Treviso: Es muss nicht immer Venedig sein

Tiramisu zum Frühstück? Treviso liegt zwar auf dem Festland, besitzt aber ebenfalls Kanäle, Brücken und Paläste – und kulinarische Genüsse.

Palazzo am Fluss Sile in Treviso.
Palazzo am Fluss Sile in Treviso.
Palazzo am Fluss Sile in Treviso. – (c) imago stock&people (imago stock&people)

Auf der Theke türmen sich geröstete, mit San-Daniele-Schinken, Pilzen oder Thunfisch belegte Brote, daneben stehen Teller mit Polenta, Stockfisch, Oliven, Radicchio und eingelegten Artischocken sowie diverse Käsesorten mit Feigenkompott. Was aussieht wie ein herzhafter Brunch, ist nur das Beiwerk zum Aperitif. Cicchetti heißen die köstlichen Kleinigkeiten in und um Venedig. Eine Flasche Prosecco nach der anderen entkorken die Kellner dazu; die halbe Stadt ist auf den Beinen, um sich vor dem Mittagessen mit dem Nötigsten zu stärken.

„Es ist viel leichter, hier gut zu essen als in Venedig“, sagt Stadtführerin Tiziania Benincà, die in der im Herzen Trevisos gelegenen Proseccheria dell'Oste Platz genommen hat. In der Lagunenstadt müsse man genau wissen, wohin man gehen könne, so Tiziania. Das liege natürlich an Venedigs Glück und Geißel: den Touristen. „In Treviso gehen vor allem Einheimische aus, wer hier nicht gut kocht, kann bald schließen.“ In Venedig hingegen beginne jeder Gastronom täglich vor neuem Publikum.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2019)

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