In Belgien wird man zum Schokoladesnob

Eine kurze Anleitung zur Wahl des besten Stoffes.

Seit meiner Kindheit hatte ich stets das, was man im Englischen einen „Sweet Tooth“ nennt. Vor allem ein Leben ohne Schokolade erscheint mir, in Abwandlung des bekannten Aperçus, möglich, aber sinnlos. Seit ich in Belgien lebe (und das tue ich, mit kürzeren und längeren Unterbrechungen, seit 16 Jahren), hat sich meine Beziehung zu den Hervorbringungen der Kakaobohne jedoch wesentlich geändert. Ich bin ein Schokosnob geworden. Konnte ich früher problemlos eine Tafel Schoko-Nuss inhalieren, will mir das, was in Österreich als „Schokolade“ verkauft wird, nun nicht mehr munden. Denn Belgien ist der Schokoladen- und Pralinenhimmel.

Durch welche Pforten soll man ihn aber betreten? Gewiss: Großmarken wie Neuhaus oder Galler produzieren sehr gute Ware. Doch meinen Gästen in Brüssel empfehle ich Besuche zweier Chocolatiers: einerseits Pierre Marcolini, wenn man es ein bisschen extravagant mag (in seinem Hauptgeschäft am Grand Sablon sieht es aus wie bei einem Juwelier). Andererseits Mary, benannt nach der Gründerin Mary Delluc, wenn man die besten klassischen Pralinen der Welt möchte, Ware also, die kultivierte ältere Damen aus gutem Haus nach dem Diner in ihren Villen in Uccle servieren lassen.

Übrigens hat dieser Tage in Antwerpen Octave eröffnet, ein Restaurant, das unter Mitführung des Meisterchocolatiers Patrick Aubrion, der 14 Jahre die rechte Hand von Pierre Marcolini war, auf Basis von Kakao kocht. Seien Sie sich dessen gewiss, dass mein Reporterethos mich dazu nötigt, Ihnen hierorts baldmöglichst Bericht zu erstatten.

oliver.grimm@diepresse.com


Nächste Woche:
Timo Völker

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2019)

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