshauser
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Worüber Timor-Leste durchaus verfügt, das sind (Traum-)Strände, die Insel ist vergleichbar mit Bali – nur fehlt die Infrastruktur, der Sommertourismus beträgt quasi null. Die meisten Ausländer, die das Land bisher betreten haben, hängen auf die eine oder andere Art mit der UNO zusammen.

Auf einem Hügel nahe des Dilier Stadtstrands Areia Branca („Weißer Sand“), steht die Jesusstatue aus dem Jahr 1988, ein kupferner Cristo Rei („Christuskönig“) wie in Rio de Janeiro, nur viel kleiner und schon etwas verwelkt. Mit seinen 14 Leidens-Stationen und der Kapelle im Felsen drin wäre er, würde ihn jemand besuchen (die Plattform ist meist leer), eine brauchbare Sehenswürdigkeit zukünftiger touristischer Aktivitäten.

Martin Amanshauser
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Dominica

Dominica ist ein Inselchen in der Karibik, mit 75.000 Einwohnern ein eigener Staat, aber doch ganz anders als die restlichen karibischen Inseln. Nämlich schöner. Neben Strand hat sie Wasserfälle, Bergseen und Felsen, über die, wie es heißt, 365 Flüsse fließen.

Weil der tropische Regenwald einen Großteil der Insel bedeckt, gilt Dominica als Ökotourismus-Insel. Als Glück hat sich bisher herausgestellt, dass auf dem Flughafen keine internationalen Flüge landen dürfen. Dominica ist nur über den Seeweg erreichbar. Nachteilig für den Tourismus ist allerdings, dass Dominica nur allzu oft mit der Dominikanischen Republik verwechselt wird

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Dominica hat nichts mit den Dominikanern zu tun. Die Insel heißt so, weil sie von Kolumbus 1492 an einem Sonntag „entdeckt“ bzw betreten wurde. Die ursprünglichen Bewohner, die Arawak, sind ausgestorben.

Überlebt haben etwa 5.000 Kariben, sie leben heute in einem Reservat und sind die einzigen karibischen Urbewohner, die die Eroberungsgeschichte überstanden. Ihre Sprache haben sie verloren, die letzte Sprecherin verstarb jüngst, sie reden Antillen-Patois und Englisch. Im Lauf der Jahrhunderte wechselten sich Briten und Franzosen in der Herrschaft ab. „Weitergabe ist verboten. Ich werde bald zurück sein“, steht auf diesem verwilderten Haus.

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Im Nordwesten der Insel, nicht weit vom kleinen Städtchen Portsmouth, befindet sich ein Strand mit einem Lebensmittelgeschäft, in einem Fischerdörfchen im Nichts. Ein Tisch, ein Hund, ein Mann, eine Flasche Bier. In Blickrichtung ein paar Fischerboote mit abgeblättertem Farbanstrich. Die Besitzerin des Geschäfts macht Sandwiches und schenkt Bier aus – wenn sie nicht gerade mit ihrer Tochter spielt. Sonst geschieht dort wenig. Man könnte glauben, Dominica sei eine normale, etwas ausgestorbene Karibikinsel.

Martin Amanshauser
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Island

Wem an den klassischen Urlaubsdestinationen zu heiß ist, der ist in Island gut bedient. Die größte Vulkaninsel der Erde ist etwas größer als Österreich, hat aber nur 340.000 Einwohner. Verlässliche Sommerregenfälle sorgen in den Hochebenen für eine frischgrüne Landschaft.

Manche der Häuschen skandinavischen Stils haben sogar grasbewachsene Dächer. Nach dem Finanzcrash Ende der Nuller Jahre sank das Preisniveau Islands auf die Hälfte, inzwischen hat sich die Wirtschaft erholt und die irren Bierpreise haben sich wieder eingerenkt. So oder so, der Tourismus floriert.

Martin Amanshauser
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Der Gullfoss ist der berühmteste Wasserfall Islands, von der Hauptstadt Reykjavík leicht zu erreichen, meist in einer kleinen Runde, die auch den berühmtesten Geysir des Landes (“Strokkur”) einschließt. Die Hvítá, ein Fluss, der hier über zwei Stufen 32 Meter nach unten stürzt (zunächst 12 Meter, dann 21 Meter) produziert einen tollen Sprühregenvorhang. 140 Kubikmeter Wasser pro Sekunde im Sommer, 80 Kubikmeter im Winter stürzen in die Tiefe. Die Hvítá kommt aus dem 40 Kilometer höher gelegenen Langjökull und fällt in einen engen Canyon.

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In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, die Hvítá für ein Wasserkraftwerk zu bändigen. Die Landbesitzer Tómas Tómasson and Halldór Halldórsson hatten mit britischen Investoren einen 50.000-Isländische-Kronen-Vertrag geschlossen.

Ohne mit der Energie von Sigríður Tómasdóttir (1874-1957) zu rechnen, Tochter des ersteren, die die 120 Kilometer in die Hauptstadt wanderte und in den Minsisterien für „ihren“ Wasserfall kämpfte. Gerne drohte sie dabei, sich ihn hinunterzustürzen. Die gute Sigrid setzte sich durch, und ihr Bildnis ist heute noch am Wasserfall zu finden. Der Vertrag wurde annulliert, Sigríður gilt als Vorkämpferin für das größte Kapital Islands, die Natur.

Martin Amanshauser
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Zimbabwe, Harare

Auf der Autobahn vom Flughafen Harare ins Zentrum wird man vom Unabhängigkeitsjahr Simbabwes (früher Rhodesien, britisch, 13 Millionen Einwohner) informiert, 1980 trennten sich die Wege. Der 1924 geborene Diktator Robert Mugabe, ursprünglich eine charmante Politmischung aus Maoist und Christ, war damals erster Premierminister und ein ambitionierter Anti-Kolonialismus-Kämpfer, der um Ausgleich zwischen den Bevölkerungsgruppen rang. Das änderte sich um die Jahrtausendwende. Heute gilt das “System Mugabe” als seines der korruptesten, rassistischsten und repressivsten des Kontinents.

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Ein ganz normaler Vormittag in Harare, der 3-Millionen-Einwohner-Hauptstadt (Ballungsraum) des südafrikanischen Staates, die über spektakuläre Architektur-Katastophen ebenso verfügt – hier ein Haus mit Tastatur – wie über schöne Kolonialarchitektur und richtungsweisenden Neubauten, zum Beispiel das Eastgate Centre mit seiner natürlichen Kühlung (“natürlichen Konvektion”), das dem System eines Termitenbaus nachempfunden ist. Bis 1982 hieß Harare noch Salisbury (oder Fort Salisbury) nach dem britischen Premierminister Lord Salisbury.

Martin Amanshauser
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Die schwierige politische Situation hält diese Arbeiter auf der Plattform eines Pick Up Trucks nicht von ihrer Fröhlichkeit ab. Harare wurde 2009 in einer Studie (“Econimist Intelligence Unit´s livability poll”) zur Stadt mit der niedrigsten Lebensqualität der Welt erhoben … die höchste hat laut diesem Bericht Vancouver.

Als Faktoren galten politische Stabilität, Gesundheitsversorgung, Umweltsituation, Kultur, Bildung- und Infrastruktur. Es gibt schlimme Geschichten: Berüchtigt u.a. die “Operation Murambatsvina”, bei der Slumviertel niedergerissen und geräumt wurden, in denen die Gegner von Diktator Mugabe eine starke Opposition bildeten.

Martin Amanshauser
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Wales

Swansea, Stadtviertel Uplands: Am Cwmdonkin Drive steht an einer Steigung ein unauffälliges Haus – hier wurde im Vorderzimmer einer der berühmtesten Lyriker des 20. Jahrhunderts geboren, Dylan Thomas (1914-1953). Der adoleszente Dylan schrieb in seinem Jugendzimmer 200 publikable Gedichte, er galt als Wunderkind.

Zum Glück hatte das Haus immer finanzschwache Mieter, bevor ein Verein (www.dylanthomasbirthplace.com) es übernahm, der nun das Andenken des walisischen Schriftstellers wahrt. Niemand nahm je große bauliche Veränderungen vor, so konnte man es leicht in eine Art Originalzustand mit Möbeln aus den Zehner bis Dreißiger Jahren bringen.

Martin Amanshauser
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Ein Sommer in Swansea (240.000 Einwohner, laut Dylan Thomas “this ugly, beautiful town”) hat so seine Vorteile. Nicht übermäßig heiß. Und man kann was trinken gehen, ohne schief angeschaut zu warden. Auch in der Uplands Tavern (42 Uplands Crescent) ist man auf den Spuren des größten walisischen Lyrikers. Schon der Vater von Dylan Thomas flüchte sich auf ein Guinness in dieses Pub – selbstverständlich auch der junge Dylan selbst.

Ja, man kann sagen, dass Dylan hier, ein paar hundert Meter talwärts von seinem Geburtshaus 5 Cwmdonkin Drive, mit dem schweren Trinken begann, das sein Leben prägen sollte. Netter Biergarten vor dem Haus, regelmäßige Livemusik.

Martin Amanshauser
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Im Strandörtchen Laugharne, nahe vom Boat House, wo die Familie Thomas 1949-53 lebte und wo Dylan in einer Holzklause auf dem Felsen dichtete, liegt sein Grabmal auf einem Hügel, bei der Kirche St. Martins: ein schlichtes weißes Kreuz. Nicht weit davon liegt seine Frau und Trinkkumpanin Caitlin (1913-1994), die unter den Besonderheiten des kleinen, komplizierten und polygamen Dichters litt, aber dabei ihren Humor nie verlor, wovon ihr Erinnerungs-Buch “Leftover Life to kill” (1957, auf Deutsch “Riss im Himmel quer”) zeugt. St. Martin´s ist sicher einer der traurigsten Orte in Wales, und vielleicht der ruhigste.

Martin Amanshauser