Protest: Philosophen gegen Verbote

Robert Pfaller und Kollegen starten gemeinsam mit der Tabak- und Bierindustrie die Initiative „Mein Veto“.

Robert Pfaller
Robert Pfaller
Robert Pfaller – (c) ORF (Ali Schafler)

Wien/Ks. Die Idee ist gut, wäre da nicht der Haken mit der Definition. Denn eigentlich geht es der Initiative „Mein Veto! Bürger gegen Bevormundung“, die am Dienstag im Restaurant Zum Schwarzen Kameel präsentiert wurde, um weniger Verbote, mehr Selbstbestimmung und Freiheit. Allerdings versteht der Wiener Philosoph Robert Pfaller, einer der Unterstützer der Initiative, darunter etwa die Freiheit, das Rauchen als „Möglichkeit sich elegant zu präsentieren“ zu verstehen und nicht als etwas, was verboten werden soll. Oder auf politisch korrekte Formulierungen wegen des dadurch drohenden Geschichtsverlustes zu verzichten. Neben Pfaller gibt es rund zehn weitere Unterstützer: seinen Kollegen Wolfgang Pauser, den Biologen Franz Wuketits, Marktforscher Rudolf Bretschneider (GfK), Ottakringer-Chef Sigi Münz sowie Café-Drechsler-Chef Manfred Stallmajer. Und – im Hinblick auf die Rauchfreiheit nicht uninteressant – British American Tobacco Austria, den Verband der Cigarren- und Pfeifenfachhändler, den Brauereienverband und die PR-Agentur Ecker & Partner.

 

Mehr Respekt vor mündigen Bürgern

Die Initiative versteht sich als Diskussions-plattform und will zu mehr Eigenverantwortung animieren. Durch Vorschriften und Verbote würden Erwachsene wie unmündige Kinder behandelt, beklagt Pfaller. Das wiederum führe zu einer Entsolidarisierung der Gesellschaft und einer Kultur der Beschwerde. „Mein Veto“ fordert mehr Respekt vor der Mündigkeit der Bürger, weniger Pauschalverbote – „was kommt als Nächstes? Bilder von Verkehrstoten auf unseren Autos?“, so Pfaller – und „Schluss mit der Pseudopolitik.“ Die soll sich wieder um die „wirklichen Probleme“ kümmern. Und welche sind das? Das sagt man nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2013)

Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Protest: Philosophen gegen Verbote

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.