Kuriose Fakten: Unbekanntes New York

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Jahrzehnte lang gehörte das heutige New York als Kolonie zu Holland. Im Jahr 1626 kauften geschäftstüchtige niederländische Kaufleute die Insel Manna-Hatta, die "hügelige Insel", den amerikanischen Ureinwohnern ab - zum Spottpreis. Kaufpreis waren Waren im Wert von gerade einmal 60 Gulden, so heißt es zumindest in der Legende.

(c) REUTERS
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Die Insel wurde schließlich in Nieuw Amsterdam umbenannt und war Verwaltungssitz der Kolonie. Bis 1664, als sich die Niederländer kurz vor einem erneuten Kriegsausbruch mit England kampflos ergaben. Da die Eroberung der Stadt Jakob, Herzog von York, zugesprochen worden war, wurde Nieuw Amsterdam in New York umbenannt.

(c) REUTERS
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Er ist einer der meistfotografierten Straßenmusiker der Welt. Neben der Freiheitsstatue ist er das Symbol New Yorks – für manche zumindest: Robert Burck – besser bekannt als Naked Cowboy. Mit seinem weißen Unterhöschen, seinem Cowboyhut und den Westernstiefeln steht der Amerikaner seit nun 17 Jahren nahezu täglich am New Yorker Times Square.

(c) REUTERS (Andrew Kelly)
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Zu Stoßzeiten wird er, seinem Management zufolge, bis zu 10.000 Mal fotografiert – pro Stunde. So hat es der 45-Jährige bereits zum Multimillionär geschafft. Denn aus dem Nackt-Auftritt ist mittlerweile ein millionenschweres Geschäft geworden. Unter seiner Leitung arbeiten inzwischen sieben weitere Cowboys und Cowgirls, darunter auch seine Frau Patricia Cruz. Kennengelernt haben sich die beiden - wo auch sonst - auf dem Times Square. Patricia arbeitete in dem einzigen Deli, in dem er in Unterwäsche essen durfte, sagte Burck in einem Interview mit "Spiegel Online".

(c) REUTERS (Darren Ornitz)
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Seine Cowboys zahlen jeden Monat 500 Dollar Lizenzgebühren, umgerechnet etwa 380 Euro, an Burck. Wer den Naked Cowboy auf eigene Faust imitiert, wird verklagt. Längst gibt es einen Merchandise-Handel, der die weißen Schlüpfer mit der Aufschrift „Naked Cowboy“ vertreibt. Vodafone, Pepsi, Citibank – die Liste seiner Werbeverträge ist lang, kaum jemand hat so viele Cameo-Auftritte wie der Naked Cowboy.

(c) REUTERS (Darren Ornitz)
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Burck hat in Ohio Politikwissenschaften studiert und wollte unbedingt berühmt werden. Als es mit einer Schauspielkarriere nicht klappte, zog er nach New York und begann am Times Square Musik zu machen. Seinem kleinen Outfit bleibt er bei jedem Wetter treu.

(c) REUTERS (Darren Ornitz)
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Wer glaubt, eine Fahrt mit den berühmten gelben Taxi in New York sei teuer, sollte erst einmal versuchen, eine Lizenz zu kaufen: 2011 wechselten für jeweils eine Million Dollar zwei Taxi-Lizenzen den Besitzer, wie die "New York Times" damals berichtete. Im Jahr 1937 gingen die ersten Plaketten um gerade einmal zehn Dollar (heute rund 157 Dollar) über den Tisch. Und jährlich steigen die Preise für die Genehmigungen weiter um bis zu acht Prozent.

(c) REUTERS (Chip East)
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Trotz dieser astronomischen Summen sind die Berechtigungen begehrt, denn das Geschäft mit den Lizenzen ist inzwischen ein eigener, durchaus lukrativer Markt.

(c) REUTERS (Lucas Jackson)
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Daniel Hess aus Philadelphia besaß Anfang des 19. Jahrhunderts ein ansehnliches Grundstück mitten in New York City, an der Ecke Seventh Avenue und Christopher Street. Verkauft hätte er niemals, doch wurden unterschiedliche Papiere vorgebracht und er schließlich von der Stadtverwaltung enteignet. Bis auf ein letztes kleines Stück, nicht größer als ein Pappkarton, das in seinem Eigentum blieb.

(c) Instagram/mariejoelleparent
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Bis heute gibt es an der Stelle mitten in New York eine dreieckige Mosaikkachel im Asphalt, die besagt: „Eigentum von Hess Estate, das niemals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.” 1938 wurde das "Grundstück" für 1000 Dollar (entspricht heute etwa einem Wert von 17.000 Dollar) an den angrenzenden "Village Cigars Store" weiterverkauft. Dem neuen Besitzer hat die Geschichte so gut gefallen, dass er die Platte bis heute instand hält.

(c) Instagram/ludichris
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Schafe weideten übrigens von den 1860ern bis 1934 auf der Schafweide im westlichen Central Park, bis sie in den Prospect Park in Brooklyn und später auf einen Hof in den Catskill Mountains umziehen mussten.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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In den schlechten Zeiten der "Großen Depression" hatte man Angst, die New Yorker würden sie einfach schlachten. Heute ist die "Sheep Meadow" als große Liegewiese und Ruhezone beliebt.

(c) REUTERS
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Insgesamt 9000 Bänke laden im Central Park im Herzen Manhattans zum Ausruhen ein, aneinandergereiht würden sie eine Länge von 11 km ergeben. Seit 1986 kann man Bankpatenschaften erwerben, die 7500 Dollar aufwärts kosten. Jeder Spender darf ein Schild beschriften lassen, das anschließend auf der Parkbank prangt.

(c) REUTERS
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Speakeasies, Flüsterstuben hießen die illegalen Kneipen New Yorks während der Prohibitionszeit von 1920 bis 1933. Leise unterhielt man sich, damit die Polizei vom illegalen Treiben an den geheimen Orten nichts merkte. Ein Super-Geschäft für die Mafia – sie verdoppelte den Umsatz von Hochprozentigem während der Prohibition. Bis zu 100.000 Speakeasies soll es in New York gegeben haben.

(c) REUTERS (Jorge Adorno)
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Einige dieser Stuben existieren noch heute - natürlich legal. Die angesagten Kellerbars sind aber immer noch schwer zu finden. Zum Beispiel der "Raines Law Room" am Flatiron Building mit gelben und weißen Ledersofas sowie Lampenstrippen, die man zieht, um den Kellner kommen zu lassen.

(c) REUTERS (Reuters Staff)
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Wie vor 80 Jahren ist der Eingang des "Back Room" als  Spielwaren-Firma („Lower East Side Toy Company“) getarnt. Die hochprozentigen Drinks kommen immer noch in Tee-Tassen.

(c) The Back Room/Facebook
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Das ehemalige Speakeasy macht seinem Namen alle Ehre, denn im versteckten Lokal gibt es ein noch geheimeres Hinterzimmer, verborgen hinter einer als Bücherregal getarnten Tür.

(c) The Back Room/Facebook
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Alle New Yorker, die umziehen wollten, taten das bis etwa zum Ende des Zweiten Weltkrieges nur und ausschließlich am 1. Mai, dem sogenannten „Moving Day“. An diesem Tag, der der Legende nach an die ersten holländischen Siedler erinnern soll, zog eine Karawane an Umzugswagen durch die Straßenschluchten der Stadt.

(c) imago/Westend61
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Tatsächlich wurden damals Mieterhöhungen überall zum 1. Februar (dem "Rent Day") angekündigt, dann blieben drei Monate, um sich etwas Preiswerteres zu suchen, bevor am 1. Mai die Mietverträge gekündigt wurden. Auch Häuser mussten zu diesem Termin fertig werden, sogar das Empire State Building.

(c) APA/HERBERT NEUBAUER (
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Dessen Stahlgerüst musste daher zu Baubeginn 1930 kontinuierlich wachsen, während die Architekten noch Details planten. Im Durchschnitt wurden etwa 4,5 Stockwerke pro Woche errichtet. Alles nur, damit der Wolkenkratzer pünktlich bezugsfertig war. Am 1. Mai 1931.

(c) REUTERS
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Zweimal pro Jahr hat Manhattan seine ganz besonderen Sun-Days, die aber nur selten tatsächlich Sonntage sind: Ende Mai und Mitte Juli fällt das Licht der untergehenden Sonne exakt durch die nach dem Commissioners Plan von 1811 in West-Ost-Richtung gerade angelegten Straßenschluchten.

(c) REUTERS
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Der US-amerikanische Astrophysiker Neil deGrasse Tyson benannte 2002 das Phänomen „Manhattanhenge", da ihm der besondere Lichteffekt an die Sonnenwende im berühmten britischen Steinzeit-Bauwerk Stonehenge erinnerte.

(c) REUTERS)
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A woman the start of a topless march in New York

Prüdes Amerika? Nicht im Big Apple. Denn hier darf seit 1992 nach einer Entscheidung des New Yorker Supreme Court jede Frau öffentlich oben ohne gehen, als Akt der Gleichstellung. Dieses Recht wird jährlich im August am „International Go Topless Day“ gefeiert.

(c) REUTERS
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Das Geld liegt bekanntlich manchmal auf der Straße. Für Raffi Stepanian trifft dies sogar zu. Mit nicht viel mehr als zwei Messern und einer Pinzette ist der 47-Jährige fast täglich unterwegs und "schürft" in dreckigen Asphalt-Ritzen und Rinnen im sogenannten "Diamanten District" nach verlorenem Gold und aus Ringen gesprungenen Diamanten und Rubinen. 

(c) REUTERS (Shannon Stapleton)
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Was er findet, säubert und poliert der gelernte Goldschmied und verkauft es an seine ehemaligen Kollegen in den Läden. Angeblich verdient er damit bis zu 800 Dollar pro Woche.

(c) REUTERS (Luc Gnago)
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New York, die Stadt der Superreichen: Laut einer Studie der Schweizer UBS Bank und des Wirtschaftsinformationsdienstes Wealth-X leben in New York 103 Milliardäre - mit Abstand Spitzenreiter vor Moskau und London. Auch 389.000 Millionäre und 2929 Multimillionäre haben sich in der Stadt an der Ostküste der USA niedergelassen.

(c) REUTERS
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Straßen-Dschungel New York: Das Streckennetz der Stadt ist über 10.000 km lang und damit eines der längsten Netze der Welt. Trotz der vielen Straßen sind im Verkehr gute Nerven gefragt: Die durchschnittliche Fahrzeit für Pendler zur Arbeit beträgt täglich fast zwei Stunden.

(c) REUTERS (Lucas Jackson)
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Der Broadway ist eine der bekanntesten Straßen der Metropole und mit knapp 33 Kilometern die längste Geschäftsstraße der Welt. Der ehemalige Indianerpfad, der nicht Opfer der Stadtplaner wurde, schlängelt sich in Nord-Süd-Richtung einmal quer über die Insel Manhattan.

(c) REUTERS
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Auf dem Gehweg, in den U-Bahnen, in Parks: Obdachlose prägen das Stadtbild New Yorks. Seit Jahren kämpft die Stadt mit jährlich steigenden Zahlen. Allein im Vergleich zu 2016 stieg die Zahl der Wohnungslosen um 40 Prozent an, wie unter anderem die "New York Times" berichtet. Michael Bloomberg, der ehemalige Bürgermeister von New York, hatte 2007 eine ganz eigene Idee, um den Obdachlosenproblem in seiner Stadt Herr zu werden.

(c) REUTERS (Brendan McDermid)
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Ein One-Way-Ticket raus aus der Stadt, nach Europa, Afrika oder Südamerika, mit Zug, Bus oder Flugzeug - egal. Die einzige Bedingung: Ein Nachweis, dass man am Zielort von jemandem aufgenommen und unterstützt werde. Insgesamt 6400 Menschen sollen so dazu gebracht worden sein, an einem anderen Ort ihr Glück zu versuchen, wie unter anderem "Newsweek" berichtet.

(c) REUTERS (Carlo Allegri)
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Bloombergs Umgang mit den Obdachlosen seiner Stadt erntete Kritik. „Wer sich New York nicht leisten kann, soll fortziehen“, soll der neoliberale Geschäftsmann einmal gesagt haben. Unter der Administration von Bürgermeister Bill de Blasio, dem Nachfolger Bloombergs, wurde dieses teilweise umstrittene Programm abgeschafft.

(c) REUTERS
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Was noch heute unter dem dicken Asphalt und dem grünen Gras in den New Yorker Parks schlummert, erinnert an ein dunkles Kapitel der Stadt. Der Madison Square Park in Manhattan diente früher etwa als Militärgelände sowie als Heim für straffällige Jugendliche. Zwischen 1794 und 1797 wurden einige Teile des jetzigen Parks auch als Friedhof genutzt, für Verstorbene, die im nahe gelegenen Krankenhaus entweder unbekannt starben, oder die sich keine Grabstätte leisten konnten. Sie wurden im Schnellverfahren im sogenannten "Potter's Field" beerdigt.

(c) REUTERS (Brendan McDermid)
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Im Washington Square Park sollen schätzungsweise zwischen 20.000 und 125.000 Leichen begraben sein. Ab 1797 diente der heutige Park 30 Jahre lang als Friedhof. Jahrelang wurden hier auch Hinrichtungen vollzogen – die Toten im Anschluss direkt im Park vergraben.

(c) REUTERS (Eduardo Munoz)
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Neben dem Madison und dem Washington Square Park diente auch der Union Square Park sowie der Bryant Park einst als Friedhof. Wer sich in den schönen New Yorker Parks heute ein Picknick gönnt, sollte besser nicht an die vielen Skelette unter der Decke denken.

(c) REUTERS (Jeff Christensen)
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Im Februar 2015 vergingen in New York City elf ganze Tage ohne einen Mord. Das gab es seit den 90er Jahren nicht mehr. Durchschnittlich gibt es monatlich zwischen 30 und 40 Morde in der Weltmetropole – und das sind schon extrem gute Zahlen. Denn in 1990 Jahren war New York ein gefährliches Pflaster. Allein im Jahr 1990 wurden rund 2200 Morde begangen. Allerdings spiegelt die seit Jahren sinkende Mordrate auch Fortschritte in der medizinischen Behandlung von Schusswunden wider.

(c) REUTERS (Shannon Stapleton)
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Und eine kulinarische Information zum Schluss: Laut dem Urlaubsportal urlaubsguru.de verputzen die hungrigen New Yorker pro Jahr Essen aus 100 Millionen Asiaboxen.

(c) imago/Westend61