Cruising History

Kreuzfahrt in die Vergangenheit

Kreuzfahrten boomen und sind längst im Massentourismsus angekommen. Doch das war nicht immer so. Ein neuer Bildband gibt Einblick in die Geschichte und die Entwicklung der Industrie.

Kreuzfahrten boomen. Mittlerweile gibt es unzählige Schiffe und Angebote in jeder Preisklasse - sie sind teilweise sogar mit Achterbahnen und riesigen Wasserrutschen ausgestattet.

Doch das war nicht immer so. Der Bildband "Sailing to the Sun: Cruising History and Evolution" von William H. Miller zeigt, wie Kreuzfahrten vor dem (ökologisch bedenklichen) Massentourismus aussahen.

Im Bild: Eine Werbung der Hamburg-America Line 1935.

 

Author’s collection

Der Autor selbst ist als "Gastredner" auf Kreuzfahrten zu hören. So hat er schon an hunderten Reisen teilgenommen. In einem seiner beliebtesten Vorträge erzählt er von der Geschichte und Entwicklung der Kreuzfahrtindustrie. 

Ende des 19. Jahrhunderts nahmen Kreuzfahrtschiffe Fahrt auf. Sie galten als "schwimmende Paläste".

Ein Werbeplakat (1900) preist eine Reise nach Ägypten an.

 

 

Author’s collection

Die wohl ersten Kreuzfahrten wurden 1858 angeboten. Es war eine Art Sightseeing-Reise ins abgelegene Mittelmeer. Das britische Schiff Ceylon, das der Peninsular & Oriental Steam Navigation Company (P&O) gehörte, führte sie durch. Das ganze Unterfangen steckte noch in den Kinderschuhen. Es gab keine Klimaanalgen, Swimmingpools, Roboter-Barkeeper und all die anderen Dinge, die jetzt zum Standard gehören.

Im Bild: Die "Empress of Britain" in Melbourne 1939.

Anton Logvinenko

Noch früher, 1815, wurde bereits für eine Kreuzfahrt in der Edinburgh Zeitung geworben. Ziel waren die Färöer-Inseln nördlich von Schottland und weitere Inseln rund um Island. Ein zu großes Abenteuer für die damalige Gesellschaft, die Reise wurde nie durchgeführt.

Im Bild: Die Werbeplakate wurden von Künstlern kreiert.

 

Author’s collection

Nach dem ersten Weltkrieg in den frühen 1920er Jahren wurden die Kreuzfahrten länger und exklusiver. Der Grund: In den Wintermonaten gab es weniger transozeanische Passagiere, deshalb fuhren die Kreuzfahrten in den Karibik oder ins Mittelmeer. 200 Millionäre kamen damals auf 800 Crewmitglieder.

 

Norman Knebel collection

In den frühen 1920er-Jahren galt die Mauretania als größter und schnellster Luxusdampfer. Bis in die 1950er- und 1960er-Jahre war das Schiff im Einsatz.

 

Cunard Line

Der erste große Fulltime-Liner war Cunards Caronia 1948 (im Bild). Auf 300 Gäste kamen 600 Crewmitglieder. Vor allem die Damen verbrachten Monate, manche sogar Jahre an Bord. Eine Frau soll sogar 14 Jahre auf der Caronia gewohnt haben. Manche verließen nie das Schiff, spielten jeden Tag Bridge und wurden von ihren Chauffeuren und Limousinen, in den jeweiligen Häfen abgeholten.

Oft wurde auch eine eigenen Kabine für die Kleidung gemietet. Es wird von einer Passagierin erzählt, die für ihre 95-Tage-Kreuzfahrt 300 Kleider im Gepäck hatte.

Author’s collection

In den 1950er und 1960er-Jahren waren Kreuzfahrten ein gutes Wintergeschäft. Wöchentlich legte etwa die Queen of Bermuda und die Nassau von New York ab.

Im Bild: Elegantes Dinner auf der Cunard, 1960.

 

Cunard Line

Die Stella Polaris wurde Ende der 60er-Jahre in Pension geschickt. Aus ihr entstand ein schwimmender Country Club mit Restaurant und Hotel in Japan.

 

 

Hisashi Noma collection

Shuffleboard wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren an Deck der Mauretania gespielt.

Cunard Line

In den 1970er-Jahren ebnete die Kreuzfahrtindustrie ihren Weg in Richtung Massenmarkt. Mittlerweile sind Kreuzfahrten so populär wie nie zuvor. Allein 2018 wurden 107 neue Schiffe zu Wasser gelassen.

Im Bild: Carnival Cruise Lines.

 

 

 

 

Carnival Cruise Lines

Carnival gilt als populärste und erfolgreichste Werft. Der Carnival Corporation gehören zehn Kreuzfahrt-Marken, darunter auch Aida und Costa. Zusammen hat sie so einen weltweiten Marktanteil von 49 Prozent.

Carnival-Schiffe erkannte man am Las-Vegas-Stil.

 

Carnival Cruise Lines

Die Lobby dieses Carnival-Kreuzfahrtschiffes ist acht bis zehn Decks hoch.

Carnival Cruise Lines

Mit minimalistischem Flughafen-Style wollte die Song of Norway 1970 überzeugen.

Author’s collection
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Kreuzfahrten boomen. Mittlerweile gibt es unzählige Schiffe und Angebote in jeder Preisklasse - sie sind teilweise sogar mit Achterbahnen und riesigen Wasserrutschen ausgestattet.

Doch das war nicht immer so. Der Bildband "Sailing to the Sun: Cruising History and Evolution" von William H. Miller zeigt, wie Kreuzfahrten vor dem (ökologisch bedenklichen) Massentourismus aussahen.

Im Bild: Eine Werbung der Hamburg-America Line 1935.

 

Author’s collection

Der Autor selbst ist als "Gastredner" auf Kreuzfahrten zu hören. So hat er schon an hunderten Reisen teilgenommen. In einem seiner beliebtesten Vorträge erzählt er von der Geschichte und Entwicklung der Kreuzfahrtindustrie. 

Ende des 19. Jahrhunderts nahmen Kreuzfahrtschiffe Fahrt auf. Sie galten als "schwimmende Paläste".

Ein Werbeplakat (1900) preist eine Reise nach Ägypten an.

 

 

Author’s collection

Die wohl ersten Kreuzfahrten wurden 1858 angeboten. Es war eine Art Sightseeing-Reise ins abgelegene Mittelmeer. Das britische Schiff Ceylon, das der Peninsular & Oriental Steam Navigation Company (P&O) gehörte, führte sie durch. Das ganze Unterfangen steckte noch in den Kinderschuhen. Es gab keine Klimaanalgen, Swimmingpools, Roboter-Barkeeper und all die anderen Dinge, die jetzt zum Standard gehören.

Im Bild: Die "Empress of Britain" in Melbourne 1939.

Anton Logvinenko

Noch früher, 1815, wurde bereits für eine Kreuzfahrt in der Edinburgh Zeitung geworben. Ziel waren die Färöer-Inseln nördlich von Schottland und weitere Inseln rund um Island. Ein zu großes Abenteuer für die damalige Gesellschaft, die Reise wurde nie durchgeführt.

Im Bild: Die Werbeplakate wurden von Künstlern kreiert.

 

Author’s collection

Nach dem ersten Weltkrieg in den frühen 1920er Jahren wurden die Kreuzfahrten länger und exklusiver. Der Grund: In den Wintermonaten gab es weniger transozeanische Passagiere, deshalb fuhren die Kreuzfahrten in den Karibik oder ins Mittelmeer. 200 Millionäre kamen damals auf 800 Crewmitglieder.

 

Norman Knebel collection

In den frühen 1920er-Jahren galt die Mauretania als größter und schnellster Luxusdampfer. Bis in die 1950er- und 1960er-Jahre war das Schiff im Einsatz.

 

Cunard Line

Der erste große Fulltime-Liner war Cunards Caronia 1948 (im Bild). Auf 300 Gäste kamen 600 Crewmitglieder. Vor allem die Damen verbrachten Monate, manche sogar Jahre an Bord. Eine Frau soll sogar 14 Jahre auf der Caronia gewohnt haben. Manche verließen nie das Schiff, spielten jeden Tag Bridge und wurden von ihren Chauffeuren und Limousinen, in den jeweiligen Häfen abgeholten.

Oft wurde auch eine eigenen Kabine für die Kleidung gemietet. Es wird von einer Passagierin erzählt, die für ihre 95-Tage-Kreuzfahrt 300 Kleider im Gepäck hatte.

Author’s collection

In den 1950er und 1960er-Jahren waren Kreuzfahrten ein gutes Wintergeschäft. Wöchentlich legte etwa die Queen of Bermuda und die Nassau von New York ab.

Im Bild: Elegantes Dinner auf der Cunard, 1960.

 

Cunard Line

Die Stella Polaris wurde Ende der 60er-Jahre in Pension geschickt. Aus ihr entstand ein schwimmender Country Club mit Restaurant und Hotel in Japan.

 

 

Hisashi Noma collection

Shuffleboard wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren an Deck der Mauretania gespielt.

Cunard Line

In den 1970er-Jahren ebnete die Kreuzfahrtindustrie ihren Weg in Richtung Massenmarkt. Mittlerweile sind Kreuzfahrten so populär wie nie zuvor. Allein 2018 wurden 107 neue Schiffe zu Wasser gelassen.

Im Bild: Carnival Cruise Lines.

 

 

 

 

Carnival Cruise Lines

Carnival gilt als populärste und erfolgreichste Werft. Der Carnival Corporation gehören zehn Kreuzfahrt-Marken, darunter auch Aida und Costa. Zusammen hat sie so einen weltweiten Marktanteil von 49 Prozent.

Carnival-Schiffe erkannte man am Las-Vegas-Stil.

 

Carnival Cruise Lines

Die Lobby dieses Carnival-Kreuzfahrtschiffes ist acht bis zehn Decks hoch.

Carnival Cruise Lines

Mit minimalistischem Flughafen-Style wollte die Song of Norway 1970 überzeugen.

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