Fischfang

Angelguiding am Weißensee

Selbstgefangene Hechte in idyllischer Morgenstimmung, trockener Schmäh inklusive: Fischexperte Martin Müller und seine Privatstunden.

Fischen in der Morgenstimmung

Wie viel Hand man selbst anlegt, bleibt einem selbst überlassen: Bei seinen Angelguiding-Touren auf dem hochgelegenen Kärntner Weißensee zeigt Fischexperte Martin Müller die zentralen Handgriffe, erklärt, was wichtig ist. Den Wecker auf frühmorgens stellen muss man freilich selbst. 

Text: Anna Burghardt

Johannes Puch

Martin Müller, studierter Limnologe, also Gewässerkundler, ist als Fischer vom Weißensee überregional bekannt. Seine Marke Weißenseefisch war in ganz Österreich gefragt, mit 15 bis 20 Tonnen pro Jahr aus der Zucht plus 1,5 Tonnen Wildfang aus dem See. Seit 2017 geht der Kärntner Sturkopf  aber einen anderen Weg: Von der Speisefischzucht hat er sich abgewendet, konzentriert sich auf Wildfang, Seeforellen-Besatzfischzucht für den Weißensee und Angelguiding. 

P.V.Meyer

Der Weißensee mit seiner langen unbebauten Uferzone hat Trinkwasserqualität. Einst waren hier neben Hechten oder Karpfen auch einige endemische Fische heimisch. Der Raubfisch Hecht jedoch hat überhandgenommen. Die Seeforelle etwa ist durch den von Anglern geschätzten hohen Hechtanteil massiv gefährdet, sagt Martin Müller. Zwar funktioniere seine Seeforellen-Besatzzucht bestens, „aber sobald die Fische im See ausgelassen werden, stehen die Hechte schon mit offenem Maul bereit. Wir müssen den Hechtbestand auf Teufel komm raus befischen.“

Anna Burghardt

Wer dabei im Rahmen eines Angelguidings (zwischen Mai und Ende Oktober) helfen will, muss, wie schon erwähnt, früh aus den Federn. Gegen fünf Uhr geht es los, wenn die Berge noch in nächtliches Dunkel gehüllt sind, sich am Horizont im Osten aber allmählich schon das Blassrosa des Sonnenaufgangs ausdehnt. 

Anna Burghardt

Zunächst wird vom Boot aus mit Netzen gefangen. Martin Müller kennt, nach rund 40 Jahren Fischen am Weißensee, die besten Plätze. Was dabei - vor allem an Barschen und Rotaugen - ins Netz geht, darf man behalten oder aber Müller überlassen. 

Anna Burghardt

Während die Stunden auf dem See vergehen - das Zeitgefühl gibt irgendwann auf -, erklärt Müller unter anderem, warum die Speisefischzucht ökologisch so problematisch ist (zumindest bis man etwa bei den Forschungen zu Fischfutter aus Insekten Fortschritte gemacht hat): Um ein Kilo Forelle zu produzieren, braucht es drei bis fünf Kilo Meeresfisch. „Das ist schon einmal eine komplett schlechte Bilanz. Wie bei der Rinderzucht.“ Wenn die Fischkutter, die für das Fischmehl für heimische Forellen sorgen, auf hoher See unterwegs sind, müssen die Meeresfische haltbar gemacht werden, „sonst übernimmt keine Versicherung irgendetwas“.

Anna Burghardt

Für das Haltbarmachen werde, so Martin Müller, das Antioxidans Ethoxyquin eingesetzt, das möglicherweise krebserregend ist. Bei Biofischen werde das Fischmehl zwar aus Wildfang gemacht, aber nur aus den wertloseren Abschnitten – das Filet wird schließlich teuer verkauft. Wegen des höheren Knochenanteils ist Biofutter also von schlechterem Nährwert als konventionelles, die damit gefütterten Fische sind anfälliger für Krankheiten. 

Anna Burghardt

Während der See erst langsam erwacht, steuert Martin Müller mit seiner kleinen Crew schon ein idyllisches bis kitschiges Frühstücksplätzchen an: die Jausenstation Ronacherfels.  

Anna Burghardt

Beim zweiten Teil der Tour geht es per Ruderboot ans Schleppfangen: Martin Müller rudert das Boot in ruhigen Bahnen über den See, während zwei aus dem Boot hängende Leinen mit entsprechenden Ködern auf anbeißfreudige Hechte warten. Fanggarantie gibt es bei Müllers Angelguiding-Touren natürlich generell keine. Wer Glück hat, erlebt, wie sich eine Leine plötzlich spannt. Ein Hecht. Müller hilft beim Herausziehen nur so viel, wie man wünscht. Mit dem prächtigen Fang posieren darf man selbst. 

Infos: Angelguiding auf dem Weißensee mit Martin Müller kostet 40 Euro pro Person und Stunde, 20 Euro pro weitere Person. Auch als Pauschale zu buchen: 5 Stunden um 180 Euro pro Person, 90 Euro pro weitere Person.

Tel: +43 (0)676 501 36 74
info@weissenseefisch.at
www.weissenseefisch.at 

Anna Burghardt
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Fischen in der Morgenstimmung

Wie viel Hand man selbst anlegt, bleibt einem selbst überlassen: Bei seinen Angelguiding-Touren auf dem hochgelegenen Kärntner Weißensee zeigt Fischexperte Martin Müller die zentralen Handgriffe, erklärt, was wichtig ist. Den Wecker auf frühmorgens stellen muss man freilich selbst. 

Text: Anna Burghardt

Johannes Puch

Martin Müller, studierter Limnologe, also Gewässerkundler, ist als Fischer vom Weißensee überregional bekannt. Seine Marke Weißenseefisch war in ganz Österreich gefragt, mit 15 bis 20 Tonnen pro Jahr aus der Zucht plus 1,5 Tonnen Wildfang aus dem See. Seit 2017 geht der Kärntner Sturkopf  aber einen anderen Weg: Von der Speisefischzucht hat er sich abgewendet, konzentriert sich auf Wildfang, Seeforellen-Besatzfischzucht für den Weißensee und Angelguiding. 

P.V.Meyer

Der Weißensee mit seiner langen unbebauten Uferzone hat Trinkwasserqualität. Einst waren hier neben Hechten oder Karpfen auch einige endemische Fische heimisch. Der Raubfisch Hecht jedoch hat überhandgenommen. Die Seeforelle etwa ist durch den von Anglern geschätzten hohen Hechtanteil massiv gefährdet, sagt Martin Müller. Zwar funktioniere seine Seeforellen-Besatzzucht bestens, „aber sobald die Fische im See ausgelassen werden, stehen die Hechte schon mit offenem Maul bereit. Wir müssen den Hechtbestand auf Teufel komm raus befischen.“

Anna Burghardt

Wer dabei im Rahmen eines Angelguidings (zwischen Mai und Ende Oktober) helfen will, muss, wie schon erwähnt, früh aus den Federn. Gegen fünf Uhr geht es los, wenn die Berge noch in nächtliches Dunkel gehüllt sind, sich am Horizont im Osten aber allmählich schon das Blassrosa des Sonnenaufgangs ausdehnt. 

Anna Burghardt

Zunächst wird vom Boot aus mit Netzen gefangen. Martin Müller kennt, nach rund 40 Jahren Fischen am Weißensee, die besten Plätze. Was dabei - vor allem an Barschen und Rotaugen - ins Netz geht, darf man behalten oder aber Müller überlassen. 

Anna Burghardt

Während die Stunden auf dem See vergehen - das Zeitgefühl gibt irgendwann auf -, erklärt Müller unter anderem, warum die Speisefischzucht ökologisch so problematisch ist (zumindest bis man etwa bei den Forschungen zu Fischfutter aus Insekten Fortschritte gemacht hat): Um ein Kilo Forelle zu produzieren, braucht es drei bis fünf Kilo Meeresfisch. „Das ist schon einmal eine komplett schlechte Bilanz. Wie bei der Rinderzucht.“ Wenn die Fischkutter, die für das Fischmehl für heimische Forellen sorgen, auf hoher See unterwegs sind, müssen die Meeresfische haltbar gemacht werden, „sonst übernimmt keine Versicherung irgendetwas“.

Anna Burghardt

Für das Haltbarmachen werde, so Martin Müller, das Antioxidans Ethoxyquin eingesetzt, das möglicherweise krebserregend ist. Bei Biofischen werde das Fischmehl zwar aus Wildfang gemacht, aber nur aus den wertloseren Abschnitten – das Filet wird schließlich teuer verkauft. Wegen des höheren Knochenanteils ist Biofutter also von schlechterem Nährwert als konventionelles, die damit gefütterten Fische sind anfälliger für Krankheiten. 

Anna Burghardt

Während der See erst langsam erwacht, steuert Martin Müller mit seiner kleinen Crew schon ein idyllisches bis kitschiges Frühstücksplätzchen an: die Jausenstation Ronacherfels.  

Anna Burghardt

Beim zweiten Teil der Tour geht es per Ruderboot ans Schleppfangen: Martin Müller rudert das Boot in ruhigen Bahnen über den See, während zwei aus dem Boot hängende Leinen mit entsprechenden Ködern auf anbeißfreudige Hechte warten. Fanggarantie gibt es bei Müllers Angelguiding-Touren natürlich generell keine. Wer Glück hat, erlebt, wie sich eine Leine plötzlich spannt. Ein Hecht. Müller hilft beim Herausziehen nur so viel, wie man wünscht. Mit dem prächtigen Fang posieren darf man selbst. 

Infos: Angelguiding auf dem Weißensee mit Martin Müller kostet 40 Euro pro Person und Stunde, 20 Euro pro weitere Person. Auch als Pauschale zu buchen: 5 Stunden um 180 Euro pro Person, 90 Euro pro weitere Person.

Tel: +43 (0)676 501 36 74
info@weissenseefisch.at
www.weissenseefisch.at 

Anna Burghardt
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Angelguiding auf dem Weißensee

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