Ljubljana: Geliebte Stadt zwischen Alpen und Mittelmeer

Die TV-Journalistin Mojca Mavec verrät ihre besten Tipps für einen Besuch von Ljubljana, das so viel mehr ist als ein Stopp auf dem Weg ans Meer.

Ljubljana
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Ljubljana – Reuters

Lange Jahre war Ljubljana für viele Österreicher eher ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Meer. Was dieser schönen Stadt nie gerecht wurde, wie immer mehr Reisende entdecken. „Ljubljana kommt von Ljubljena, was wörtlich übersetzt ,geliebte Stadt‘ bedeutet – und das ist sie auch“, erklärt Mojca Mavec, Reisejournalistin des nationalen slowenischen Fernsehens. Die Stadt sei in den vergangenen Jahren noch einmal um einiges liebenswerter geworden, findet die gebürtige Ljubljanerin: „Ich bin in den 1970er-Jahren hier aufgewachsen, und es ist einfach schön zu sehen, wie sich Ljubljana verändert, wie das Leben hier beispielsweise wieder zum Fluss zurückgekehrt ist und es große Fußgängerzonen gibt“, erzählt sie.

Liebenswert sei ihre Heimat allerdings immer schon gewesen, was vor allem an der besonderen geografischen Lage Ljubljanas liege. Denn in der Mitte von allem zu sein bringe eben nicht nur den Nachteil, ein Zwischenstopp am Meer zu sein – sondern auch viele Vorteile: „Wir liegen an der Schnittstelle des mediterranen und des alpinen Raums, an der Kreuzung so vieler Kulturen, deren Einflüsse überall zu finden sind – vom Barock bis zur Wiener Sezession“, erklärt sie. Und nimmt uns mit auf einen Stadtspaziergang durch ihre Stadt, auf dem sie ihre liebsten Plätze und besten Tipps für einen Besuch verrät.

Übernachten

„Die versteckten Innenhöfe gehören zu den schönsten Geheimnissen Ljubljanas, und ein besonders schöner findet sich im Hotel Antiq mitten im Zentrum“, verrät die Reisejournalistin. Das Vier-Sterne Boutique-Hotel befindet sich in einem Palast aus dem 16. Jahrhundert und gehört zu der Small Luxury Hotels of the World Collection. Das Haus ist mit Stilmöbeln und Antiquitäten gediegen eingerichtet. Die Zimmerpreise beginnen bei rund 150 Euro pro Nacht und Zimmer. Antiq Hotel Spa, Vegova 5a/Gosposka 10, www.antiqpalace.com

Wenn es eher trendig, stylisch, modern sein soll, empfiehlt Mavec das Hotel Cubo. „Hier gibt es neben den coolen Zimmern vor allem auch die Gelegenheit, chic am Abend zu essen. Überdies ist das Frühstück hier großartig“, schwärmt die gebürtige Ljubljanerin. Die Lage mitten im Zentrum genau wie im Hotel Antiq bringt kurze Entfernungen zu jeder Menge Restaurants und Bars in der näheren Umgebung. Hotel Cubo, Slovenska cesta 15, Doppelzimmer ab 145 Euro, www.hotelcubo.com

Wer auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft ist, die dennoch etwas Besonderes ist, dem legt die 45-Jährige das Hostel Celica ans Herz. „Das Haus liegt ebenfalls im Zentrum, mitten in Ljubljanas jungem Künstlerviertel, war einst ein Gefängnis und gehört heute zu den einzigartigsten Hostels der Welt“, so die Slowenin. Hier lässt es sich stylisch, aber günstig in künstlerisch gestalteten ehemaligen Zellen wohnen. Die Preise liegen je nachdem, ob es im Doppelzimmer oder Schlafsaal, mit eigenem oder Gemeinschaftsbad sein soll, zwischen 18 Euro pro Bett oder 84 Euro pro Zimmer. Hostel Celica, Metelkova ulica 8, www.hostelcelica.com

Essen und Trinken

„Der Odprta Kuhna, Ljubljanas Food-Markt, ist von März bis Oktober geöffnet und ein absolutes Muss, wenn man freitags in der Stadt ist“, legt Mavec den Besuchern das slowenische Pendant zum Naschmarkt ans Herz. „Dann verwandelt sich der Marktplatz in der Altstadt in einen großen Melting Pot von allen Speisen, die die besten Lokale Ljubljanas zu bieten haben – einheimische Weine, Biere und Brände inklusive“, schwärmt die Reisejournalistin. Abgesehen von den kulinarischen Möglichkeiten finden Reisende hier die beste Gelegenheit, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Pogačarjev trg 1, www.visitljubljana.com/de/besucher/events/speisemarkt-odprta-kuhna-offene-kueche-2/

„Eigentlich sind wir Slowenen nicht die richtigen für Tapas, denn wir mögen große, sättigende Portionen“, lacht Mavec. „Aber die TaBar hat in dieser Hinsicht für einen Sinneswandel gesorgt.“ In dem kleinen Restaurant unter gewölbten Decken finden sich slowenische Spezialitäten modern interpretiert; werden die kulinarischen Einflüsse, die die mediterrane, die österreichische, die ungarische und die kroatische Küche auf die slowenische haben, in kleinen Bissen zelebriert. „Außerdem gibt es eine gute Auswahl heimischer Biere und Weine“, ergänzt die Journalistin. TaBar, Ribji trg 6, www.tabar.si

Wenn es elegant, formell und preisgekrönt sein soll, darf natürlich ein Besuch im Strelec nicht fehlen. „Igor Jagodic ist gerade wieder von Gault Millau für seine modernen Gerichte aus lokalen Zutaten zum Küchenchef des Jahres gekürt worden“, berichtet Mavec. Neben großer Küche hat das Restaurant im Schloss auch noch einen der besten Ausblicke über die Stadt zu bieten. Restaurant Strelec, Grajska planota 1, kaval-group.si/strelec.asp

Einkaufen

Ljubljanas erster Fair-Trade-Shop ist das 3Muhe – wörtlich übersetzt: drei Fliegen – und laut Mavec wirklich einen Besuch wert: „Hier findet man eine schöne Auswahl von Kunsthandwerk, Gewürzen, Kaffee und Lebensmitteln“, erklärt die Reiseexpertin. Außerdem lohne sich ein Besuch im fünf Minuten entfernten Schwesterunternehmen, dem Café Čokl, wo Fair-Trade-Kaffee und -Kakao verkostet werden können. 3Muhe, Stari trg 30; Café Čokl Krekov trg 8.

Wer sich für die Produkte slowenischer Designer interessiert, sollte unbedingt im Zoofa vorbeischauen. „Hier finden sich Unikate heimischer Designer von Kleidung bis zur Innenausstattung“, empfiehlt sie. Zoofa, Breg 12, www.zoofa.si

Und für ganz klassische Shopping-Erlebnisse ist die Galerija Emporium die erste Adresse Ljubljanas. „Das ist ein Luxuseinkaufszentrum in einem wunderschönen Art-déco-Gebäude mitten in der Innenstadt“, schildert Mavec. Was noch ein Argument ist: „Es hat auch sonntags geöffnet.“ Galerija Emporium, Prešernov trg 4b, www.galerijaemporium.si

Ausgehen und feiern

Das Nachtleben Ljubljanas gilt schon lang als Geheimtipp, für das auch manche Österreicher einen kurzen Wochenendtrip in Kauf nehmen. Für Mavec gehört dabei die ČinČin-Bar in der ehemaligen Tabakfabrik zu den derzeit besten Lokaltipps: „Das ČinČin ist hip und hipster, ein beliebtes Ziel für urbane Kultur- und Jazzfans mit einer der besten Getränkekarten der Stadt“, so die Journalistin. „Ein cooler Platz für lange, warme Sommernächte, in denen im Garten immer wieder Festivals stattfinden.“ ČinČin Tobačna, Tržaška cesta 2, https://tobacna.eu.

Für Nachtschwärmer, die einen Blick in Ljubljanas Undergroundszene werfen wollen, ist das Metelkova eine gute Anlaufstelle. „Einst war es das größte besetzte Haus der Stadt, heute ist es ein unabhängiges Zentrum mit Kunstevents, Bars, Galerien, einem LGBTQ-Club und anderen Locations, an denen sich die unterschiedlichsten Richtungen von Live-Underground-Musik finden lassen. Metelkova, Metelkova ulica 10, www.metelkovamesto.org

„Wenn man einfach nur die Nacht durchtanzen will, sollte man im Klub Circus vorbeischauen“, meint Mavec. Dort legen slowenische und internationale DJs aktuelle Musikstile auf, finden Konzerte und Studentenpartys statt. Klub Circus, Trg mladinskih delovnih brigad 7, https://cirkusklub.si; www.visitljubljana.com/de/besucher/aktivitaeten/unterhaltung/klub-cirkus

Kunst, Kultur, Architektur

„Zunächst einmal ist das Stadtmuseum der beste Ort, um einiges über unsere Geschichte und unsere Stadt zu erfahren“, legt die Journalistin Besuchern einen klassischen Auftakt ans Herz. Im Untergeschoß kann man immer noch die romanischen Mauern bewundern, auf denen das Haus erbaut wurde, genau wie das älteste mit einer Holzachse ausgestattete Rad der Welt, das etwa um 3350 bis 3100 vor Christus im Ljubljaner Moor entdeckt wurde. „Außerdem lässt sich hier an einem regnerischen Tag wunderbar Kaffee trinken“, fügt sie hinzu. Stadtmuseum Ljubljana, Gosposka ulica 15, https://mgml.si/en/city-museum

Architekturinteressierte kommen an Ljubljana ohnedies nicht vorbei, denn ein Architekt – Jože Plečnik – prägt die ganze Stadt bis heute: die Verbauung an der Ljubljanica, die Promenade, die berühmten Drei Brücken (Tromostovje), aber auch der Friedhof Navje. So empfiehlt Mavec sehr, das Plečnik-Haus zu besuchen. „Das ist das einstige Wohnhaus und Studio von Sloweniens berühmtestem Architekten, der ein Schüler Otto Wagners war“, erklärt Mavec. Und übrigens auch einiges in Wien oder Prag gebaut hat. Wer etwas mehr Zeit mitbringe, sollte außerdem die neue „Bart-Tour“ durch die Stadt mitmachen, die sich mit dem Fahrrad auf die Spuren Plečniks, des Schriftstellers Ivan Cankar und des Malers Rihard Jakopič begibt. Plečnik-Haus, 6, Karunova ulica 4, https://mgml.si/en/plecnik-house; www.visit-ljubljana.com/de/besucher/fuehrungen-und-ausfluege/bart-tour/

„Spaß und Lernen verbinden sich im Muzej iluzij, dem Musuem der Illusionen“, rät Mavec zu einem weiteren Besuch. „Es ist eine der meistfrequentierten Attraktionen Ljubljanas, denn dort kann man die Grenzen der eigenen Wahrnehmung austesten.“ Außerdem Pflicht: ein Foto vom Ames Room – in dem man sich vergrößert oder verkleinert. Muzej iluzij, Kongresni trg 13, http://muzejiluzij.si/en

Allgemeine Infos: www.visitljubljana.com; www.slovenia.info/de

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2019)

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